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Krabat

(Krabat, 2008)

Durchschnittliche Redaktionswertung

60%



Inhalt

Im Zuge des Dreißigjährigen Krieges wird ein 14-jähriger Waisenjunge namens Krabat von einer inneren Stimme zu einer mysteriösen Mühle geführt. Der Müller empfängt ihn mit düsterer Miene und Krabat trifft im Innern der Mühle auf eine Runde schweigender Gestalten. Schon bald lernt der hart arbeitende Krabat ihr Geheimnis kennen: Er ist in einer Zauberschule, in der die Kunst der schwarzen Magie gelehrt wird, gelandet. Zunächst fasziniert ihn die Zauberkunst, doch als eines Tages dem Bauernmädchen Kantorka begegnet und sich in sie verliebt, bekommt er den Zorn des Müllers zu spüren und erkennt, worauf er sich eingelassen hat.

Kritik

von Dimitrios Athanassiou

Wertung Kritik

60%

Zauberlehrlinge sind dieses Jahr gefragt. Im November sollte der von den Fans sehnlichst erwartete Harry Potter und der Halbblutprinz in den deutschen Kinos anlaufen - wurde aber verschoben -, und im Zuge dessen schien es Zeit für eine deutsche Variante des Themas. Allerdings geht der deutsche Zauberazubi Krabat auf eine Romanvorlage zurück, die deutlich älter ist, als die literarischen Elaborate J. K. Rowlings, und im Gegensatz zu den Harry Potter-Verfilmungen eine deutlich bodenständigere Geschichte, eingebetet in einen realen historischen Kontext, abliefert. Das verhilft der Geschichte zu einem gewissen Maß an Glaubwürdigkeit, ermangelt aber, dank spärlich eingesetzter visionärer Elemente, eines kraftvollen, in die Grundstimmung passenden Darkfantasy-Flairs.

Bild aus Krabat Es ist die Zeit des Dreißigjährigen Krieges: Die Kämpfe haben Land und Menschen ausgehöhlt. Wie "Reiter der Apokalypse" wüten Hunger, Krankheit, Elend und Tod unter der Bevölkerung. Mit 14 verliert Krabat (David Kross) seine Mutter. Die Pest hat sie dahingerafft. Gemeinsam mit zwei anderen Waisen zieht er fortan durch die karge winterliche Einöde. Nachts kauern sie aneinandergeschmiegt in aufgegebenen Behausungen, zittern und bibbern sich ohne Hoffnung in einen unruhigen und hungrigen Schlaf. Krabat plagen Visionen. Eine Schar Raben sucht ihn in seinen Träumen heim. Redet zu ihm, will ihm einen Weg weisen. Er verlässt seine Gefährten, folgt den Vorahnungen und gelangt zu einer alten Mühle. Der Müllermeister (Christian Redl), ein stämmiger und grimmig dreinschauender Mann mit Augenklappe, empfängt ihn freundlich, bietet ihm Essen an und ein Bett für die Nacht. Wenn Krabat will, könne er bleiben, Lehrling werden. Die Gesellen, elf an der Zahl, bringen Krabat anfänglich wenig Sympathie entgegen, vielmehr beäugen sie ihn ständig misstrauisch und foppen ihn. Auch untereinander gibt es wenig Freundschaft.

Auf der Mühle gehen merkwürdige Dinge vor: Es gibt einen Raum, den Krabat nicht betreten darf und in jeder Vollmondnacht bringt ein schwarzer Wagen, den ein unheimlicher Kutscher steuert, eine furchtbare Fracht: menschliche Knochen, aus denen Mehl gemahlen wird. Dieser Platz ist ein Hort finsterer Magie, und nachdem Krabat sich ein Jahr als Lehrling bewies, darf er, gemeinsam mit den anderen Gesellen, die schwarze Kunst erlernen. Eines der außergewöhnlichen Kunststücke, die er zu beherrschen lernt, ist die Verwandlung in einen Raben. Was aber auf den ersten Blick nach einem Privileg aussieht, erweist sich als Fahrkarte ins Nirgendwo. Immer zum Jahreswechsel geht der Tod unter den Gesellen um. Nur den Meister trifft es nie. Und jedes Jahr wird er aufs Neue verjüngt. Krabat will aussteigen. In einem Dorf in der Nähe hat er ein Mädchen, Kantorka (Paula Kalenberg). Mit ihr gemeinsam will er ein normales Leben führen, aber wen der Meister erstmal in seinen Fängen hat, lässt er nicht mehr los. Ein Zweikampf bahnt sich an: Krabats Kräfte wachsen zusehends, aber der Meister ist ein mächtiger Gegner.

Der gleichnamige Roman Ottfried Presslers, aus dem Jahr 1971, gehört zu den erfolgreichsten deutschen Jugendbüchern. Seit über 20 Jahren hat sich Krabat an deutschen Schulen als Unterrichtslektüre etabliert. Weltweit wurden schätzungsweise 1,8 Millionen Exemplare verkauft und in 31 Sprachen übersetzt. Jetzt gelangt der Stoff auf die Kinoleinwand und versucht den Spagat zwischen genreübergreifendem Fantasyabenteuer und mit Liebesgeschichte gewürztem Jugenddrama. Eine Geschichte rund ums Erwachsenwerden, der Definition und Behauptung des eigenen Ichs und notwendigen moralischen Entscheidungen, die es zu treffen gilt. Eine alltägliche Geschichte, eingebettet in einem "Magiedrama".

Visuell erinnern die Landschaftsbilder in Krabat an Motive, die man aus der Herr der Ringe-Trilogie kennt. Das braucht nicht verwundern: machte man sich akribisch auf die Suche nach einem Schauplatz, der genau die Optik garantieren würde, die man für die besondere Atmosphäre des Films benötigte. Fündig wurde man in den Rumänischen Karpaten. Diese urtümliche Landschaft aus sich weit erstreckenden bewaldeten Hügelketten, ohne Spuren menschlicher Besiedelung, entfaltet einen wilden Charme und liefert einen eindruckvollen Hintergrund für Mythen und Legenden. Ein wiederkehrendes, übersinnliches Motiv sind die Raben. Diese gelten in vielen Kulturen als außerweltliche Wesen, die sich zwischen Realitäten bewegen können. Um die Verwandlungssequenzen möglichst lebendig und real erscheinen zu lassen, griffen die Special-Effects Zauberkünstler auf Computerunterstützung zurück. Das Resultat sieht überraschend gut aus. Allerdings sind ebendiese Effekte auch die einzigen Highlights. Krabat ist wahrlich kein visuelles Feuerwerk. Ob der Film sich absichtlich tricktechnisch zurückhält, um den Schwerpunkt auf Story und Entwicklung der Figuren zu legen, oder aus der üblichen Budgetschwäche deutscher Produktionen heraus nicht anders kann, mag dahingestellt sein.

Leider aber können ebenso weder Dramaturgie noch Plot durchgängig überzeugen. Der Roman spricht eine Zielgruppe zwischen 11 und 13 Jahren an, der Film aber scheint den Anspruch zu haben, auch ältere Jugendliche gewinnen zu wollen. Ob das gelingen kann, erscheint fragwürdig. Die Teenager jenseits der 13 dürften heutzutage Effekt- und Actionverwöhnt sein und durch den bebrillten Zauberschüler aus Hollywood visuell ein ganz anderes Kino erwarten. Die Darsteller liefern zwar eine passable Leistung ab, der Geschichte mangelt es dennoch an Dynamik und mitreisender Kraft. Es werden sich wohl letzten Endes hauptsächlich Schulklassen in die Lichtspielhäuser verirren - auch wenn das ganze gar nicht schlecht gemacht ist.

Keine weitere Wertung


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Dt. Start: 05. Jan 2006
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