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Mit Funny Games U.S. liefert Regisseur Michael Haneke das Remake seines eigenen Films aus dem Jahr 1997.Mit dem Original konnte er das amerikanische Publikum einst nicht erreichen und hofft nun, dass die amerikanisierte Form derselben Geschichte mehr Anhänger finden wird. Dabei gelingt ihm ein Film, der dem Original in nichts nachsteht, und beschert dem Zuschauer ein Horrorerlebnis der besonderen Art.
Haneke erzählt von der Familie Farber, die einen Kurzurlaub in ihrem Ferienhaus verbringen will. Während Vater und Sohn das Boot ins Wasser lassen, bereitet Anne das Essen vor. Kurz nach der Ankunft stehen zwei junge Männer vor der Tür und bitten im Namen der Nachbarn um ein paar Eier. Dass diese Bitte nur ein Vorwand ist, um in das Haus zu kommen, findet Anne recht schnell heraus. Ein merkwürdiges Vorkommnis jagt das nächste und bereits nach kurzer Zeit bringen die zwei Besucher die Familie in ihre Gewalt und setzen sie mit Demütigungen und psychischen Spielchen extrem unter Druck. Sie sehen das Spiel als eine Wette, bei der es um das Überleben der Familie geht. Die Beiden setzen dagegen und so erleben die Farbers die schlimmsten Stunden ihres Lebens.
Das Remake hält sich stark an das Original, ist in seinen Gewaltmomenten aber noch drastischer. Der Horror und psychische Druck fließt langsam in die Geschichte ein. Wiegt man sich zu Anfang noch in Sicherheit, so wird ab dem Auftauchen des ersten Besuchers bereits deutlich, dass dessen freundliche Fassade nicht echt sein kann. Komplett in weiß gekleidet, mit Handschuhen, wirkt das äußere Erscheinungsbild bereits merkwürdig und die unergründliche Ruhe in der Stimme erweckt Unbehagen.
Die Gewalt bricht dann recht plötzlich auf den Zuschauer ein. Dabei ist diese insgesamt recht sparsam gestreut, Grusel erzeugt vielmehr die ruhige, emotionslose Art der beiden Eindringlinge. Es gelingt dem Zuschauer nie, hinter ihre Fassade zu schauen und so kann nur erahnt werden, wie ihr perverses Spiel ausgehen wird.
Ein gelungenes stilistisches Mittel von Haneke ist es, den Zuschauer von Anfang an in den Film mit einzubeziehen und ihm durch rhetorische Fragen der Kriminellen eine Ratgeberfunktion für den weiteren Verlauf des Spiels zuzuteilen. Die reine Betrachterrolle entfällt dabei, vielmehr beginnt man im Geist Antworten auf die Fragen zu suchen.
Die Ängste und Qualen der Protagonisten gewinnen durch das Schauspiel von Watts und Roth an großer Realität. Aber auch der Sohn der Farbers, gespielt von dem 12-jährigen Devon Gearhart, ist überzeugend. So ist es zwar etwas merkwürdig, ein Remake des eigenen Films zu drehen, dafür erlebt der Zuschauer ein Horrorerlebnis, das man so schnell nicht vergessen kann und das dem Original in nichts nachsteht. |