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Blöde Mütze

(Blöde Mütze, 2008)

Dt.Start: 24. April 2008 Premiere: 24. April 2008 (Deutschland)
FSK: ab 6 Genre: Drama
Länge: 91 min Land: Deutschland
Darsteller: Johann Hillmann (Martin Kreitmeier), Konrad Baumann (Oliver Huber), Lea Eisleb (Silke), Inka Friedrich (Susanne Kreitmeier - Mutter von Martin), Stephan Kampwirth (Uwe Kreitmeier - Vater von Martin), Claudia Geisler (Vera Huber - Mutter von Oliver), Andreas Hoppe (Ludwig Huber - Vater von Oliver), Inga Busch (Kathrin - Mutter von Silke), Butz Buse (Lehrer Altmann), Monica Jasminka Ivancan (Sonnenölfrau), Miriam Schweiger (Rieke), Jan Messutat (Armin Adler), Anna Holter (Tanzlehrerin), Sonja Deutsch (Frau Mayland), Hans Klima (Herr Mayland)
Regie: Johannes Schmid
Drehbuch: Philipp Budweg, Michael Demuth


Inhalt

Erwachsenwerden ist schwierig. Vor allem wenn man etwas kleiner ist als die Anderen und in eine neue Umgebung zieht. Genau in dieser Situation befindet sich Martin. Zu allem Übel findet er in der neuen Schule auch noch die gleichaltrige Silke ganz gut, die allerdings mit dem coolen Oliver befreundet ist. Doch Martin lässt sich nicht unterkriegen und stellt sich dem Abenteuer Erwachsenwerden.
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Kritik

Blöde Mütze hat eine Wertung von 75%
Kaum im verschlafenen Bellbach angekommen wird das 12-jährige Stadtkind Martin gleich mal mit dem gleichaltrigen lokalen Unruhestifter Oliver konfrontiert. Doch dessen beste Freundin Silke sorgt schon beim ersten Hinsehen für ein bislang unbekanntes Kribbeln... Sensibles Kinderdrama um die Wirren der beginnenden Pubertät und die Schwierigkeiten sich in der fordernden Gesellschaft zurechtzufinden.

Bild aus Blöde Mütze So bleibt es in der Familie - Johannes Schmid verfilmt den Roman "Blöde Mütze!" seines Bruders Thomas und legt damit einen sensiblen Jugendfilm vor, der die Schnittstelle zwischen unbesorgter Kindheit und aufkommender Pubertät unter die Lupe nimmt. Im Mittelpunkt steht der 12-jährige Martin (Johann Hillmann), der gerade aus der Stadt ins verschlafene Bellbach gezogen ist. Im örtlichen Lebensmittelladen wird er Zeuge, wie der 13-jährige Rabauke Oliver (Konrad Baumann) Zigaretten klaut. Das kann der wohlerzogene und sonst so schüchterne Bub nicht erlauben. Prompt macht er sich so Oliver vorerst zum Feind. Tags darauf beginnt die Schule, wo er nun Silke (Lea Eisleb) kennen lernt. Die löst bei ihm ganz ungewohnte Gefühle aus, die ziemlich verwirren.

Aber gleich ist auch die Bestürzung groß, denn Silke ist die beste Freundin des aggressiven Oliver und verbringt viel Zeit mit ihm im Riverpool, einem zugewachsenen ehemaligen Flussfreibad. Und mit Schwimmen hat es der Junge nun gar nicht. Versteckt unter seinem "Champion"-Käppi, das ihm den Spitznamen Blöde Mütze einbringt, fasst Martin den Entschluss, um Silke zu kämpfen. Bald stellt das schmächtige Kerlchen aber fest, dass Konkurrent Oliver eigentlich gar nicht cool und aggressiv ist, wenn man ihn nur näher kennt.

Anders als Joachim Masanneks Die wilden Kerle bedarf Schmids Blöde Mütze keiner märchenhaften Fantasy und auch auf die rosarote Mädchenwelt von Die Wilden Hühner können Martin, Oliver und Silke verzichten. Die drei stehen mit ihren Beinen fest auf dem Boden ihrer plötzlich schrecklich komplizierten Realität. Und dieser Sommer hält ja noch viele erstaunliche Erlebnisse für sie bereit. Johannes Schmid inszeniert ganz aus der Perspektive eines Zwölfjährigen, der bis eben noch in einer unbedarften Kinderwelt lebte und urplötzlich eine Schönheit auf einem Werbeplakat für Sonnenöl anhimmelt. Spielend gelingt es Schmid, die Geschichte emotional und dramaturgisch für die etwa gleichaltrige Zielgruppe nachvollziehbar und attraktiv zu gestalten. Diese Authentizität, auch dank der großartigen Darsteller, ist der Schlüssel zum Erfolg von Blöde Mütze. Nie muss Schmid Außergewöhnliches aufbieten. Die dörflichen Locations und die alltäglichen Ereignisse entwickeln unter seiner Regie urplötzlich eine cinematographische Magie, die das Publikum mitreißt. Hier wirkt nichts gekünstelt, sondern bleibt so natürlich wie die verwirrenden Gefühle der Figuren und die Ohnmacht der Eltern angesichts ihres scheinbar durchgedrehten Sohnes. Dabei wird die zärtliche Inszenierung immer wieder von beschwingtem Humor aufgelockert, der dafür sorgt, dass sich so manch ernsthaftes Ereignis relativiert. Auf zahlreichen Festivals wurde das Werk bereits ausgezeichnet (z.B. in München mit dem "Weißen Elefanten"). Nun eröffnet der Film auch das Kinderfilmfest in Augsburg und tritt danach die Eroberung des deutschen Kinopublikums an.

von Harald Witz


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