Absoluter Pflichtfilm der Komikertruppe Monty Python mit einer unendlichen Menge von Insiderwitzen, die nun schon über Generationen von Fan zu Fan weitergegeben werden. Hier sitzt nicht nur jeder oberflächliche Gag, auch die vielschichtige, tiefgründige Satire auf religiöse und politische Verbohrtheit ist absolut gehaltvoll. Die deutsche Synchronisierung ist vorbildlich gelungen, wohingegen das britische Original wegen der Vielzahl von Dialekten auch für Englisch-Profis nur schwer zu verfolgen ist.
Brian wird zeitgleich mit Jesus Christus geboren, nur einen Stall weiter. Bereits in seinen ersten Lebensstunden wird er dadurch das Opfer einer Verwechslung, denn zunächst wollen die Drei Weisen aus dem Morgenland ihm huldigen statt dem echten Jesus. Jahrzehnte später, als junger Mann, hat es Brian auch nicht leichter: Er lebt bei seiner eigenwilligen Mutter und arbeitet als Häppchenverkäufer im römischen Amphitheater.
Mit dem Eintritt in die Volksfront von Judäa ändert sich Brians Leben: Durch die Teilnahme am Versuch, die Frau von Pontius Pilatus zu entführen, um so irgendwie das Römische Imperium zu Fall zu bringen, wird Brian zu einem gesuchten Kriminellen. Nach der Verhaftung gelingt ihm die Flucht, wobei er durch einen dummen Zufall auf dem Marktplatz für einen Propheten gehalten wird. Gerade durch seine inkohärenten Stottereien vor Publikum, die Brian als Tarnung abzugeben gezwungen ist, meinen die Zuschauer, in ihm den Messias zu erkennen.
Gerade diese gesteigerte Aufmerksamkeit und die Tatsache, dass immer mehr Leute beginnen, seiner (nichtexistenten) Doktrin zu folgen, passt Brian überhaupt nicht. Es folgt zwar eine Liebesnacht mit Judith, die sonst wohl nicht zustande gekommen wäre, doch auch der dicke Hund: Brian wird erneut verhaftet und diesmal zur Kreuzigung verurteilt. Seine Jünger finden das ganz super, macht es doch einen waschechten Märtyrer aus ihrem Messias.
Seit jeher scheiden sich die Geister an Das Leben des Brian. Üblicherweise empfinden gläubige Christen aller Schulen den Film als Blasphemie, wohingegen Menschen mit offenerer Weltanschauung die beißende Satire auf blinden Dogmatismus in Religion und Politik sehr wohl erkennen. Die überaus interessante Geschichte des Films ist durchzogen von Boykotten und Aufführungsverboten.
Das Werk gilt als Höhepunkt der kreativen Arbeit der bekannten britischen Komikertruppe Monty Python. Praktisch alle zentralen Rollen und einige mehr werden von den sechs Mitgliedern der Pythons selbst gespielt: Graham Chapman, John Cleese, Eric Idle, Michael Palin, Terry Gilliam und Terry Jones, der auch Regie führte. Unter Fans der Truppe gilt es als Volkssport, die jeweiligen Pythons in ihren diversen Rollen (insgesamt 43) zu erkennen.
An diesem Film führt kein Weg vorbei. Das Leben des Brian taucht auf praktisch allen jemals zusammengestellten Listen von Filmen auf, die man unbedingt gesehen haben muss. Sollte es tatsächlich Leute geben, die diesen Film noch nicht kennen, eignet er sich definitiv perfekt als Einstieg in die unendlich große Monty Python-Welt von absurden Gags, bissiger Satire und erzbritischem Humor, an dem sich heute noch der globale Kabarettisten- und Komikernachwuchs ein Beispiel nimmt und bisweilen die Zähne ausbeißt. Ein Fun Fact aus dem Schnitt zum Schluss: Die Szene mit der einen Minute Sprechzeit für Brian dauert wirklich genau eine Minute. Nicht unerwähnt bleiben sollte außerdem der wirklich großartige Soundtrack.