Dass der Film Prom Night aus dem Jahre 1980 mittlerweile zum Klassiker avancierte, ist nicht verwunderlich. Spätestens seit entsprechenden Kommentaren in Scream - Schrei! kennt auch die Generation der Post-Teenie-Horror-Streifen Jamie Lee Curtis und ihre berühmten Schreie. Dass ein Remake schief gehen muss, war irgendwie allen klar, doch man gibt die Hoffnung ja nicht auf und darf dann einen Streifen sehen, der trotz niedrigsten Erwartungen so schlecht ist, wie er kaum sein kann!
Was passt nicht in diese Reihe: Horror, Thriller, Splatter, PG-13? Aus irgendeinem Grund glaubten die (offensichtlich betrunkenen) Macher von Prom Night scheinbar, dass so ein Remake eigentlich nur den Namen mit dem Original gemeinsam haben muss. Heraus gekommen ist ein Teenie-Horror der untersten Schublade, der aus Jugendschutzgründen mal eben ohne Blut, Einschusslöcher oder sonstige entwicklungsbeeinträchtigende Szenen auskommt. Da ist der Spaß für Genre-Fans natürlich garantiert!
Doch scheinbar war den Meistern ihres Handwerks diese Lächerlichkeit noch nicht groß genug und sie inszenierten sie neben zigfachen Anschlussfehlern und schlechter Kameraführung auch noch eine marode Geschichte, die nicht einmal ansatzweise Charaktere enthält, die irgendwie interessant sein könnten. Der Killer ist ein liebeswütiger Lehrer, der alles und jeden, der sich zwischen ihn und seine große Liebe Donna (Brittany Snow) stellt, umbringt - die Motivation ist also klar. Dummerweise ist das Drehbuch so oft umgeschrieben worden, dass zwischendrin unschuldige Menschen dran glauben müssen, die den - so die Macher - zielgerichteten Killer keinen Millimeter näher an Donna heranbringen. Dass trotz aufgeschlitzter Hälse und dutzendweise Stichwunden kein Tröpfchen Blut fließt, ist dann natürlich nur im Sinne des Jugendschutzes und daher verständlich.
Dass die Darsteller keine Oscar-reifen Leistungen auf die Leinwand zaubern, war wohl allen vorher schon klar, denn die gesamte Anlage des Filmes lässt keinen über Laiendarsteller-Niveau zu. Warum aber Brittany Snow ein bisschen gut aussehen und Ballkleidchen tragen darf, um dann gemeinsam mit Freundinnen ein wenig besser auszusehen, bleibt wohl das Geheimnis des Regisseurs, denn dieses non-acting ist schockierender als der gesamte Film!
Noch lächerlicher als der Film selbst, sind dann nur die Aussagen der Verantwortlichen über die Relevanz der Prom Night und die elementaren Grundlagen des Horror-Kinos, die sie - nebenbei bemerkt - definitiv nicht verstanden haben! Übrig bleibt also ein schlechter bis ganz schlechter Horror-Film ohne Horror und Blut, sowie ein paar Darsteller/innen, die lustig von links nach rechts und wieder zurück laufen - das erschreckte Gesicht zwischendrin ist schon nicht mehr erwähnenswert. Einen Vorteil hat das Remake aber dennoch: Immerhin kann man nun endlich auch Kleinkinder langsam an das Genre heranführen - dummerweise wird nach diesem Film jeder weitere Besuch eines Kinos sicherlich zur Geduldsprobe, denn wer geht als Opfer schon gerne zurück an den Ort des Schreckens?