Up! Up! To the Sky Poster

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Up! Up! To the Sky

(Up! Up! To the Sky, 2008)

Dt.Start: 10. April 2008 Premiere: 17. Januar 2008 (Festival, Deutschland)
FSK: ab 6 Genre: Drama
Länge: 97 min Land: Deutschland
Darsteller: Katja Riemann (Ida), Max Riemelt (Arnold), Armin Rohde (Emil), Anneke Kim Sarnau (Wanda), Charly Hübner (Raffael), Stephan Kampwirth (Thomas), Matthias Klimsa (Fred), Hildegard Kuhlenberg (Charlotte Böse), Joachim Dietmar Mues (Professor Borgmann), Uwe Rohde (Bauer Böse), Sonia Serrano (Isa), Angelika Thomas (Professor Heuler)
Regie: Hardi Sturm
Drehbuch: Hardi Sturm


Inhalt

Der außergewöhnliche Arnold gilt in seinem Heimatdorf als schrulliger aber liebenswerter Außenseiter und wächst unter der Obhut seiner Mutter Ida und deren langjährigem Verehrer Emil auf. Gegen den Willen seiner Mutter wird er eines Tages in die psychiatrische Abteilung des Landeskrankenhauses eingewiesen und dort von der jungen Ärztin Wanda betreut. Je mehr sie sich mit seinem Fall beschäftigt, desto mehr kommen jedoch ihre Gefühle sowie ich wissenschaftliches Weltbild durcheinander.
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Durchschnittliche Redaktionswertung

Up! Up! To the Sky hat eine durchschnittliche Redaktionswertung von 60%
Keine weitere Wertung

Kritik

von Corinna Mehlert
Up! Up! To the Sky hat eine Wertung von 60%
Arnold ist nervös: Seit er in der Psychiatrie ist, verliert er wichtige Zeit beim Bau seines Fluggerätes. Mit dem möchte er bald aufbrechen und seinem Vater, einem Außerirdischen, auf dessen Heimatplaneten folgen. Als der junge Mann auf ihre Abteilung eingeliefert wird, ist die Ärztin Wanda noch sicher, es mit einem Schwerkranken zu tun zu haben. Doch Arnold sieht nicht nur gut aus, er hat auch gute Argumente für seine Theorie. Wandas Weltbild gerät ins Wanken. Das Kinodebüt des Regisseurs Hardi Sturm ist ein Märchen über die Kraft der eigenen Überzeugung - erzählt mit viel Schönheit und ein bisschen Kitsch.

Bild aus Up! Up! To the Sky "Er hält sich für einen Außerirdischen" lacht Wanda (Anneke Kim Sarnau), die junge Ärztin, als sie ihren Freunden von dem Neuankömmling in ihrer Psychiatrie erzählt. Arnold (Max Riemelt) wird in das marode Gemäuer eingeliefert, nachdem er einen kleinen Jungen aus dem Dorf angegriffen hat, der die Fliegermütze seines verschwundenen Vaters stehlen wollte. Die Mütze legt Arnold auch beim Duschen nicht ab. Ebensowenig wie seine Überzeugungen: Arnold hält sich für den Sohn eines Außerirdischen und möchte diesem zu seinem Heimatplaneten folgen. Vor seinem Eintritt in die Psychiatrie, lebte der junge Mann idyllisch auf dem Land und entwickelte ein Fluggerät für die große Reise. Umsorgt und gepflegt von Mutter Ida (Katja Riemann) und Arzt Emil (Armin Rohde) wartete er auf das bald kommende Zeitfenster in dem er seine Pläne in die Tat umsetzen wollte.

Wandas anfängliche Überzeugung, mit Arnold nur einen weiteren, besonders pikanten Krankheitsfall vor sich zu haben, wandelt sich bald in Faszination. Wenn er sie berührt, sprühen Funken. Und nicht nur das: Arnold hat schlagende Argumente für seine Theorie - seine Berechnungen für den Flug zu seinem Heimatplaneten werden von Experten bestätigt, und auch seine Mutter Ida scheint überzeugt von den Ansichten ihres Sohnes. Bald ist sich Wanda nicht mehr sicher: kann sie der Schulmedizin vertrauen oder steht vor ihr tatsächlich ein verirrter Außerirdischer auf der Suche nach einem Weg nach Hause.

Mit Up! Up! To the Sky hat Regisseur Hardi Sturm ein modernes Märchen inszeniert, in dem Wahn und Wirklichkeit nicht klar voneinander abzugrenzen sind. Ein Mensch, der aus den Normen der Gesellschaft fällt, steht im Mittelpunkt und wird in seiner Weltsicht ernst genommen und respektiert. Ob Arnold zum Schluss tatsächlich in ferne Galaxien reist, bleibt ungeklärt. Es spielt auch keine Rolle. Viel wichtiger sind die menschlichen Beziehungen und der Eindruck, den Arnold auf seine Mitmenschen macht. Und der ist enorm: nicht nur seine Mutter Ida ist ihm ergeben und kämpft für seine Belange, sondern auch Wanda, Emil und sogar Wandas Freund setzen sich am Ende dafür ein, dass ein ungewöhnlicher Mensch seinen ihm vorherbestimmten Weg zu Ende gehen kann.

Ein vom Ansatz her gelungener Film, voller Schönheit und Traurigkeit, aber auch voller Lebenslust. Ein Film, dessen in bräunliches Licht getauchte Spätsommerbilder gefangen nehmen können. Kritische Geister stören sich möglicherweise an der allzu überschwenglich ausgedrückten Liebe Idas, die ihren Sohn immerzu drückt und küsst und ansonsten in wallendem Sommerkleid auf dem Fahrrad sitzend ihre Blümchenunterhose zur Schau stellt. Katja Riemann steht die Rolle der alternativen Landfrau mit dem langen Zopf nicht gut - sie wirkt theatralisch und zu überschwenglich. Aber Mäßigung ist in diesem Film vielleicht auch schwer durchzusetzen. Die Thematik ist so phantastisch, die Dialoge so voller Liebe, dass die Schauspieler einen Anflug von Kitsch vielleicht gar nicht vermeiden konnten. Sogar Max Riemelt, aus Filmen wie Napola - Elite für den Führer als ernsthafter Schauspieler bekannt, schafft es nicht durchgehend sich diesem Vorwurf zu entziehen. Er spielt den Arnold mit naivem Blick, kindlich und manchmal schaut er dann doch ein bisschen zu treuherzig. Aber man muss auch nicht zu streng sein. Märchen sind nun mal bisweilen ein wenig kitschig. Also lehne man sich zurück, blicke Arnold in die treuherzigen Augen und genieße den Film!



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Dt. Start: 02. Sep 2004
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