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Loser sind gefragt, zumindest ein bestimmter. Der glaubt einer zu sein, aber in Wirklichkeit verfügt er über außergewöhnliche Kräfte. Deshalb will ihn eine Killerelite anheuern, die ihre Aufträge direkt vom Schicksal bekommt. Natürlich gibt es einen gefährlichen Widersacher, der verhindern möchte, dass der Held zu seinem wahren Ich erwacht, denn er ist es, der ihn bezwingen könnte und der Macht das Gleichgewicht... Quatsch: falsche Baustelle. Aber in Wirklichkeit genau ein solchermaßen unkreatives Gequirle aus Elementen der Star Wars Saga, der Matrix Trilogie und der James Bond Reihe. Und wären nicht einige halbkreative Slapstickeinlagen zu Beginn und die state-of-the-art Spezialeffekte, man würde rastlos dem Ende entgegenfiebern und hoffen, nicht allzu viel Lebenszeit vertan zu haben.
Wanted kommt auf den ersten Blick mit einer neuen Idee daher: eines der ureigensten Merkmale der Comicstories, die klare Polarität zwischen Gut und Böse, scheint nicht eindeutig gegeben zu sein und man fragt sich, auf welcher Seit man nun mitfiebern sollte. Auch der "Held" ist der letzte, dem man den professionellen "Cleaner", wie es der beste aller Profis nennen würde, ansehen würde. Wesley (James McAvoy) arbeitet als Account Manager, sein beruflicher Alltag ist Trübsal pur, tagein-taugaus wird er von seiner Superviserin zur Schnecke gemacht und zu Hause hat die Freundin die Hosen an. Überdies betrügt diese ihn bei jeder Gelegenheit nach Strich und Faden mit seinem besten Freund. Wesley nimmt das alles resigniert hin, davon überzeugt, dass das Schicksal für ihn nichts Nennenswertes mehr bereithält. Die einzige Abwechslung, die sein Tagesablauf für ihn bereithält, sind Panikattacken.
Eines Tages steht Wesley nichts ahnend im Supermarkt, als er von der mysteriösen Fox (Angelina Jolie) angesprochen wird. Doch bevor es zu einem höflichen Kennen Lernen kommt, füllt sich die Luft mit Blei. Nur knapp entkommen beide in einer spektakulären Flucht dem Killer. Fox bringt Wesley in die Zentrale - einer altertümlichen Tuchwebfabrik. Dort haust die Bruderschaft. Ein Geheimbund von Killern, deren Boss Sloan (Morgan Freeman) ist. Er offenbart Wesley, dass sein Vater einer der ihren war. Sogar der beste und Cross (Thomas Kretschmann) ihn vor kurzem liquidierte, wie er es auch mit Wesley im Supermarkt vorhatte. Die Panikattacken, die Wesley heimsuchen, sind keine, sondern eine Eigentümlichkeit seines Körpers: Sein Organismus hat die Fähigkeit ummengen an Adrenalin zu produzieren, was seinen Puls auf über 400 treibt und ihm übermenschliche Reaktion, Schnelligkeit und Stärke verleiht. Sloan macht Wesley das Angebot bei der Bruderschaft einzusteigen, um die Chance zu erhalten seinen Vater zu rächen. Bis dahin ist aber noch ein langer Weg. Zunächst mal muss er sich einem extrem harten Training unterziehen.
Wesley lernt die "Kunst des Tötens" in allen Facetten. Ob mit bloßen Händen, im Messerkampf oder jeder erdenklichen Schusswaffe - sogar um die Ecke lernt er schießen! All das langt noch nicht. Damit er am Mörder seines Vaters Rache üben darf, muss die Vorsehung Cross' Namen auf die Liste der zu Liquidierenden setzen. Und das passiert wenn der "Webstuhl des Schicksals" diesen in einem Binärcode (0/1 der Webstuhl spricht Computerisch) ausspuckt. Genug! Spätestens hier schlägt dieser hanebüchene Unsinn dem Fass den Boden aus und man möchte nur noch laut loslachen oder den Kopf verzweifelt auf die Vorderlehne wummern - vielleicht erwacht man ja und befindet sich in Wirklichkeit in einem ganz anderen Film.
Eine armselige Story zum Verzweifeln und ein Plot, der geistloser nicht sein kann. Dazu eine Pseudomythologie, deren Auserwähltenlitanei ohne hysterischen Lachanfall nicht zu ertragen ist, und abgesehen davon ist diese Thematik mit Star Wars und Matrix mehr als genügend abgehandelt worden. Die prominente Besetzung vermag da auch nichts mehr zu retten. Angelina Jolie präsentiert sich im knöchrigen Topmodellook und man gewinnt den Eindruck, dass sie mimisch nur noch über einen Ausdruck verfügt. So wie die inzwischen rüberkommt, lädt sie eher zu Mitleid als zur Furcht ein. Da stand ihre Leistung in Mr. & Mrs. Smith noch auf einer ganz anderen Stufe und vor allem sah sie damals noch wie eine gesunde und attraktive Frau aus.
Morgan Freeman wirkt zwar gewohnt charismatisch und scheint sich inzwischen auf die Rolle der "Grauen Eminenz" eingeschossen zu haben, ähnlich wie in The Dark Knight, vermag aber in der Kürze seiner Auftritte keine außergewöhnlichen Akzente zu setzen. Einzig der Deutsche Thomas Kretschmann, der in Peter Jacksons King Kong den raubeinigen Seelenverkäufer-Captain mimte, hätte die Chance besessen diesem armseligen Laientheater etwas Substanz zu verleihen. Nur leider gab man ihm kaum Text oder schauspielerisch relevante Szenen. Und vor allem die Wandlung des Hauptdarstellers James McAvoy vom Toploser zum Topkiller, der jede Last Man Standing Aktion übersteht, als wäre er als Kind in einen Topf mit Zaubertrank geplumpst, ist ehrlich gesagt nur im besoffenen Kopf erträglich (Keine Aufforderung! Kinder, Hände weg von den Drogen, das hätten die Macher dieser Groteske auch besser beherzigt). |