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Hancock

(Hancock, 2008)

Dt.Start: 03. Juli 2008
DVD: 30. Oktober 2008
Premiere: 02. Juli 2008 (USA)
FSK: ab 12 Genre: Action, Drama
Länge: 92 min Land: USA
Darsteller: Will Smith (Hancock), Charlize Theron (Mary Embrey), Jason Bateman (Ray Embrey), Jameson Dixon Jr. (Jason), Daeg Faerch (Michel), David Mattey (Man Mountain), Adam Del Rio
Regie: Peter Berg
Drehbuch: John August, Peter Berg


Inhalt

John Hancock ist ein Superheld, der mit übermenschlichen Kräften ausgestattet ist, gegen Kugeln immun ist und fliegen kann. Aber er ist auch faul, unfreundlich und verursacht Chaos, wohin er kommt. Als sein Ansehen in der Öffentlichkeit den Tiefpunkt erreicht, retter er einen PR-Berater, der das Superhelden-Image aufbessern will. Doch dann begegnet Hancock der Frau des PR-Beraters...
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Durchschnittliche Redaktionswertung

Hancock hat eine durchschnittliche Redaktionswertung von 85%
Keine weitere Wertung

Kritik

von Dimitrios Athanassiou
Hancock hat eine Wertung von 85%
Ist es ein Vogel, ein Flugzeug? Nein, und der Mann im blauen Pyjama mit Cape und einem roten - S - auf der Brust ist es auch nicht. Der verranzte Typ im Penneroutfit, mehr öffentliche Gefahr, als der Menschheit dienlicher Superheld, ist schlicht und ergreifend Hancock. Gelegentlich packt er schon mal mit an, wenn ein paar Gangster die Stadt terrorisieren, legt aber auch oftmals einen Gutteil von Los Angeles in Schutt und Asche. In der öffentlichen Sympathieskala lässt ihn das grad über dem Gefrierpunkt rangieren. Ein neues Image könnte helfen. Wer auf eine dümmliche, eindimensionale Superheldenpersiflage mit hohem Satire- und Komödienfaktor wartet, könnte enttäuscht werden. Bei Hancock sind die Dinge oft nicht so wie man erwartet, und wer bereit ist sich davon berühren zu lassen, könnte durchaus positiv überrascht werden.

Bild aus Hancock Hancock (Will Smith) ist der einzige seiner Art, trägt kein Kostüm, von seiner Clochardgarderobe abgesehen, besitzt den Charme eines ungehobelten Matrosen und verfügt obendrein über grenzenlose Kräfte: Er kann fliegen wie ein Adler, zumindest wenn er nicht grad besoffen ist, und das kommt nicht allzu oft vor, unverwundbar ist er und unglaublich stark. Leider haben seine Landungen viel von einem Meteoritenaufschlag. Eigentlich ist er im Kern kein wirklich übler Bursche. Gelegentlich, falls es sein rauschhafter Zustand oder seine Gemütslage erlauben, greift er sogar dem LAPD unter die Arme. Eigentlich beten die Cops aber insgeheim, er möge eher nicht auftauchen, selbst wenn Hancock die Zellentrakte des State Prison gut füllt. Jede seiner Verbrecherjagden kostet den Steuerzahler Millionen. Auf der städtischen Beliebtheitsskala rangiert er grad über dem Gefrierpunkt. Ein PR-Berater könnte vielleicht helfen.

Imagemanager Ray (Jason Bateman) ist ohnehin grad auf der Suche nach neuen Herausforderungen, was läge da näher, als sich Hancocks anzunehmen und zu versuchen aus dem Misanthropen einen Vorzeigesuperhelden zu machen. Rays Frau Mary (Charlize Theron) ist von der Idee nicht wirklich angetan. Sie misstraut Hancock, würde es am liebsten sehen, wenn dieser gleich wieder aus ihrem Leben verschwindet, fühlt sich andererseits magisch von ihm angezogen.

Auf den ersten Blick ist vieles anders bei dieser Superheldenstory. Ein meist betrunkener, stinkender Rüpel mit gigantischen Kräften, der sich kaum um andere schert, das hat Satirepotenzial. Tragendes Motiv ist aber, wie eigentlich bei all diesen Geschichten, dass der Held erst zu dem wird, was er wirklich ist, wenn er seinem vorbestimmten Weg folgt. Hancocks Maskerade besteht nicht aus einem bunten schillernden Kostüm, sondern daraus, dass er sich weigert, sich als das zu sehen und zu akzeptieren, was er wirklich ist. Und wenn er schon selber nicht auf den Trichter kommt, dann muss halt ein kleiner Schubser in die richtige Richtung helfen.

In unseren weitgehend entmystifizierten, fortschrittsorientierten Gesellschaften stellen diese modernen Paladine eine Art Ersatz für übersinnliche Beschützer dar, an die wir nicht mehr glauben können, aber insgeheim wollen. Und eben diese Tragik steckt in Hancock. Seit Jahrzehnten wandelt er, ohne zu altern, ohne Ziel und ohne Lebensinhalt umher. Durch ein Trauma hat er vergessen wer oder was er ist. "Was muss ich für ein übler Dreckskerl gewesen sein, wenn in 80 Jahren niemand nach mir gefragt hat?" Diese Erkenntnis und der Schmerz darüber, haben ihn innerlich zerrissen und veranlasst, seinen Kummer im Alkohol zu ertränken. So satirisch der Streifen auf den ersten Blick sein mag, und tatsächlich kommt der Humor nicht zu kurz, ist Hancock ebenso menschliches Drama, rührende Liebesgeschichte und hoffnungsvolle Utopie. Getragen von einem grandiosen Will Smith, der besonders in den stillen und melancholischen Momenten sein Potenzial offenbart und einer wunderbaren Charlize Theron, die blitzschnell zwischen zerbrechlicher Schönheit und eiskalter Rachegöttin wechselt.

Als ausführender Produzent war Michael Mann mit von der Partie. Das merkt man dem Film an. Mann, der selber bei Der letzte Mohikaner Regie führte, entwickelt gerne Charaktere, die erst durch ihre Tragik über sich hinaus wachsen. Das wirkt gelegentlich kitschig, doch wer geht schon ins Kino, um sich vom realen Mittelmaß der Gefühle bewegen zu lassen? Larger Than Life gehört nun mal als Klappern zu diesem Handwerk. Prominent besetzt in der Crew, die Stelle des Special-Effects-Zauberkünstlers mit John Dykstra, der schon verantwortlich für die Effekte von Star Wars, Star Trek - Der Film und Spider-Man 2 war. Umso erstaunlicher, dass hier nicht voll gepunktet wurde. Die Effekte wirken teilweise altmodisch bluescreenlastig, zumindest hat man schon in Krieg der Welten und in Transformers überzeugender gesehen, wie man eine Stadt in Schutt und Asche legt. Sei es drum: Bessere Effekte hätten aus Hancock keinen besseren Film gemacht. Hier punkten voll die überzeugenden Darsteller und eine zu Herzen gehende Story, die nicht nach Logik schreit, aber sofern das Seelchen nicht voll verroht ist, tief berührt.



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