|
|
 |
 |
 |
 |
 |
Urmel voll in Fahrt(Urmel voll in Fahrt, 2008)
| Dt.Start: |
01. Mai 2008 DVD: 30. Oktober 2008
|
 |
Premiere: |
01. Mai 2008 (Deutschland) |
| FSK: |
o.A.
|
Genre: |
Animation |
| Länge: |
84 min
|
Land: |
Deutschland |
|
Darsteller:
|
Anke Engelke (Wutz), Oliver Kalkofe (Barnaby), Christoph Maria Herbst (Eddie), Oliver Pocher (Schusch), Wolfgang Völz (Seelefant), Wigald Boning (Professor Habakuk Tibatong), Frank Schaff (Waran Wawa), Peter Reinhardt, Roland Hemmo (Otto), Hannes Maurer (Urmel), Julia Ziffer (Babu), Stefan Krause (Pinguin Ping) |
|
Regie:
|
Reinhard Klooss, Holger Tappe |
|
Drehbuch:
|
Oliver Huzly, Reinhard Klooss |
|
 Inhalt
Der kleine Dinosaurier Urmel lebt gemeinsam mit seinen Freunden auf der Insel Titiwu und lernt an seinem Geburtstag das kleine Pandamädchen Babu kennen. Professor Habakuk Tibatong hatte sich das als Überraschung gedacht, weil Urmel schon immer ein Geschwisterchen wollte. Alle lieben Babu, nur Urmel kann sich nicht so recht mit ihr anfreunden und entschließt er sich deshalb die Südseeinsel zu verlassen. Da kommt es gerade recht, dass er ein Angebot erhält, der Star in einem Freizeitpark zu werden. Was Urmel nicht bemerkt ist, dass sich Babu an seine Fersen geheftet hat. |  |
|
Durchschnittliche Redaktionswertung
Keine weitere Wertung
Kritik
von Harald Witz
Trotz elf Urmel-Büchern vertrauen Reinhard Klooss und Holger Tappe lieber auf ihre eigene Erfindungsgabe für die Fortsetzung ihres Kinohits. Weil das Urmel neidisch auf das Panda-Mädchen Babu ist, verlässt es die Insel Titiwu und folgt den Verlockungen eines Vergnügungspark-Chefs. Der braucht dringend eine reißende Dinosaurier-Attraktion, um vor den asiatischen Geldgebern gut dazustehen. Klar, dass das Urmel so einen Schmarrn über kurz oder lang nicht mitmacht. Die Zuschauer übrigens auch nicht.
Schon die erste Leinwandadaption von Max Kruses Urmel aus dem Eis stand unter dem Eindruck, dass die Macher weniger mit den Büchern als mit den legendären TV-Aufzeichnungen aus der Augsburger Puppenkiste vertraut sind. Tatsächlich orientierte sich der aufwendige CGI-Antimationsfilm über das erste Abenteuer des naseweisen Bindegliedes zwischen Urzeit und der Moderne über weite Strecken an der Bearbeitung des Marionettenschauspiels aus dem Jahre 1968. Die Gründe dafür sind eindeutig und spiegeln sich auch in den zahlreichen Kindertheater-Adaptionen landauf und landab wider: die Puppenkiste hat das Urmel ebenso geprägt wie sein Autor Max Kruse und sein Illustrator Erich Hölle. Darum ist es seltsam, dass man sich bei der Fortsetzung Urmel voll in Fahrt nicht auf die direkte Weiterführung "Urmel spielt im Schloss" oder zumindest eines der neun anderen Abenteuer stürzte. Viel lieber kreierten die Filmemacher Reinhard Klooss und Holger Tappe mit Hilfe der Autoren Oliver Huzly und Sven Severin ein neues Abenteuer, das die Erlebniswelten der heutigen Kinder abbilden will.
Kaum ist nach den Abenteuern mit König Pumponell etwas Ruhe auf der Insel Titiwu eingekehrt, droht neues Ungemach durch den großspurigen Themenpark-Manager Barnaby. Der hat seinen asiatischen Investoren eine riesige und gefährliche Dinosaurier-Attraktion versprochen, aber bislang vergeblich die Welt danach abgesucht. Weil mit Panda-Mädchen Babu auf der Insel eine knuddelige Konkurrenz zum Urmel aufgetaucht ist, fühlt sich das grüne Ungetüm gerade an seinem ersten Geburtstag zurückgesetzt und unbeachtet. Es grollt vor Eifersucht. So erliegt es schnell den Avancen des geschwätzigen Barnaby, der ihn auf seine Yacht lockt und schließlich in seinen Themenpark verfrachtet. Dort soll das Urmel fortan angekettet mehrmals am Tag in einer Show als fieses Monstrum auftreten. Doch der narzisstische Manager und seine dämliche Bulldogge haben weder mit Urmels Gewitztheit noch mit Babu gerechnet, die als blinder Passagier die Reise mitgemacht hat. Und weil auch Echse Wawa, Pinguin Ping und Schuhschnabel Schusch zur Rettung eilen, wird auch dieses Abenteuer gut ausgehen. Nur nicht für Barnaby und seinen Vergnügungspark.
Mit Anke Engelke, Oliver Kalkofe, Oliver Pocher, Wigald Boning, Christoph Maria Herbst, sowie Allzweckwaffe Wolfgang Völz wurden erneut kompetente Sprecher geholt, deren Namen allein Komik versprechen. Allerdings nutzen die beiden Macher die versammelte Humor-Kompetenz nicht aus. Die Dialoge sind bestenfalls harmlos und neutral, was leider nicht genug von der höchst dünnen Handlung ablenkt. Mit endlosen Rutschpartien, wirren Verfolgungsjagden und hanebüchenen Wendungen wird die Story auf lange 84 Minuten aufgebläht. Dabei ist Wutz als unfreiwillige Skaterin quer über die Insel noch die unterhaltsamste Sequenz. Das Duell im Spiegelkabinett, wohl eine Hommage an Terence Hills Mein Name ist Nobody, versandet dagegen ebenso in der Nichtigkeit wie der Auftritt von Gespenst Eddie. Überhaupt scheint man sich weniger Gedanken über die Geschichte gemacht zu haben als darüber, wie man das Publikum mit sinnlosen Action-Einlagen und visuell ermüdenden Achterbahnfahrten in Aufregung versetzen kann. So führen die lieb gewonnenen Figuren wie der Seele-Fant, Professor Tibatong oder Assistent Tim Tintenklecks oder die Insel Titiwu als Schauplatz ein verballhorntes Schattendasein. Selbst die kleinsten Fans können sich nicht wirklich für die krude Konstruktion begeistern, weil es neben atemlosen Nichtigkeiten eigentlich keine sehenswerten Attraktionen gibt. Wenn Urmel "ein Star" ist (so der Titel einer der Kruse-Vorlagen), so demoliert sein zweiter Leinwandauftritt zumindest sein bislang so tadelloses Image. Das erinnert ein wenig an den schwachen zweiten Leinwand-Auftritt des Sams. Doch zu diesem fehlt Urmel voll in Fahrt in jeder Hinsicht ein ganzes Stück.  Weitere interessante Filme
|
 |
 |
 |
 |
© 2012 MovieMaze.de |
 |
 |
 |
|