|
Roger Donaldson, der zuletzt Mit Herz und Hand inszenierte, greift nun die Ereignisse eines spektakulären Londoner Bankraubes in den 70er Jahren auf. Dass er hierbei mit Zeitzeugen arbeitet, die selbst bei dem Einbruch beteiligt waren, sorgt für die notwendige Authentizität und gibt dem Film ein besonderes Flair. Gepaart mit einem guten Jason Statham in der Hauptrolle entwickelt sich ein durchdachtes Heist-Movie, das einen Kinobesuch wert ist!
Terry Leather (Jason Statham) ist ein Kleinkrimineller, der mit einer Autowerkstatt zumindest ansatzweise ein normales Leben führen will. Doch durch Schulden bei einem Unterwelt-Boss gerät er zunehmend in die Klemme. Als dann seine alte Freundin Martine Love auftaucht und die Idee eines Bankraubes aufwirft ist der Mechaniker zunächst kritisch, aber auf Grund der finanziellen Lage ziehen er und ein paar Freunde die Sache durch.
Die Idee ist durch einen Tunnel in die Llodys Bank in der Baker Street einzubrechen. Dazu mieten sich die Gangster einen Laden und graben über den Keller, unter dem benachbarten Chicken Inn hindurch und stoßen durch den Boden direkt in den Tresorraum der Bank. Doch als sie dann nach einigen kleinen Problemen endlich im Tresorraum sind, beginnen die richtigen Sorgen...
Die Geschichte dieses spektakulären Bankraubes wurde bereits mehrfach in Drehbüchern verarbeitet und so überrascht es nicht, dass einen die Story sehr stark an Filme wie The Last Tunnel oder Schmalspurganoven erinnert. Dennoch ist Bank Job ein wenig anders, denn auch wenn der Titel wenig aufregend und sehr einheitlich klingt, so wurde doch sehr viel wert auf Detailtreue gelegt und die Rahmengeschichten um die anzüglichen Fotos der königlichen Tochter und hohen Staatsmännern sowie den diplomatischen Verwirrungen um die korrupte Polizei verleihen dem Film ein eigenes Flair. Er beginnt eben dort, wo die anderen Streifen enden: Im Tresorraum der Bank!
Auch wenn der Film nicht vor Spannung strotzt und gerade am Anfang einiges an Eingewöhnungszeit braucht, so will man als Zuschauer im weiteren Verlauf immer mehr und kann dann auch nicht mehr loslassen. Verantwortlich dafür ist sicher auch die einfache aber effektive Erzählweise von Regisseur Roger Donaldson, der die verschiedenen Thematiken nicht wirr ineinander mischt, sondern das Kinopublikum regelrecht an der Hand nimmt und einen niemals im Unklaren darüber lässt, welcher Plan als nächstes abzuarbeiten ist.
Unterstützt wird die Geschichte von den Darstellern, die in ihren Rollen zwar manchmal ein wenig eindimensional bleiben, aber dem Spaß und Thrill keinen Abbruch tun. Untereinander harmonisieren sie sehr gut und auch wenn am Ende die eine oder andere Gefühlsregung mehr sicherlich nicht geschadet hätte, so bleibt der Großteil der Handlungen doch direkt nachvollziehbar und bildet damit Identifikationsfiguren.
Bank Job ist kein echtes Highlight im Heist-Genre, bietet Fans aber ein schönen britischen Film, der durch die verschiedenen Plot-Twists einen Abend durchaus zu füllen vermag. Wer sich allerdings nur mit der eigentlichen Tunnelgrabaktion und dem Bankraub selbst anfreunden kann, dem wird der eigentliche Film deutlich zu lang und ausgearbeitet vor kommen. |