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Tödliche Entscheidung(Before the Devil Knows You're Dead, 2007)
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10. April 2008 DVD: 12. September 2008
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Premiere: |
06. September 2007 (Festival, Frankreich) |
| FSK: |
ab 16
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Genre: |
Thriller |
| Länge: |
117 min
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Land: |
USA, UK |
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Darsteller:
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Philip Seymour Hoffman (Andrew 'Andy' Hanson), Ethan Hawke (Henry 'Hank' Hanson), Albert Finney (Charles Hanson), Marisa Tomei (Gina Hanson), Rosemary Harris (Nanette Hanson), Aleksa Palladino (Chris Lasorda), Michael Shannon (Dex), Amy Ryan (Martha Hanson), Brian F. O'Byrne (Bobby Lasorda), Blaine Horton (Justin), Arija Bareikis (Katherine), Leonardo Cimino (William), Lee Wilkof (Jake) |
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Regie:
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Sidney Lumet |
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Drehbuch:
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Kelly Masterson |
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 Inhalt
Der Unternehmensberater Andy ist glücklich verheiratet und führt dank seines stattlichen Einkommens ein extravagantes Leben. Als ihm jedoch wegen seines exzessiven Drogenkonsums das Geld ausgeht, beginnt er das Vermögen seiner Firma zu veruntreuen. Da ihm die Steuerprüfer langsam aber sicher auf die Schliche kommen, überredet er seinen Bruder Hank zu einem waghalsigen Plan, um seinen finanziellen Engpass zu beseitigen: Er will den Juwelierladen seiner Eltern ausrauben. |  |
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Durchschnittliche Redaktionswertung
Kurzkritik
von Daniel Licha
83 Jahre hat Sidney Lumet inzwischen auf dem Buckel, 5 Oscarnominerungen als bester Regisseur vorzuweisen und den Gewinn der Statue 2005 für sein Lebenswerk. Und nachdem es in letzter Zeit eher ruhig um den ehemaligen Weltklasseregisseur geworden ist, zeigt er im hohen Alter erneut, dass er zu den Besten seines Fachs gehört. Unterstützt wird er dabei von einem vor Tragik und Boshaftigkeit strotzendem Drehbuch, das keine Kompromisse eingeht und den glaubhaften moralischen Abfall seiner Figuren perfekt einfängt. Hinzu kommt eine grandiose Darstellerriege: Neben dem einmal mehr überragenden Philip Seymour Hoffman gefällt der gegen den Strich besetzte Ethan Hawke in seiner wohl besten Filmrolle; dazu beweist Marisa Tomei, dass sie auch mit 43 Jahren noch alle Männer um den Finger wickeln könnte und wenn diese Leistungen dann von dem unglaulich starken Albert Finney nochmals übertrumpft werden, schlägt jedes Filmherz höher. Und da das Ganze in einem perfekten Finale gipfelt, gibt es im Grunde nicht den Hauch einer Kritik an diesem kleinen Spätmeisterwerk von Lumet.
Kritik
von Florian Lieb
Er zählte zu den Altmeistern, der gute Sidney Lumet, und war mit seinen 86 Jahren auch bereits recht rüstig. Vor fünfzig Jahren beeindruckte er mit seinem ersten Kinofilm Die 12 Geschworenen und bestärkte seinen Ruf die Folgejahrzehnte mit Werken wie Network, Hundstage und Serpico. Anschließend brachte er jedoch kaum etwas Großes zu Stande und auch sein letzter Film war keine Ausnahme.
Der vierfach für den Regie-Oscar nominierte Lumet, der im Jahr 2005 schließlich den Goldjungen für sein Lebenswerk bekam, schien an seinem Zenit angelangt. So kam es, dass er 2001 zum ersten Mal seit vierzig Jahren wieder für das Fernsehen inszenierte, das Medium, welches einst seine Karriere eingeleitet hatte. In der Serie 100 Centre Street experimentierte er mit den neuen HD-Kameras, mit welchen er auch Tödliche Entscheidung drehen sollte. Auf einer Pressekonferenz hielt er 2006 dann eine Grabrede auf den 35mm-Film, bezeichnete die Arbeit mit diesem als "pain in the ass" und sah das Ende des Zelluloid-Zeitalters gekommen.
Dabei lässt sich Tödliche Entscheidung zumindest formal als Anknüpfung an die guten alten Zeiten des Regisseurs verstehen, auch wenn der Film nicht die Tiefe eines Die 12 Geschworenen oder Spannung von Serpico aufbauen kann. Aber im Vergleich zu den Arbeiten seiner vorherigen 15 Jahre war der Film dennoch eine positive Kehrtwendung. Die Geschichte, die der Film erzählt, ist relativ simpel und doch so vielschichtig. Es ist die Geschichte zweier Brüder, die unterschiedlicher nicht sein könnten und doch soviel gemeinsam haben.
Spielt Phillip Seymour Hoffman wie gewohnt glaubwürdig authentisch seinen Part, wird er in vielen Szenen von Ethan Hawkes großartiger Porträtierung von Hanks Unsicherheit und Naivität überstrahlt, da Hawke fraglos eine seiner stärksten Karriereleistungen abliefert. Das Drehbuch zu Tödliche Entscheidung wartete ganze acht Jahre auf seine Verfilmung und entstammt vom Theaterautoren und ehemaligen Franziskaner Kelly Masterson. Der Originaltitel des Films - übersetzt: Mögest du eine halbe Stunde im Himmel sein, ehe der Teufel bemerkt, dass du tot bist - entstammt einem irischen Trinkspruch und spiegelt sehr gut die Mentalität des Filmes wieder.
Lumet inszenierte Mastersons Skript über die meiste Zeit in einem äußerst ruhigen Erzähltempo, durchzogen von verschiedenen Zeitsprüngen, dabei die Geschichte aus dem Blickwinkel von Hank, Andy und ihrem Vater Charles erzählend. Stück für Stück erhält man Einblicke in die Leben dieser drei Männer und in ihre Beziehung zueinander, manche Szenen wurden hierbei von Lumet gänzlich ohne musikalische Untermalung unterlegt. Trotz des ruhigen Tons baut der Film unterschwellig Spannung auf und steuert auf die finale Konfrontation zu. Hier findet sich das Problem, denn gerade die Figuren entwickeln sich am Schluss in eine Richtung, die nicht wirklich nachvollziehbar ist. Ganz an die alte Klasse vermochte Lumet also leider auch nicht mit seinem letzten Film anzuknüpfen.  Weitere interessante Filme
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