Seit fast zwei Jahren strickt Michael "Bully" Herbig an seinem Traumprojekt Der Schuh des Manitu. Nun ist es ihm endlich gelungen seinen Traum in die Realität umzusetzen und wie erwartet ist der Film die Legende. Wie sollte es auch anders sein, denn hinter diesem Film stecken die Macher der einzig wahren TV-Sendung im deutschen Fernsehdschungel: Die bullyparade. Da kann kommen was will, die bullyparade wird angeschaut, Ausreden zählen nicht. Wenn Bully, Christian Tramitz und Rick Kavanian ein halbe Stunde lang über die Mattscheibe klamauken, dann heißt das Alarmstufe Rot für die Lachmuskeln. Aber genug der schmeichelnden Worte, zurück zum Thema des heutigen Tages, zurück zu Der Schuh des Manitu. Also, redma drüber:
Spätestens seit Bully's erstem Regiestreich Erkan & Stefan ist bekannt, daß der Mann zu den kreativsten Regisseuren Deutschlands zählt. Er schreckt nicht davor zurück, einmal etwas neues Auszuprobieren oder einfach mal einen bißchen Hollywood nach Deutschland zu holen. Diese Mischung aus altbewährten, visionären und verspielten Kamerafahrten macht seine Filme optisch äußerst ansprechend und das Zuschauen macht richtig Spaß. Apropos Spaß, das ist genau das richtige Stichwort, um zur Story überzugehen. Zunächst muß ich ein großes Lob an die Drehbuchautoren loswerden, ihnen ist es nämlich blenden gelungen, einen 2-Minuten Sketch zu einem Spielfilm auszudehnen. Sie nahmen sich das altbekannte Westernthema von der Schatzsuche vor, mengten noch ein paar andere typische Klischees bei und komplettierten das fertige Gerüst mit Unmengen an Slapstick und Witzen. Dabei wählten sie genau die richtige Länge, um die Zwerchfell der Kinobesucher nicht unnötig auf die Probe zu stellen.
Michael "Bully" Herbig hat sich bei seinem Film Der Schuh des Manitu zwar an seinen "Winnetou und Old Shatterhand"-Sketchen orientiert, jedoch fand er es besser mit Abahachi und Ranger seine eigenen Figuren ins Rennen zu schicken. Damit konnte es seinem Winnetou-Verschnitt gefahrlos einen schwulen Zwillingsbruder namens Winnetouch verabreichen. Dieses kunterbunte Trio bekommt von Dimitirs, bekannt aus dem Klatschcafe der bullyparade, und von der hübschen Sängerin Uschi tatkräftige Unterstützung. Die haben sie auch bitter nötig, denn die blutrünstigen Schoschonen und der Gauner Santa Maria sind hinter unseren Helden her. Sky Dumont, alias Santa Maria, ist für diese Rolle geboren worden und hat mit seiner, durch "Straight to Hell" untermalten, Slowmotion die coolste Charaktereinführung des Films. Den Startschuß für das Gagfeuerwerk geben allerdings unsere beiden Helden Abahachi und Ranger, als sie guter Dinge bei den Schoschonen vorbeireiten und ihren obligatorischen Handgruß, verbunden mit einem beherzten "Servus", auspacken.
Das Münchner Multitalent Bully hat mit diesem Film seinen Kultstatus einmal mehr untermauert. Durch seine vielen Funktionen, neben seiner Doppelrolle und der Regie fungierte er als Produzent und arbeitete am Drehbuch mit, drückte er dem Film seinen unverkennbaren Stempel auf. Seine Kameraspiele, sowie der typische bullyparadenHumor aus Wortspielen, Slapstick und vogelwilden Aktionen werden seine Fans begeistern. Aber auch alle anderen werden an der gelungenen Western-Verarsche gefallen finden und schnell zum treuen Fanstamm der Münchner Witzmaschine hinzustoßen. Also auf witzige und verspulte Unterhaltung, die man sich nicht entgehen lassen darf.