CJ7 Poster

Film-Seite zu CJ7
Trailer zu CJ7
Poster zu CJ7
Wallpaper zu CJ7
Offizielle Seite
PDF zu CJ7
Forum-Topic zu CJ7

CJ7

(Cheung Gong 7 Hou, 2008)

Dt.Start: nicht bekannt
DVD: 06. November 2008
Premiere: 31. Januar 2008 (Hong Kong)
FSK: nicht bekannt Genre: Komödie, Sci-Fi
Länge: 86 min Land: Hong Kong
Darsteller: Stephen Chow (Ti), Min Hun Fung (P. E. Teacher), Chi Chung Lam (The Boss), Shing-Cheung Lee (Mr. Cao), Jiao Xu (Dicky), Kitty Zhang Yuqi (Miss Yuen)
Regie: Stephen Chow
Drehbuch: Stephen Chow, Chi Keung Fung


Inhalt

Der Witwer Ti wohnt mit seinem Sohn Dicky in einem teilweise zerstörten Haus. Obendrein steckt er in finanziellen Schwierigkeiten, da er Dicky auf eine Privatschule schickt und seinem Chef Geld schuldet. Daher kann er es sich nicht leisten, seinem Sohn Spielzeug zu kaufen und stöbert daher in einer Mülltonne ein seltsames Geschöpf als spielerische Notlösung für Dicky auf. Wie sich jedoch herausstellt, ist dieses Geschöpf ein Außerirdischer, der das Leben der beiden fortan gehörig durcheinander wirbelt.
Shopping-Box
DVDs zu CJ7 Amazon-Shop
zum Film
Merchandising zu CJ7 Poster & Merchandise
zum Film
CJ7 bei eBay Artikel bei eBay
zum Film
CJ7 bei Billiger.de Preisvergleich
für den Film

Durchschnittliche Redaktionswertung

CJ7 hat eine durchschnittliche Redaktionswertung von 75%
Keine weitere Wertung

Kritik

von Harald Witz
CJ7 hat eine Wertung von 75%
Auch wenn sein Vater Ti (Stephen Chow) schrecklich arm ist und sich als Tagelöhner verdingt, ermöglicht er doch seinem Sohn eine Ausbildung an einer Eliteschule. Dort wird der kleine Dicky (Xu Jiao) allerdings kräftig gehänselt. Eines Tages bringt Ti vom Schrottplatz ein merkwürdiges Spielzeug mit nach Hause, das sich als Wesen mit allerlei Kräften herausstellt. Das Knuddel-Alien stellt fortan das Leben der beiden ganz schön auf den Kopf. Der erfolgreichste und bekannteste Komiker Asiens legt mit CJ7 einmal mehr einen echten Blockbuster vor. Als liebevoll-leichte Familienunterhaltung unterhält seine Fantasy die großen wie die kleinen Zuschauer.

Bild aus CJ7 Im Prinzip ist Stephen Chow einer der bekanntesten Komiker auf diesem Planeten. Allerdings ist sein Reich der Pacific Rim, die Anrainerstaaten des Pazifischen Ozeans. Dort brechen seine Filme seit 20 Jahren regelmäßig die Rekorde. Das ist unseren westlichen, auf Hollywood fixierten Medien natürlich lange verborgen geblieben. Erst als Hollywood in den Neunziger Jahre seine Finger nach asiatischen Stars ausstreckte, nahm man mit erheblicher Verspätung den Komiker auch hierzulande wahr (Shaolin Kickers, 2001) Mit dem in Hongkong hergestellten Kung Fu Hustle (2004) gelang ihm auch an der US-Boxoffice ein Top 10-Hit (Platz 5 und ein weltweites Einspiel von $100 Mio.), das seinen Weg bis in unsere Kinos fand.

Allerdings stand und steht Chows großer Hollywood-Durchbruch noch immer aus. Anders als bei seinen alten Kumpels Jackie Chan und Chow Yun-fat mag sein US-Engagement partout nicht zünden. Zuletzt machte er zumindest als Produzent der amerikanischen Realverfilmung Dragonball Evolution von sich reden. Doch der Flop stärkt nicht gerade seine Position.

Der Frust über Hollywood, der auch seinen alten Kumpel Chow Yun-fat zwischenzeitlich befallen hat, trieb Chow bereits mehrmals zurück nach Hongkong. Von dort meldet er sich mit ungebrochener Lust auf Komödien zurück. Mit der für seine Verhältnisse sehr leichten und harmlosen Familienunterhaltung CJ7 eroberte er in ganz Asien ein neues, jüngeres Publikum, das mit seinem Namen dank seiner mangelnden Präsenz (3 Filme in zehn verlorenen Hollywood-Jahren gegen über ungefähr drei pro Jahr während der Neunziger) noch nicht so viel anfangen kann.

Erstmals hält er sich vornehm im Hintergrund und überlässt seiner jungen Filmpartnerin - Xu Jiao in der Rolle von Dicky - das Rampenlicht. Hier drückt sich durchaus Berechnung aus, denn CJ7 soll eine weitere Visitenkarte für zukünftige Hollywood-Engagements sein. Man spürt förmlich, dass er das Credo des US-Entertainments in der Zwischenzeit verinnerlicht hat. Es ist eine Komödie, die sich dem früheren mitunter chaotischen Überschwang verweigert, auch was die Komik angeht. In seiner Hochphase ging es bei Chow durchaus deftig zu.

Auch das Ziel einer massentauglichen Familienunterhaltung exponiert das Werk in der bisherigen Filmographie. Stephen Chow hatte bereits Mitte der Neunziger Jahren die Genre-Satire in eine Höhe getragen, wie sie erst wieder von Stiller, Ferrell und Konsorten im neuen Millenium erreicht wurde. From Beijing with Love (1994), Hail the Jugde (1994) oder Forbidden City Cop (1996) sind neben God of Cookery, für das Chow seit langem ein Remake plant, herrliche Verballhornungen bekannter Subgenres.

Die besondere Note von CJ7 liegt im Thema Armut, das Chow auch in anderen Werken immer wieder andeutet. Hier spielt er den armen Ti, der sich als Tagelöhner verdingt und in einem Abbruchhaus wohnt, das wenige verdiente Geld aber ganz in die Ausbildung seines Sohnes Dicky steckt, der so eine angesehene Eliteschule besuchen kann. Dort wird das aufgeweckte Kerlchen aber nicht glücklich. Seine Mitschüler hänseln ihn fortwährend wegen seiner abgetragenen Klamotten und seiner Mittellosigkeit, die teure Statussymbole nicht erlaubt. Nur die süße Lehrerin Miss Yuen (Kitty Zhang) unterstützt den fleißigen Schüler mit den Kulleraugen. Eines Tages kehrt Papa Ti von seinem "Recherche-Ausflug" auf dem lokalen Schrottplatz zurück und hat für seinen Sohn ein Geschenk dabei: ein kleiner, seltsamer Roboter in Form eines wuseligen Hundes.

Das richtige Geschenk, nachdem Dicky in der Schule wieder einmal ohnmächtig erleben musste, wie der Schulangeber und seine Kumpels mit seinem neuesten Hightech-Spielzeug geprahlt und sich über ihn lustig gemacht haben. Das seltsame Ding stellt sich nämlich als quietschlebendig heraus. Für Dicky ein rechter Schock, so dass er sich erstmals im Schrank versteckt. Doch das niedliche Wesen mit der Antenne am Wuschelkopf hat ganz besondere Kräfte. Die wirbeln nicht nur die kleine Bude der Mini-Familie durcheinander, sondern auch bald den Rest ihres Lebens...

Das süße Märchen mit den magischen CGI-Effekten demonstriert nicht nur die gestiegenen, technischen Möglichkeiten des Filmlandes Hongkong, sondern einmal mehr auch die Routine von Filmemacher Chow im Umgang mit CGI-Filmtechnik. Schnörkellos und zielgerichtet inszeniert Chow eine Fantasy für Familien und Kinder ab 6 Jahren. Dabei ruht die Last der Handlung ganz auf den schmalen Schultern der kleinen Xu Jiao. Chow selbst begnügt sich mit der väterlichen Nebenrolle, die ihm genügend Raum für die vollständige Kontrolle des effektreichen Projektes lässt.

Groß und Klein lachen vornehmlich über Situationskomik und Slapstick-Gags, die mit Computereffekten ins Absurde gesteigert werden. Heimlicher Star ist das grünlich-runde Unikum mit der Löwenmähne, den E.T.-Augen und Piepstönen. Das muss einiges aushalten und wächst dank seines hohen Niedlichkeitsfaktors à la "Little Kitty" den Zuschauern sofort ans Herz. Darüber hinaus orientiert sich Chow bei der Charakterisierung der Minifamilie an Charlie Chaplins sozialkritischen Stummfilm-Komödien und zieht alle mit einer sanften Melancholie auf seine Seite.

Gleichwohl gelingt es Chow immer wieder elegant all die westlichen Elemente und Stilmittel ins asiatische Ambiente zu integrieren, was der Komödie eine exotische Note verleiht. Auch kippt er die scheinbare Filmrealität dank gewitzter Einfälle gerne ins Absurde, so dass die schräge Komödie immer eine gewisse Unberechenbarkeit besitzt. Dieser typische Stephen Chow-Touch, der dem Werk bei aller Märchenhaftigkeit eine überaus moderne Note verleiht, bleibt diesmal eher unverbindlich und harmlos. Hier ist es zum Beispiel eine übergroße Mitschülerin, die ihr Herz an Dickie verliert und ihn vor den anderen beschützt.

Die Botschaft von der Notwendigkeit, den Blick auf das Herz eines Menschen und nicht auf seine Brieftasche oder Äußerlichkeiten zu lenken, wird aus längst bekannten Motiven entwickelt, die sich um Liebe, Freundschaft und Menschlichkeit drehen. Gleichzeitig zeichnet Stephen Chow auch die zunehmende Emanzipation des kleinen Jungen als zarte Coming of Age-Geschichte nach. So versteht er es mit seiner leichtfüßigen Fantasy alle Zuschauerschichten zu erreichen, sich bei den Stilmitteln aus Hollywood zu bedienen und doch einen chinesischen Film, eine echte Stephen Chow-Komödie, zu machen.

CJ7 lief 2008 erfolgreich auf dem ASIA Filmfest, doch der deutsche Verleih konnte sich nicht zu einem Kinostart durchringen. Das lag wohl daran, dass der Film an den US-Kassen massiv floppte, obwohl er in Asien bis dahin fast $50 Mio. eingespielt hatte. Hierzulande wird das Potenzial des chinesischen Komikers nun wahrscheinlich durch einen marketingfreien DVD-Start weit unter Wert verschenkt. Schade.



Weitere interessante Filme




Film vorschlagen
Shaolin Kickers
Dt. Start: 11. März 2004
Vorschlag entfernen
 
 
 
 
 

© 2012 MovieMaze.de