Die Freundschaft zwischen Männern und Frauen ist schon lange ein beliebtes Thema in Kinofilmen und da man in den letzten Wochen oder gar Monaten keine flimmernden Bilder dazu gesehen hat, musste wieder neuer Diskussionsstoff her. Wenig verwunderlich präsentiert sich Verliebt in die Braut also romantisch, witzig und ohne große Überraschungen - eben ein Abziehbild der mehrfach erfolgreichen Standard-Geschichte.
Tom ist das Paradebeispiel eines Draufgängers, im College hat er jeden Flur, auf dem Frauen wohnen, schon ausführlich untersucht und die Matratzen in den verschiedensten Zimmern getestet. Doch plötzlich landet er nach einer Party bei der falschen im Bett und zwar bei Hannah. Diese stellt sich selbstbewusst gegen den Draufgänger und geigt ihm ordentlich ihre Meinung - das wiederum imponiert Tom so sehr, dass sie fortan beste Freunde werden.
Einige Jahre später sind die beiden erwachsen und das Sonntagsritual besteht aus Gesprächen und gemeinsamen Aktivitäten - eine scheinbar traumhafte Freundschaft ist entstanden. Tom genießt weiterhin sein Lotterleben und schläft sich mit gewissen Regeln durch die verschiedensten Betten, doch als Hannah für sechs Wochen beruflich nach Schottland muss wird ihm klar, dass er jahrelang seine große Liebe als Freundin hatte. Sobald sie zurückkommt, will er ihr die Liebe gestehen, doch dummerweise hat Hannah in Schottland den Traummann kennen gelernt und kehrt mit einem Verlobungsring am Finger in die Staaten zurück. Doch als ob das nicht Rückschlag genug wäre, soll Tom auch noch als Brautjungfer bei der Hochzeit fungieren...
Wer sich jetzt an Die Hochzeit meines besten Freundes mit vertauschten Rollen erinnert fühlt, der hat den Nagel sehr exakt auf den Kopf getroffen, denn leider erinnert die Geschichte oftmals sehr an den Streifen mit Julia Roberts und Cameron Diaz. Glücklicherweise schaffen es die Hauptdarsteller - allen voran Frauenschwarm Patrick Dempsey - mit überzeugendem Schauspiel dem Abziehbildchen doch noch ein wenig Eigenleben einzuhauchen.
Gerade die Szenen, in denen er versucht eine neue beste Freundin zu finden und die Verzweiflung ihm deutlich ins Gesicht geschrieben ist, wirken im Kontrast zu der heilen Welt mit Hannah besonders intensiv. Aber auch die verzweifelten Versuche, Hannah seine Liebe zu gestehen, wecken in manchem Mann sicherlich Erinnerungen an die eigenen Bekundungen gegenüber der Traumfrau.
Zusätzlich stehen noch gekonnt ruhiger, aber guter Humor mit einigen Brüllern und wunderbar herausgearbeitete romantische Szenen auf der Habenseite des Filmes, sodass Fans von romantischen Komödien sicherlich genau das bekommen, was sie erwarten! Jeder, der aber mit Schnulzen sowieso schon seine Probleme hat, sollte auch Verliebt in die Braut großräumig umgehen, denn viel mehr als die altbekannte Geschichte mit neuen Akteuren steckt auch hier nicht drin.