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Staub

(Staub, 2007)

Dt.Start: 21. Februar 2008 Premiere: 04. September 2007 (Venice Film Festival, Italien)
FSK: nicht bekannt Genre: Dokumentation
Länge: 90 min Land: Deutschland
Darsteller: n/a
Regie: Hartmut Bitomsky
Drehbuch: Hartmut Bitomsky


Inhalt

Was hat einen Durchmesser von einem Zehntel Millimeter und wird generell als unerwünschte Materie betrachtet - ganz richtig: Staub. Er ist überall, er ist schwer zu beseitigen und doch ist er oft mehr als bloßer Schmutz. Die Dokumentation beschäftigt sich mit diesem Thema und trifft Menschen, die vom Staub umgetrieben werden: Putzkolonnen, Wissenschaftler, Künstler und ganze Industriezweige.
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Durchschnittliche Redaktionswertung

Staub hat eine durchschnittliche Redaktionswertung von 60%
Keine weitere Wertung

Kritik

von Harald Witz
Staub hat eine Wertung von 60%
Erstaunliches fördert Hartmut Bitomsky bei seiner Fahndung nach einem Alltagsphänomen zutage: Staub! Ob beim Sprengen eines Hauses, dem Zerfall von Uranmunition, dem Kosmischen Staub oder gar Goldstaub - der Albtraum einer jeden Hausfrau ist buchstäblich überall. Und was noch viel schlimmer wiegt, man wird ihn niemals ganz los! Die Dokumentation gibt faszinierende und unterhaltsame Einblicke in ein Thema, das viele am liebsten "unter den Teppich kehren" würden.

Bild aus Staub Staub ist überall, buchstäblich. Doch was ist Staub eigentlich? Stellt man sich die Frage erst einmal, so beginnt die Faszination für derart alltägliches und allumfassendes Phänomen, das die meisten schon gar nicht mehr wahrnehmen. Hartmut Bitomsky, seines Zeichens eigentlich Direktor der dffb (Deutsche Film- und Fernsehakademie Berlin), drehte eine Dokumentation über Staub und seine Bedeutung. Dabei kommt er auf erstaunliche Schlussfolgerungen, die es wert sind, bedacht zu werden. Natürlich denkt man zunächst einmal an den Hausstaub, weshalb Bitomsky und sein Kameramann Kolja Raschke einen echten Putzteufel besuchen. Gnädige Hausfrau öffnet im Wochentakt sogar das Fernsehgerät, um darin zu säubern (über die Gefahren ihres tuns hat sie offensichtlich niemand aufgeklärt). Doch auch der Feinstaub wird begutachtet und erforscht, weil er umweltschädlich ist. Zwar kommt er in der Natur ebenso vor, aber nicht in solchen Konzentrationen und schon gar nicht so viel wie bei der Sprengung eines Gebäudes.

Schon mal über Staub philosophiert? Nein? Gibt Leute, die tun das, während andere die Staub sammeln oder daraus Kunst machen. Natürlich forscht die Staubsauger-Industrie in Sachen Staub, auch hier schaut der Regisseur vorbei. Andere wiederum analysieren die schädlichen Folgen uranhaltiger Munition, die sich im Boden in Staub verwandeln, während Goldschmiede den anfallenden Goldstaub wieder einsammeln und weiterverarbeiten, weil er so wertvoll ist.

Bitomsky fördert Erstaunliches und Unterhaltsames zutage. Staub ist notwendig und in Maßen lebensfördernd, in rauen Mengen allerdings auch tödlich. Dass Hausstaub vornehmlich von Menschen gemacht wird, ist schon eine Allerweltweisheit. Weil es aber so viel über Staub zu berichten gibt, sind seine 92 Minuten knapp bemessen. Bitomsky hastet von Thema zu Thema. Immer wenn es gerade so richtig spannend und interessant wird, hüpft er weiter. Gerne hätte man mehr erfahren. Aber es gibt eben so viel Staub, das ganze Universum ist voll davon!

Die Erkenntnis, dass selbst im staubfreien Raum immer noch Staub vorhanden ist, verweist schliesslich darauf, dass, egal wie man's anstellt, immer ein Rest Staub übrig bleibt. Das bedeutet nicht, dass man fortan die Staubquaddeln nicht mehr auffegen sollte. Vielmehr verweist es darauf, dass der Albtraum für Frau Hausfrau nie aufhören wird und der Staub viel bedeutungsvoller als zuvor angenommen. Noch nie war es so spannend, über ein staubiges Thema so viel Interessantes zu erfahren.



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