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Fleisch ist mein Gemüse

(Fleisch ist mein Gemüse, 2008)

Dt.Start: 17. April 2008
DVD: 20. November 2008
Premiere: 17. April 2008 (Deutschland)
FSK: ab 12 Genre: Komödie, Drama
Länge: 101 min Land: Deutschland
Darsteller: Heinz Strunk (Heinz Strunk), Maxim Mehmet (junger Heinz Strunk), Andreas Schmidt (Gurki), Oliver Bröcker (Norbert), Jona Mues (Jens), Martin Brauer (Torsten), Susanne Lothar (Mutter), Anna Fischer (Jette), Livia S. Reinhard (Rosi), Susanne Bormann (Anja), Victor Choulman (Der Grieche Schorsch), Tina Engel (Chefin Dt. Haus), Stephan Kampwirth (Polizist), Timo Dierkes (Arzt), Rocko Schamoni (Schützenkönig), Veit Stübner (Schützenwirt)
Regie: Christian Görlitz
Drehbuch: Christian Görlitz


Inhalt

Im Schatten von Bandleader Gurki tingelt der schüchterne Heinz als Musiker von Schützenfest zu Schützenfest und scheint in einer Welt aus Korn, Klaus und Klaus und Koteletts unterzugehen. Auch privat läuft es alles andere als fein. Die Frau Mama, bei der Heinz noch lebt, leidet unter allerhand psychischen wie physischen Makeln und nur die Begegnungen mit der labilen Nachbarin Rosi bringen Abwechslung in das triste Leben. Dann aber wagt Heinz den Absprung und versucht mit den Sängerinnen Anja und Jette auf eigene Faust den Durchbruch zu schaffen.
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Durchschnittliche Redaktionswertung

Fleisch ist mein Gemüse hat eine durchschnittliche Redaktionswertung von 65%
Keine weitere Wertung

Kritik

von Andreas Jaschke
Fleisch ist mein Gemüse hat eine Wertung von 65%
Nach dem mit zweihundertfünfzigtausend verkauften Exemplaren zum Bestseller avancierten Buch "Fleisch ist mein Gemüse", kommt nun der gleichnamige Film in die Kinos. Alle, die schon das Buch geliebt haben, werden sich sicher auch im Film amüsieren. Der trockene Witz blieb erhalten. Allerdings ist auch die Struktur fast gleich geblieben und diese ist keine filmische, was zur Folge hat, dass sich der Film an einigen Stellen zieht wie Kaugummi.

Bild aus Fleisch ist mein Gemüse Fangen wir mit dem Guten an. Selbstverständlich ist der Film, genauso wie das Buch, eine sehr gut beobachtete, mit vielen skurrilen Details gespickte, Abrechnung mit dem tristen Leben in der Norddeutschen Tiefebene. Den Gimmick, das Thema über eine von Dorf zu Dorf tingelnde Band ("Tiffanys", nicht "Die Tiffanys"!) zu erzählen, ist schon im Buch sehr gelungen. Denn somit kann man den Alltag auf dem Lande bei dessen höchster Eruption, nämlich der Kirmes, beobachten. Alles, wofür dieses Provinzielle steht- Engstirnigkeit, Vereinsmeierei, Sexismus, Langeweile, Deutschtümelei, strenge Hierarchie usw.- bringt auch der Film ziemlich gut rüber. Dass das Ganze mit einer gehörigen Portion bissigen Humors garniert ist, klingt auch erst einmal richtig und gut.

Zum zweiten Positiven, die Schauspieler: Der in Kassel geborene Maxim Mehmet verkörpert diesen Heinz Strunk in mehrfacher Weise sehr gut. Zum einen meine ich das Spiel, welches natürlich und glaubwürdig ist, aber vielmehr ist er auch einfach sehr gut besetzt als norddeutscher Typ vom platten Lande. Die perfide Mischung, dass dieser eigentlich hübsche Kerl so derartig mit Aknekratern gespickt ist, ruft beim Zuschauer durchaus zusätzlich Sympathien hervor. Zudem überzeugt Susanne Lothar als psychotische Mutter, was sie allerdings schon in ähnlichen Rollen oft unter Beweis gestellt hat, genauso wie die viel zu selten gesehene Susanne Bormann als Sängerin Anja. Auch die Bandkollegen (allen voran Oliver Bröcker) zeigen gutes Schauspiel. Lediglich Andreas Schmidt als Gurki, dem Chef von "Tiffanys", hätte hier und da einen Gang runter schalten müssen, um nicht dauerhaft ähnlich übertrieben lustig zu wirken. Dies ist aber kein Vorwurf an ihn, sondern an die Regie.

Und hier sind wir schon beim ersten kritischen Punkt. Ich halte überhaupt nichts davon, dass das Medium, für welches ein Regisseur arbeitet, festgelegt oder gar vorbestimmt sei. Allerdings sollte doch ein Kinofilm immer einen bestimmten Mehrwert haben, so zum Beispiel in der Umsetzung des Optischen. Und hier ist, bis auf wenige schon im Buch gut beobachtete Details, sehr wenig geboten. Der Einfall, Heinz Strunk selber in einer Art Rahmenhandlung auftreten zulassen, ist kein sehr schlechter Einfall, darf aber nicht das einzig Innovative des Filmes sein.

Des Weiteren ist der Film wenig entschlossen, oder besser gesagt unausgewogen, welche Richtung die TragiKomödie nehmen soll. Denn die lustigen Szenen sind viel zu ausgestellt, um zu den ernsten zu passen. Diese wiederum haben dann oft zu wenig Tiefe, um wirklich zu bewegen. Zudem setzt der Film überhaupt keine Akzente. So gut wie alle Szenen, alle Figuren, und alle Nebenhandlungen sind enthalten. Hier hätte eine "Entlüftung" gut getan. Alles in allem kein großes Ärgernis, aber auch kein großer Film. Vielleicht etwas für den ermäßigten Kinotag.



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