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Mensch, Dave!

(Meet Dave, 2008)

Dt.Start: 28. August 2008
DVD: 23. Januar 2009
Premiere: 11. Juli 2008 (USA)
FSK: ab 6 Genre: Komödie, Sci-Fi
Länge: 91 min Land: USA
Darsteller: Eddie Murphy (Dave Ming Cheng), Elizabeth Banks (Gina Morrison), Gabrielle Union (No. 3), Scott Caan (Officer Dooley), Ed Helms (2nd In Command), Kevin Hart (No. 17), Mike O'Malley (Officer Knox), Pat Kilbane (No. 4), Judah Friedlander (Engineer), Marc Blucas (Mark Rhodes), Jim Turner (Doctor), Austyn Myers (Josh Morrison), Adam Tomei (No. 35), Brian Huskey (Lieutenant Right Arm), Shawn Christian (Lieutenant Left Arm)
Regie: Brian Robbins
Drehbuch: Rob Greenberg, Bill Corbett


Inhalt

Um ihren Planeten zu retten, verwendet eine Crew von Mini-Aliens ein ganz besonderes Raumschiff. Nämlich eines, das wie ein menschlicher Körper geformt ist und sich auch so verhalten soll. Doch leider tauchen bereits beim ersten Kontakt mit echten menschlichen Wesen Probleme in den Verhaltensweisen des Raumschiffs auf, die erst Stück für Stück optimiert werden müssen. Als diese Nachbildung eines Menschen sich auch noch mit einer Erden-Frau einlässt, wird es richtig schwierig für die kleinen Aliens.
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Durchschnittliche Redaktionswertung

Mensch, Dave! hat eine durchschnittliche Redaktionswertung von 30%
Keine weitere Wertung

Kritik

von Harald Witz
Mensch, Dave! hat eine Wertung von 30%
Miniaturmenschen landen mit ihrem Raumschiff auf der Erde. Der Captain (Eddie Murphy) und seine Crew haben die beste Tarnung, die man sich denken kann, denn ihr Raumschiff sieht aus wie ein Mensch. Als Dave Ming Chang (Murphy zum Zweiten) steuert das Team ganz "unauffällig" durch New York auf der Suche nach einem Stein, der auf seinem Flug zur Erde abgelenkt wurde und verloren ging. Allerdings sind Crew und Dave nicht auf einen kulturellen Zusammenprall vorbereitet. Brian Robbins (Shaggy Dog - Hör mal wer da bellt, Norbit) kann der interessanten Prämisse seiner neuesten Sci-Fi-Komödie Mensch, Dave! keine faszinierende Geschichte abringen. Trotz bestem Willen zur Unterhaltung können weder er noch sein Star Eddie Murphy (mit doppeltem Einsatz) an den Norbit-Erfolg anknüpfen.

Bild aus Mensch, Dave! Die Chronik eines angekündigten Desasters: Ausgerechnet zum Höhepunkt des Kinojahres schickt die FOX am 11.Juli die neue Eddie Murphy-Komödie Mensch, Dave! mit über 3100 Kopien in den USA an den Start. Mit dem starken Hancock (4.7.) hinter sich, einem überraschenden Hellboy 2 - Die goldene Armee (Platz 1 mit $34 Mio.), sowie einem triumphalen The Dark Knight ($158 Mio. allein am Startwochenende und ein monströser Hype) vor sich, ging die Brian Robbins-Komödie ein wie eine Primel in der Antarktis. Schlaffe $5 Mio. und Platz 7 für einen doppelten Eddie Murphy, der einst pures Kassengold war (Beverly Hills Cop, Der verrückte Professor). Und nach dem weiteren Absturz am zweiten Wochenende (ein Umsatz-Minus von 68% auf $1,6 Mio.) ist der Break-Even an der Box-Office bei einem Budget von $60 Mio. ein wagemutiger Traum geworden. Selbst mit den noch kommenden Erlösen aus den weltweiten Starts ist Mensch, Dave! leider der Hauptfavorit für den Flop des Jahres. Dabei haben die äußeren Umstände nur eine verstärkende Wirkung auf das Desaster, die durch die Wahl des Startplatzes ausgelöst wurde. Ein Termin in den Ausläufern der Blockbuster-Saison hätte eine höhere Aufmerksamkeit beschert und zumindest das Startwochenende gerettet. Das macht allerdings den Film nicht besser.

Nur wenig deutete ein Scheitern der zweiten Zusammenarbeit zwischen Eddie Murphy und Regisseur Brian Robbins an. Im vorigen Winter war ihr erstes gemeinsames Projekt Norbit in den USA trotz schlechter Kritiken überraschend an der Blockbuster-Grenze ($96 Mio.) vorbei geschrammt. Die Komödie um einen tyrannisierten Ehemann war zwar abseitig aber immerhin spielte Eddie Murphy zig Rollen selbst und die Komödienkonzeption war zumindest konsequent. Vielleicht lag es auch daran, dass das Buch hauptsächlich aus der Feder von Murphy und seinem Bruder Charles stammte und dieser sich jede Rolle auf den Leib schreiben konnte.

Für Mensch, Dave! waren diesmal die beiden unbeschriebenen Autoren-Blätter Bill Corbett und Rob Greenberg verantwortlich. Sie hatten wohl niemand Bestimmtes im Sinn, als sie die Figuren entwickelten, denn weder als Captain noch als Dave kann Murphy seine Stärken ausspielen. Darüber hinaus gelang es den beiden Autoren nicht, aus dem interessanten Szenario ein gutes Drehbuch zu zimmern. Vielen guten Ansätzen stehen überaus stereotype bis dröge Lösungen gegenüber. Aber auch Regisseur Brian Robbins ist nicht unschuldig. Nach Norbit und Shaggy Dog - Hör mal wer da bellt war er zwar doppelt erfahren in der Inszenierung von Effekt-lastiger Komödienunterhaltung, doch aus dem überaus harmlosen Skript konnte er keine stringente und überzeugende Geschichte inszenieren:

Kurz nachdem ein steinähnliches Objekt beim Eintritt in die Atmosphäre von einem Satelliten abgelenkt wurde und mitten in New York niedergegangen ist, dringt erneut ein künstlicher Himmelskörper aus dem All zur Erde vor. Es ist ein Raumschiff mit einer 80 Mann starken Besatzung, die das Artefakt bergen und im Meer versenken soll. Daraufhin sollen die Meere verdampfen und mit der daraus gewonnenen Energie soll der Heimatplanet der verzweifelten menschenähnlichen Aliens gerettet werden. Der Kommandant (Eddie Murphy) ist vom Gelingen der Rettungsmission überzeugt - auch wenn es das Ende der seltsamen Zivilisation auf der Erde bedeutet. Größter Trumpf der Aliens ist ihr Raumschiff. Das ist nach genauer Analyse einer abgefangenen Transmission von der Erde (Fantasy Island) als Mensch im schneeweißen Anzug gestylt und besitzt auch deren Durchschnittsgröße. Das bedeutet, dass die Aliens ziemlich klein sind. Zu diesem Manko gesellen sich eine fatale Fehleinschätzung des menschlichen Verhaltens sowie eine völlige Unterschätzung der Wirkung der grobschlächtigen Menschenkultur auf die hyperzivilisierten Aliens. Zunächst ist der Zusammenprall aber eher gegenständlich: Nach grinsendem Herumstaksen durch New York überquert Raumschiff Dave Ming Chang (Eddie Murphy) die Straße bei Rot und fliegt bald im hohen Bogen durch die Luft, weil Single-Mum Gina (Elizabeth Banks) und ihr Filius Josh (Austin Lind Myers) nicht rechtzeitig bremsen können. Ohne es zu ahnen, hat Raumschiff Dave den neuen Besitzer des Steins bereits gefunden, denn das Ding landete in Joshs Aquarium. Aber damit können sich der Kapitän und seine besten Untergebenen, der Pflicht besessene Nummer 2 (Ed Helms) und die attraktive Nummer 3 (Gabrielle Union), nicht beschäftigen. Sie sind mit der ersten Kontaktaufnahme vollauf beschäftigt - mit wahnwitziger Wirkung...

Kleine Außerirdische, die einen Androiden durch New York steuern, das klingt nach netter Unterhaltung, zumal Quasselstrippe Eddie Murphy gleich doppelt die Möglichkeit besitzt, die Lachmuskeln der Zuschauer zu strapazieren. Doch mehr als ein notorisch breites Grinsen mag ihm nicht gelingen, denn quasseln darf er nicht. Damit beraubt sich die Komödie ihres stärksten Trumpfes, denn ansonsten ist die Schlagzahl der Gags einfach zu niedrig. Aber auch die Qualität dieser lässt zu wünschen übrig. Die passt sich der stereotypen Handlung an, deren innere Logik nicht wirklich sattelfest ist und dank obskurer Schnitte aufs Äußerste strapaziert wird. Meist wirkt die Inszenierung umständlich, ohne Timing und oft vorhersehbar. So verpuffen die meisten Witze schon im Ansatz, zumal einige bereits stärkere Abnutzungserscheinungen oder dickere Staubschichten aufweisen, weil sie nicht wirklich neu und frisch wirken. Dabei haben die Story und ihre Subplots durchaus Potenzial. Dieses aber wird immer wieder ignoriert. So hätte die Freundschaft zwischen Dave und Josh sowie die Suche nach einem Herzbuben für Gina ebenso Besseres verdient wie der Einsatz der beiden eifrigen Cops Dooly (Scott Caan) und Knox (Mike O'Malley). Auch die Ereignisse im Raumschiff Dave, wie das Einfließen der Menschenkultur sowie eine Meuterei des störrischen Nummer 2, besitzen großes Gagpotenzial. Doch dieses verkümmert oder wird auf Albernheiten der tuntigen Gefühlserweckung von Sicherheitschef Nummer 4 (Pat Kilbane) reduziert.

Den Schauspielern kann kein Vorwurf gemacht werden. Eddie Murphy bemüht sich redlich und lässt sich gutmütig auf die obligatorischen Fehltritte beim "Fisch aus dem Wasser"-Spiel ein. Da darf er Eier mit Schale in die Pfanne hauen, kann er beim Händeschütteln nicht loslassen, kriegt im Apple-Store einen Soundoverkill, trinkt Ketchup auf Ex und kickt Katzen durch die Wohnung. Aber Aufbau und Timing vermurksen auch den einfachsten Gag. Dazwischen funktionieren die Storylines nicht, wie man besonders gut an der unlogischen Schulszene erkennen kann. Dazu kommt, dass massive Schnitte an der lauen Inszenierung vorgenommen wurden. Doch diese wurden wohl ganz grobklotzig mit der Gartenschere ausgeführt.

Mensch, Dave! reiht sich in die Schlange missratener Eddie Murphy-Filme wie Pluto Nash, Lebenslänglich oder Metro ein. Das ist schade, denn dem legendären Komiker hätte man nach seinem x-ten Box-Office-Comeback mit Norbit (nimmt man die Auftritte aus Shrek - Der tollkühne Held Reihe aus) etwas mehr Konstanz in seinem Schaffen gegönnt. Trotzdem muss sich niemand Sorgen um den Superstar machen, denn Murphy ist wieder dick im Geschäft. Vor der vierten Fortsetzung von Shrek - Der tollkühne Held (für Mai 2010 avisiert) wird er in dem Märchen Nowhereland von Karey Kirkpatrick (Ab durch die Hecke) und der Neuverfilmung von The Incredible Shrinking Man zu sehen sein. Okay, ein paar Sorgen muss man sich doch machen, denn gerade dreht er zum dritten Mal mit Brian Robbins, nämlich die Komödie A Thousand Words. Aber vielleicht sollte man einfach Hoffnung haben, denn Murphy hat bislang nach jedem Ausfall wieder einen Hit gehabt. Für Mensch, Dave! muss man allerdings eher formulieren: "Mönsch, Eddie, das war nix!"



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