Judd Apatow und Adam Sandler in einem gemeinsamen Projekt? Das wird eine Komödie, die sich gewaschen hat und die Trailer versprachen ein wahres Feuerwerk an Witzen. Doch leider beweisen die beiden Urgesteine der Komik mit ihrem gemeinsamen Film Leg dich nicht mit Zohan an, dass große Namen und eine nette Idee leider oftmals nicht ausreichen. So geht man mit großen Erwartungen und einem Grinsens in den Kinosaal rein, um mit einem enttäuschten "Warum?" wieder herauszukommen.
Wenn ein Film damit angekündigt wird, dass Judd Apatow, bekannt durch Komödien wie Jungfrau (40), männlich, sucht ... oder Superbad, und Adam Sandler, der durch Rollen wie Big Daddy oder Happy Gilmore den infantilen Mann quasi salonfähig gemacht hat, sich gemeinsam an ein "schreiend komisches und politisch herrlich inkorrektes Drehbuch" gesetzt haben, sperrt so manch einer seine Ohren auf. Das verspricht einen Film voller witziger Ideen und Lachern ohne Ende. Liest man sich dann auch noch die grobe Rahmenhandlung durch, so kann man eigentlich davon ausgehen, dass das genau der richtige Film für einen unterhaltsamen Abend ist. Doch leider beweist Leg dich nicht mit Zohan an, dass man auch bei solchen Voraussetzungen noch Einiges versauen kann.
Zohan ist eine stahlharte Kampfmaschine. In seinem Heimatland Israel ist er der Nummer 1 Anti-Terrorkämpfer. Er kann Liegestütze freihändig, springt durch die Luft als wäre es nichts und schnappt sich so jeden noch so fiesen Top-Terroristen der Palästinenser. Zudem kommt er noch gut bei den heißen Frauen an. Ein absolut glücklicher Typ also, dieser Zohan. Wäre da nicht die andere Seite in ihm, die Leute schöner, gar "silky-smooth", machen möchte. Insgeheim wünscht sich Zohan nichts sehnlicher als Frisör zu werden. Eines Tages, als er seinem Erzfeind Phantom hinterher jagt, ergibt sich eine Chance, die Zohan sofort am Schopfe packt. Er täuscht seinen Tod vor und verschwindet nach Amerika, um dort endlich seinen Traum leben zu können. Mit neuem Haarschnitt und sehr viel Selbstvertrauen geht er dieses Vorhaben an. Doch leider muss er schnell feststellen, dass das Leben in den USA nicht so einfach ist, wie er es sich erträumt hatte. So wird er aufgrund seines eigenwilligen Stils häufig ausgelacht und der einzige Frisörsalon, der ihm als unerfahrenem Neuling eine Chance gibt, ist der einer jungen Palästinenserin. Ausgerechnet. Doch schon bald soll Zohan die Gelegenheit bekommen sich zu beweisen und das tut er in vollem Maße. Er gibt seinen Kundinnen, die entweder etwas übergewichtig, schon älter oder auch beides sind, was sie wollen. Und das ist nicht nur ein perfekter Haarschnitt. Als kleinen Zusatz beglückt er auch jede von ihnen im Nebenraum. So kommt der Salon zu einigem Ansehen in den Kreisen der unglücklichen und wenig attraktiven Frauen und Zohan zieht die volle Aufmerksamkeit auf sich. Die Konsequenz daraus lässt nicht lange auf sich warten und taucht in Form eines palästinensischen Taxifahrers auf, der den ehemaligen Kämpfer sofort erkennt. Der Traum droht zu platzen, Zohan muss handeln.
Ein israelischer Anti-Terrorkämpfer kommt nach Amerika, um Frisör zu werden, da er eigentlich niemandem wehtun, sondern Leute "hübsch" machen möchte. Dabei trifft er, der es gewöhnt ist gegen die Palästinenser zu kämpfen, auf eine Straße, in der auf der einen Seite Israelis und auf der anderen Seite Palästinenser täglich ihrem Alltag nachgehen, ohne sich dabei zu stören. Natürlich, manchmal kommt es zu Konflikten, doch meist lassen sich diese recht schnell lösen, indem man andere Themen wie Frauen oder Sport anschneidet. Dieses Konzept hat eigentlich alles, was eben solch ein "schreiend komisches und politisch herrlich inkorrektes Drehbuch" haben muss. Dazu noch gute Schauspieler und schon ist die Komödie fertig. Aber leider gibt es noch einen weiteren Aspekt im neuen Leben von Zohan. Er beglückt als Frisör die Damenwelt nicht nur mit schönen Frisuren, sondern befriedigt sie im Nebenzimmer auch noch auf anderer Ebene. Die Tatsache, dass diese Frauen nicht, so wie er sie in Israel hatte, jung, hübsch und schlank sind, sondern genau das Gegenteil verkörpern, ist hierbei einfach nur unverständlich. Ohne Erklärung oder Vorwarnung begibt sich der tolle Typ Zohan, der in seiner Heimat von Strandschönheiten umgeben war, in die Rolle des Gigolo für in die Jahre gekommene, vollschlanke und unzufriedene Frauen. Nicht nur, dass das überhaupt nichts mit dem eigentlichen Thema (haareschneidender Anti-Terrorkämpfer und politischer Konflikt in Israel) zu tun hat, es überschattet dieses regelrecht und ist über die gesamte Laufzeit einfach nur störend.
Doch damit nicht genug. Eine Überzeichnung von Charakteren ist in Komödien quasi schon Pflicht. So hat man sich über Austin Powers und seine Kontrahenten köstlich amüsiert und auch bei Filmen wie Scary Movie herzhaft gelacht. Sogar der komische Kautz aus Kasachstan Borat hat für seine übertrieben inkorrekte und schamlose Vorgehensweise einige Lacher ernten können. Doch leider fehlt es Zohan an diesem gut portionierten Humor und Charme, so dass die Einlagen schon zu übertrieben sind, um noch komisch zu wirken. Abgesehen von der Tatsache, dass man viele "Besonderheiten" des Zohan (wie die Aktion mit den Fuß-Kicks oder spektakuläre Sprünge durch Türen) bereits aus den (eigentlich witzigen) Trailern kennt und hier im Film ansonsten nicht viel neues geboten wird, wird in den meisten Szenen so dick aufgetragen, dass man sich fragt, worüber man denn nun lachen soll. Dass eine Katze als "Hacky-Sack" missbraucht wird? Dass ein Typ von der Nachbarschaftswache, der neben dem neuen Zohan eher wie ein Soldat wirkt, sich vor Angst in die Hosen macht? Oder dass Zohan zum zigten Mal einen Menschen zusammenfaltet? Durch andauernde Wiederholungen und eintönige Witze gehen wirklich lustige Einlagen, wie die "Terroristenhotline" oder ein missglückter Anschlag auf Zohan, komplett unter und fallen überhaupt nicht mehr ins Gewicht.
Dabei wäre auch auf Seiten der Schauspieler einiges an Potential da gewesen. Dass Adam Sandler lustig sein kann, hat er zuletzt in Chuck und Larry - Wie Feuer und Flamme bewiesen. Zwar sind seine Interpretationen meist recht ähnlich, da ihm der Mann, der einfach nicht erwachsen wird, irgendwie anhaftet, doch darüber lachen konnte man dennoch. Während er in Die Liebe in mir versucht hat, auch einmal etwas anderes zu spielen, gelingt es ihm in Zohan tatsächlich. Keine Spur von infantilem Gehabe, dafür Macho ohne Ende. Auch Rob Schneider ist wieder mit von der Partie, der schon in 50 erste Dates gezeigt hat, dass er mit Sandler toll harmoniert. An der Qualität der Schauspieler liegt es also bestimmt nicht, dass die Charaktere ihren Charme nicht ausspielen und einfach nicht lustig sein können.
Eigentlich sehr schade. Der Film hätte bestimmt das Potential gehabt ein Kracher zu werden, doch leider wurde dieses kein bisschen genutzt. So ist aus Leg dich nicht mit Zohan an kein Film für einen netten und vor allem lustigen Abend geworden, sondern eher ein Vorzeigestück dafür, wie man es eben nicht machen sollte.