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The Last Winter

(The Last Winter, 2006)

Dt.Start: nicht bekannt Premiere: 11. September 2006 (Toronto Film Festival, Kanada)
FSK: ab 16 Genre: Horror
Länge: 101 min Land: USA
Darsteller: Ron Perlman (Ed Pollack), James LeGros (James Hoffman), Connie Britton (Abby Sellers), Kevin Corrigan (Motor), Jamie Harrold (Elliot Jenkins), Pato Hoffmann (Lee Means), Zach Gilford (Maxwell McKinder), Joanne Shenandoah (Dawn Russell), Larry Fessenden (Charles Foster), Halfdan Theodorsson (Gary)
Regie: Larry Fessenden
Drehbuch: Larry Fessenden, Robert Leaver


Inhalt

Die amerikanische Ölgesellschaft KIC Corporation will prüfen ob im ewigen Eis von Alaska Bohrungen möglich sind und beauftragt deshalb den toughen Ed Pollack mit der Durchführung des Projektes. Doch plötzlich geschehen seltsame Dinge und so beginnen Crew-Mitglieder durchzudrehen, Nonsens von sich zu geben und schon bald gibt es den ersten Toten. Nackt und ohne Augen. Als schließlich auch noch das Versorgungsflugzeug abstürzt und es zu weiteren Opfer kommt, machen sich zwei Crew-Mitglieder auf den Weg um Hilfe zu holen.
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Kritik

The Last Winter hat eine Wertung von 67%
The Last Winter ist zur Abwechslung mal ein etwas anderer Horrorfilm, der sich genügend Zeit nimmt, den Zuschauer in die Kälte und Einsamkeit der Arktis zu entführen. Zwar ist der Aufbau hierbei etwas zäh geraten und der Film braucht doch einige Zeit um in die Gänge zu kommen, doch es lohnt sich schon alleine für den letzten Akt diesen Umstand über sich ergehen zu lassen. Hätte sich Regisseur und Drehbuchautor Larry Fessenden abgesehen davon noch ein wenig mehr um Charaktertiefe und bessere Dialoge gekümmert, so müsste man hier von einer wahren Perle von einem Film - anstatt lediglich von einem gelungenen Horrorthriller - Sprechen.

Bild aus The Last Winter "Klimawandel" und "globale Erwärmung" sind seit geraumer Zeit allgegenwärtig. Umso erstaunlicher, dass ein kleiner aber feiner Horrorfilm, welcher sich auf unkonventionelle Art diesem Thema annimmt, als DVD-Veröffentlichung viel zu wenig Beachtung erhält. Dieser Film heisst The Last Winter und ist der vierte abendfüllende Film des Regisseurs Larry Fessenden (Wendigo), welcher hier auch gleich noch als Drehbuchautor - zusammen mit Robert Leaver bei dessen erster Schreibarbeit - und Nebendarsteller in Aktion trat.

Eine grosse Ölfirma namens KIC Corporation plant neue Ölförderpumpen in Alaska aufzustellen. Dort wurden in den 80er Jahren Testbohrungen durchgeführt, doch das Ergebnis dieser Bohrungen ist offenbar ein grosses Geheimnis. Nichts desto trotz verspricht man sich von der Erschliessung der dort sicher vorhandenen Quellen eine vollkommene Unabhängigkeit in Sachen Ölbeschaffung für die USA. Eine kleine Gruppe von Wissenschaftlern soll zusammen mit einem Umweltaktivisten namens James Hoffmann alias James LeGros (Zodiac - Die Spur des Killers) die Gegend erkunden und die Lieferung der Förderanlagen vorbereiten. Die Leitung des Teams obliegt dem nach außen sehr hart wirkenden Ed Pollack alias Ron Perlman (Hellboy), welcher sich scheinbar auf keinen Fall davon abbringen lässt, den Auftrag seines Arbeitgebers zu erfüllen...komme, was wolle. Als die erste Leiche auftaucht, werden Geschichten über giftige Gase - welche dem aufgrund des Klimawandels schmelzenden Eis entweichen - und die Geister der Natur - welche nicht zulassen wollen, dass die Menschen auch noch die letzten unberührten Fleckchen Erde industrialisieren - plötzlich ernstzunehmender, als es den Beteiligten lieb sein dürfte.

Dem Zuschauer wird im Falle von The Last Winter so einiges abverlangt, vor allem aber zwei Dinge: Geduld und Einfühlungsvermögen. Die ersten beiden Drittel des Filmes beschäftigt sich Larry Fessenden hauptsächlich damit, die Wissenschaftler bei ihren täglichen Aufgaben zu zeigen. Dabei erfahren wir von jedem einzelnen Teammitglied dessen Funktion und Denkweise. Leider erfahren wir aber nichts von den Hintergründen und bisherigen Leben dieser wichtigen Figuren, weswegen eine gewisse Verbundenheit zu ihnen vermisst wird. Gleichzeitig werden uns immer viele wundervolle und atemberaubende Landschaftsaufnahmen präsentiert, welche immer wieder von kurzen Szenen (die dafür umso zahlreichere und unentbehrliche Informationen für das Verständnis des Filmes beinhalten) unterbrochen werden. Dies führt dazu, dass die Konzentration sich keinen Sekundenschlaf leisten darf, was aber bei der doch übermäßig gemächlichen Gangart des Streifens - immer wieder verliert sich der Regisseur in ellenlangen, unnötigen Kamerafahrten, welche durchaus auch in kürzerer Form die erhoffte Wirkung gehabt hätten - gar nicht mal so einfach ist. Hat man diese Phase jedoch überstanden, entfaltet sich eine unerwartete Spannung, welche dann bis zum überzeugenden Schluss - welcher nochmals etwas Öl ins Feuer der Angst um den aktuellen Klimawandel gießt - anhält.

Die Darsteller machen ihre Sache gut, auch wenn der eine oder andere mit seinen immer wieder mal hölzern wirkenden Dialogzeilen zu kämpfen hat. Am auffälligsten sind ganz klar Ron Perlman und James LeGros, welche hier die beiden stärksten Kontrahenten mimen dürfen. Beide sind immer entgegengesetzter Meinung - der eine aufgrund seines Berufes, der andere aus Überzeugung - nur in Sachen Frauen sind sie sich dann leider wieder einig. Das Objekt der Begierde heißt Abby Sellers und wird sehr gut von Connie Britton verkörpert, welche uns hierzulande wohl am ehesten aus der Serie Chaos City (im Original Spin City) ein Begriff sein dürfte.

Die Untermalung ist sehr ruhig und passt perfekt zur Darstellung des einsamen Postens im (leider eben nicht mehr) ewigen Eis. Das Ganze hat etwas von einer apokalyptischen Poesie, wie sie nur sehr selten in solch einem Genrefilm vorkommt. Alleine deswegen lohnt sich der Griff zur DVD allemal, und wer sich für die Thematik interessiert und über ein paar Budget-Schwierigkeiten bei den Effekten hinweg sehen kann, der kommt an The Last Winter eigentlich nicht vorbei.

von Kurt Meinicke


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Dt. Start: 29. Juli 2004
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