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Der Thriller Startup ließe sich am besten beschreiben als: "Die Firma mit Bill Gates." Schauspieler Tim Robbins spielt Gary Winston, die Filmversion von Bill Gates. Er sieht zufälligerweise fast genauso aus wie der ehemalige Microsoft Boss und er besitzt ein Haus, das stark an selbiges des realen Vorbildes erinnert. Seine Firma N.U.R.V. hat das Quasimonopol und muß sich mit den Kartellbehörden herumschlagen. Obwohl jeder halbwegs intelligente Kinogänger diese Zusammenhänge spielen erkennen kann, haben die Drehbuchschreiber vorsichtshalber eine kleine Hilfestellung eingebaut und erwähnen Bill Gates.
Die Story des Films ist ein moderner Aufguß von Die Firma: Junger genialer Programmierer wird von großer Firma angeheuert und merkt erst zu spät, daß etwas faul ist. Selbst wenn man total blank in den Film geht, weiß man nach spätestens fünf Minuten, wie der Hase läuft, und kann sich nur noch an Miniatur-Plottwists erfreuen. Da sich die Story so schnell offenbart, fällt es dem Film sehr schwer bzw. es gelingt ihm überhaupt nicht, Spannung zu erzeugen. Auch die Inszenierung läßt etwas zu wünschen übrig, vom Drehbuch ganz zu schweigen. Man könnte an dieser Stelle noch auf den zahlreichen Logikfehlern und Ungereimtheiten herumreiten, aber ich will nicht langweilen. Schade nur, daß gute Ideen, wie zum Beispiel die Sesamallergie oder die intelligenten Bilder in Gary Winston's Haus, verschenkt wurden.
In der Programmierer-Version von Die Firma spielt Ryan Phillippe alias Milo Hoffman die Hauptrolle und erarbeitet sich zielstrebig das Prädikat "5-Groschen Tom Cruise". Er verzieht während des ganzen Films keine Mine und drückt seine Gefühle nur verbal aus. Auch seine beiden Kolleginnen Claire Forlani und Rachael Leigh Cook bekleckern sich ebenso wenig mit Ruhm. Letztere spielte Milo's Arbeitskollegin und bringt leider nicht mehr zu Stande, als süß auszusehen. Claire Forlani versucht sexy zu sein, wirkt aber dabei so attraktiv und anziehend wie ein Besenstiel.
Obwohl der Film oben mehr als schlecht wegkam, ist es ihm gelungen, mich zwei Stunden bei Laune zu halten. Das mag wohl an der aktuellen Thematik liegen, die Startup so interessant macht. Man kann sich nämlich durchaus vorstellen, daß vieles, selbstverständlich nicht alles, was der Film Bill Gates so treibt, auch der Microsoft Realität entspricht. Nichts desto trotz muß man ganz klar sagen, daß das Drehbuch schlecht ist und das alle Schauspieler außer Tim Robbins versagt haben. Sogar der Soundtrack wirkte teilweise etwas deplaziert. Also an all die Leute, denen die Microsoft Problematik nicht gerade unter den Nägeln brennt: Geht lieber zur Videothek und leiht Euch Die Firma aus. |