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Ruinen

(The Ruins, 2008)

Dt.Start: 26. Juni 2008 Premiere: 04. April 2008 (USA)
FSK: ab 16 Genre: Horror, Thriller
Länge: 90 min Land: USA, Australien
Darsteller: Jonathan Tucker (Jeff), Jena Malone (Amy), Laura Ramsey (Stacy), Shawn Ashmore (Eric), Caitlin Stasey (Mayamädchen), Joe Anderson (Mathias), Sergio Calderon (Mayan), Dimitri Baueas (Pablo)
Regie: Carter Smith
Drehbuch: Carter Smith


Inhalt

Während eines Urlaubs im mexikanischen Cancun verschwindet der Bruder von Mathias spurlos. Daraufhin verbündet sich Mathias mit vier amerikanischen Touristen, um bei einer archäologischen Ausgrabungsstätte nach seinem Bruder zu suchen. Als die Gruppe plötzlich von Einheimischen angegriffen wird, flieht sie auf einen Hügel, wo sie unter anderem die Leiche von Mathias Bruder finden. Nachdem ihnen die Einheimischen den Weg abgeschnitten haben, müssen sie dort ausharren, was sich mit der Zeit als tödliches Unterfangen entpuppt.
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Kritik

Ruinen hat eine Wertung von 65%
Wieder einmal werden naive Backpacker ins Verderben geschickt. Ein tief im Urwald von Yucatan gelegener Mayatempel bildet diesmal die Kulisse für den Überlebenskampf todgeweihter Individual-Urlauber. So altbewährt das Konzept auch ist, bietet Werbefotograph Carter Smith mit seinem Regiedebüt Ruinen wirkungsvolle Schockmomente und anhaltende Spannung.

Bild aus Ruinen Von Cabin Fever bis Wolf Creek ist die Botschaft aktueller Horrorfilme, dass scheinbar günstige Wochenendtrips ins Landhaus und Rucksackreisen außerhalb von Amerika mit dem Leben bezahlt werden müssen. Zuletzt mussten wir mit ansehen, wie in Turistas eine Gruppe junger Leute brasilianischen Organhändlern in die Hände fielen. Überraschenderweise hebt sich Ruinen jedoch von vergleichbaren Genrebeiträgen dadurch ab, dass er völlig ohne psychopathische Killer und folternde Sadisten auskommt, sondern sich eher an dem beklemmenden Horror von The Descent - Abgrund des Grauens zu messen versucht.

Die beiden Freundinnen Amy (Jena Malone) und Stacy (Laura Ramsey) und ihre Partner Jeff (Jonathan Tucker) und Eric (Shawn Ashmore) sehen am Pool dem Ende ihres Südamerika Urlaubs entgegen. Als sie den Deutschen Matthias (Joe Anderson) kennen lernen und dieser Ihnen von einer entlegenen Maya-Stätte erzählt, sind sie schnell bereit zu einem letzten Abenteuer aufzubrechen. Matthias' Bruder Heinrich soll mit einer Archäologin bereits in den Urwald aufgebrochen sein. Trotz kleinerer Hindernisse finden sie dank einer Karte tatsächlich die Ruine einer Tempelpyramide. Dort angekommen werden Sie jedoch von Eingeborenen angegriffen und auf das Plateau des Tempels gejagt. Die Indianer schlagen am Fuße dessen ihr Lager auf und lassen keinen Zweifel daran, dass sie niemanden gehen lassen werden. Bald weicht jedoch die unmittelbare Bedrohung durch die Belagerer einer neuen Gefahr.

Wer hier an Geister, Mumien oder leiberzerfetzende Monster denkt, liegt völlig falsch. Zunächst bringen sich die jungen Leute durch leichtsinnige Handlungen selbst in Gefahr. Wobei ihre Entscheidungen aus der Ausweglosigkeit der Situation heraus durchaus nachvollziehbar sind, und nie so konstruiert dümmlich daherkommen wie in Turistas. Die tatsächliche Bedrohung offenbart sich schleichend und hebt in ihrer Unberechenbarkeit die Spannung deutlich. Durch den begrenzten Raum des Tempelplateaus ist der Handlungsspielraum der Story recht klein. Deswegen konzentriert sich die Erzählung auf die Entwicklung der Charaktere. Die Fassade der jungen, gut aussehenden und selbstbewussten Mitzwanziger wird dabei gekonnt zum Einsturz gebracht. Erfrischend radikal erzeugt Carter Smith mit rauen Szenen eine manchmal schwer erträgliche Intensität, ohne Gewaltdarstellungen dabei zum Selbstzweck werden zu lassen. Weit entfernt von Splatter setzt Smith solche Szenen wohl dosiert ein und schafft es mit recht unspektakulären Bildern das Leiden auf der Leinwand fast spürbar zu machen. Wirkungsvolle Schockeffekte, kontrastreiche, körnige Bilder und ein wuchtiger Score runden das harte Gesamtbild ab.

Leider werden Carter Smith und der Oscar-nominierte Drehbuchautor Scott B. Smith mit ihren guten Ideen gegen Ende immer sparsamer. Durch den simplen Schluss und den völligen Verzicht auf eine Deutung des Geschehens, bleibt das etwas unbefriedigende Gefühl ein paar Minuten verpasst zu haben. Hier hätten die Beiden mit Ruinen noch einmal punkten können, um an die Genrereferenz The Descent - Abgrund des Grauens aufzuschließen.

von Linus Reingen


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