Bevor man sich überhaupt mit dem Gedanken tragen kann, in die Komödie Animal - Das Tier im Manne zu gehen, muß man sich unbedingt im klaren sein, was einen da erwartet. Dabei beziehe ich mich keineswegs auf den Inhalt, sondern auf die beteiligten Personen. Da wäre zum einen Drehbuchautor Tom Brady. Er wagt mit diesem Film seinen ersten Ausflug auf die große Leinwand und konzentrierte sich davor auf die TV Serien The Simpsons und Tim Allen's Home Improvement. Dann natürlich Hauptdarsteller und Drehbuchautor Rob Schneider, ein begnadeter Komiker, der zuletzt die Hauptrolle in Rent a Man bekleidete. Und last but not least Adam Sandler, der Mann der die Nation spaltet. Er fungierte als ausführender Produzent und ließ sich den obligatorischen Cameo Auftritt natürlich nicht nehmen.
Die Geschichte von Animal - Das Tier im Manne ist schnell erzählt: Ein Mann bekommt tierische Organe eingepflanzt und kann seine animalischen Instinkte in der Folgezeit nur schwer unter Kontrolle halten. Diese, für eine Komödie prädestinierte, aber äußerst simple Grundidee reicht dank eines starken Rob Schneider für 85 Minuten Unterhaltung aus. Ihm machte der Film sichtlich Spaß und er konnte sich in den tierischen Grimassen und Verrenkungen ausleben. Wenn er nicht gerade einen Briefkasten oder Ziege vergewaltigte, schwamm er im Tümpel herum und erfreute die Zuschauer am Ufer mit seinen Delphineinlagen. Seine standardgemäße "Hein Blöd Visage" paßte dem Charakter wie angegossen. Auch im Punkto Witz hatte der Film einiges zu bieten: vom tief unter der Gürtellinie ansetzenden Sandler Humor, bis zum Gag mit Köpfchen war alles vertreten. Zu den Highlights des Films zählen ganz klar die derben Michael Jackson Scherze und der Running-Gag mit dem schwarzen Mann. Auch die Slapstickeinlagen der alten Schule, bei denen sich zum Beispiel Rob im Rücken seiner Angehimmelten mit ihrem Affen knüppelt, paßten wunderbar ins Gesamtbild des Films und waren allemal für einen Lacher gut.
Alles in allem trägt Animal - Das Tier im Manne ganz klar die Handschrift von Adam Sandler und Rob Schneider. Die beiden stehen für verspulte, derbe und kurzweilige Komödien, an denen sich die Geister scheiden. Sollte man also kein Freund dieser Art von Unterhaltung sein, kann man den Film getrost aus dem Terminkalender streichen. Wer den beiden allerdings wohlgesonnen ist, der kann sich gelassen zum Kino begeben und sich knappe 90 Minuten schlapp lachen.