Die Verfilmung von Alexander Niedrigs Autobiografie kann sich durchaus sehen lassen. Inszenatorisch überzeugend und mit viel Zeit für seine Charaktere, weiß die Geschichte zu gefallen und kann auch dank ihrem sympathischen Darstellerensemble, bei dem sich Axel Stein als große Überraschung heraus stellt, glänzen.
Wir leben in einer Zeit, in der Biografien bekannter Persönlichkeiten In sind und oftmals auch zu großem Ruhm finden. Sieht man sich nun die Erfolge von Walk the Line oder Ray an, war es nur eine Frage der Zeit bis das Leben des Andreas Niedrig verfilmt würde, denn auch dessen Leben verlief in ähnlichen Bahnen, wie bei den Personen in o. g. Biopics, wenngleich auch in anderer Reihenfolge.
Der junge Andreas Niedrig führt ein sorgenfreies Leben. Er und seine drei besten Kumpels sind Taugenichtse wie sie im Buche stehen. Während sie einen CD-Laden überfallen, trifft er auf seine große Liebe Sabine, die er auch bald heiratet. Doch das Familenglück währt nicht lange. Er lässt sich in den Drogensumpf ziehen und es gibt erste Probleme mit seinen Freunden, die sich mit Andreas' neuem Lebensstil nicht anfreunden können.
Oftmals ist ja der große Kritikpunkt an verfilmten Biografien, dass sie viele Themen nur anschneiden, sie jedoch zu schnell abhandeln. Zu Beginn scheint Adnan Köses Werk eine willkommene Abwechslung zu sein: Sehr ausführlich wird auf die einzelnen Charaktere eingegangen, so dass man diese schnell lieb gewinnt und die nötige Identifikation vorhanden ist. Leider nehmen sich die Drehbuchautoren diese Zeit nicht bis zum Ende, denn so werden dort einige Dinge zu schnell abgehakt und mindern den bis dahin guten Gesamteindruck ein wenig.
Inszenatorisch kann man den Machern wenig vorwerfen. Die 80er Jahre Optik weiß zu gefallen und auch bei der Musikauswahl hat man ein gutes Händchen bewiesen, was gerade in der Karaokedisco für ein breites Lächeln beim Zuschauer sorgen wird. Zudem stimmt die Stimmung des Filmes, die es schafft einen guten Übergang zwischen amüsanten und dramatischen Szenen zu schaffen, auch wenn man manchmal das Gefühl nicht los wird sich in einer erneuten Rocky-Verfilmung wieder zu finden.
Darstellerisch gibt's wenig zu meckern: Auch wenn Max Riemelt mimisch nicht immer vollends überzeugen kann, macht er dies durch seine liebenswürdige Art schnell wieder wett. Die größte Überraschung des Filmes ist jedoch Axel Stein: Seit jeher bekannt für zotige Filmchen, liefert er in seiner wohl ersten ernsten Rolle eine eindrucksvolle Vorstellung ab, von der man gerne mehr sehen würde.
Lauf um Dein Leben - Vom Junkie zum Ironman erfindet das Rad des Biopics zwar nicht neu, ist jedoch ein durchaus gelungener Genrebeitrag. Hätte man die ruhige Erzählweise bis zum Ende durchgehalten, wäre sicherlich noch mehr drin gewesen, jedoch kann Adnan Köses Spielfilmdebüt auch so etwas mehr als 1,5 Stunden gut unterhalten.