Sex, Liebe, Mode, Männer und vier starke Frauen, die in New York leben und mit all dem zu kämpfen haben. Das war Sex and the City im Fernsehen und das ist es auch auf der großen Leinwand. Vier Jahre nachdem die letzte Folge der beliebten Serie im Fernsehen ausgestrahlt worden ist, melden sich Carrie, Samantha, Charlotte und Miranda genauso spritzig und glamourös zurück, wie man sie in Erinnerung hatte.
1998 startete eine TV-Serie über vier starke Single-Frauen in New York, die sich ohne Mann, aber mit Hilfe ihrer Freundinnen, durch das harte Leben kämpfen und dennoch immer nur das eine suchen, die Erfüllung ihrer Träume. Dass die Euphorie und Liebe der Fans bis 2004 und sechs Staffeln lang anhalten würden, hatte keiner geahnt. So ist es kaum verwunderlich, nachdem bereits Speed Racer und Hulk den Sprung von der TV-Serie zum Kinofilm geschafft haben, dass wir die vier Freundinnen nun auf der großen Leinwand begrüßen dürfen. Die Tatsache, dass beinahe die komplette Crew, die schon an der Serie beteiligt war, auch an dem Film mitgearbeitet hat, inklusive aller Schauspieler und Sets, ist allerdings neu und dürfte gerade für die Fans ein willkommenes Geschenk darstellen.
Wir treffen Carrie Bradshaw, Samantha Jones, Charlotte York und Miranda Hobbes nach genau vier Jahren wieder. Natürlich hat sich in dieser Zeit einiges verändert. Carrie hat ihre Kolumne aufgegeben, aber dafür bereits drei Bestseller geschrieben und plant nun mit Mr. Big zusammenzuziehen, Miranda lebt mit Steve und Brady in Brooklyn und ist von der Rolle als arbeitende Mutter total überfordert, Charlotte lebt glücklich mit Harry und ihrer Adoptivtochter Lily aus China und Samantha ist ihrer Liebe, dem Schauspieler Smith, nach Los Angeles gefolgt und lebt dort nun entgegen ihrer Gewohnheit monogam. Doch eines wird sich wohl nie ändern, die vier sind immer noch Freundinnen und treffen sich regelmäßig, um zu quatschen und zu tratschen. Doch wie das Leben nun mal so spielt, ist nicht immer alles Gold was glänzt. So plant Carrie eine riesige Hochzeit mit Mr. Big, die diesem über den Kopf wächst, was dazu führt, dass er zum Termin nicht erscheint. Auch für Amanda läuft nicht alles so toll: Steve gesteht ihr, dass er sie betrogen hat woraufhin sie ihn vor die Tür setzt. Und Samantha leidet langsam aber sicher unter ihrer Beziehung, da ihr die Freiheit und der Sex mit anderen Männern fehlt. Nur Charlotte scheint das große Los gezogen zu haben, sie ist endlich doch noch schwanger geworden. Doch das Leben der vier Damen geht weiter, mit oder ohne Männer. Für Carrie bildet ihre neue persönliche Sekretärin, Louise, eine zusätzliche feste Größe in ihrem "neuen" Leben, dabei leidet diese genauso unter einem gebrochenen Herzen. So durchlaufen die Frauen Höhen und Tiefen und finden im Endeffekt doch alle wieder zurück ins Glück.
Die Tatsache, dass fast die ganze Original-Crew an dem Kinofilm gearbeitet hat, kommt diesem sicherlich zu Gute. Mit viel Liebe zum Detail wurden alle alten Sets, wie Carries Appartement oder Charlottes Wohnung, wieder so aufgebaut, wie sie in der Serie gewesen sind. So musste beispielsweise Carries Tisch, der nach Beendigung der Dreharbeiten zur Serie an das Smithsonian-Museum in Washington, D.C. übergeben worden war, mit viel Überredungskunst für die Zeit des Filmdrehs zurückgeholt werden. Auch die Charaktere, die noch immer von denselben Schauspielern dargestellt werden, haben sich nur um vier Jahre weiter entwickelt. Somit haben es Michael Patrick King und seine Crew geschafft, die Serie auf die große Leinwand zu projizieren, ohne dass dies auf die Kenner der Serie unnatürlich oder falsch wirken würde. Dabei wurde aber auch Sorge getragen, dass Leute, die nicht regelmäßig oder gar nie Sex and the City im Fernsehen gesehen haben, die Geschehnisse mitverfolgen können. Hierfür werden im Vorspann durch Einblendung von Ausschnitten der Serie die wichtigsten Informationen zusammengefasst, die jeden auf den aktuellen Stand bringen.
Während es um ihre Kolleginnen Kim Cattrall (Die Eisprinzessin), Kristin Davis (Shaggy Dog - Hör mal wer da bellt) und Cynthia Nixon (Das Traum-Date) seit dem Ende der Serie eher ruhig geworden ist, konnte sich Sarah Jessica Parker in Filmen wie Zum Ausziehen Verführt oder Smart People die Hauptrollen sichern. Für Sex and the City aber kamen sie alle wieder zusammen und schlüpften in ihre alten Rollen, als gäbe es nichts Selbstverständlicheres. Somit schaffen sie es ihre Charaktere kinoreif zu präsentieren und über die gesamte Laufzeit zu begeistern. Als neues Gesicht in New York gibt sich Jennifer Hudson (Dreamgirls) als Louise aus St. Louis die Ehre. Sie führt die verzweifelte Carrie nach dem Desaster mit Big zurück in ein geordnetes und strukturiertes Leben. In ihrer Rolle als liebenswerte Sekretärin, die in die Großstadt gekommen ist, um ihre große Liebe zu finden (wie es einst die vier Hauptcharaktere auch getan haben), fügt sie sich super in das Gesamtbild und heitert die geknickte Carrie nicht nur auf, sondern klärt sie auch über die Möglichkeit auf, sich Designer-Taschen zu mieten, wenn man sie sich nicht leisten kann.
Alles in Allem bietet der Kinofilm nicht viel Neues, bringt aber, vielleicht genau deshalb, über die gesamte Laufzeit jede Menge Gefühle, Mode und einfach nur Spaß, so wie man es aus der Serie gewohnt ist. Für Fans ist er ein absolutes Muss, aber auch jeder sonst, der sich aus seinem stressigen Alltag oder einem verregneten Sonntag retten, oder einfach mit seinen Freunden einen lustigen Abend verbringen möchte, ist in dieser locker leichten RomCom sicherlich gut aufgehoben. Also, die Cosmopolitans zur Hand, lets get Carried away!