Crispin Glover: ein Mann, ein Mythos, bald eine Legende? 1984 spielte er neben Michael J.Fox dermaßen überzeugend in Zurück in die Zukunft seine Rolle als Marty McFlys Vater das weitere Rollenangebote ersteinmal ausblieben. 1986 - Das Messer am Ufer: Keanu Reeves stolpatscht Crispin mit seiner Performance ins Abseits und wieder bekommt niemand mit was ein großartiger Schauspieler in ihm schlummert. 1990 - Wild at Heart: Nicolas Cage, Willem Dafoe, Isabella Rossellini und Crispin Golver. Crispin wer? 1993 - Gilbert Grape: Johnny Depp wird wie immer positiv gelobt, Leo DiCaprio zu Recht für den Oscar nominiert und Crispin Glover mal wieder übersehen. 1995 bis 2000 Dead Man, Larry Flint, Nurse Betty: gute Filme, viele Namen und Gesichter aber Crispin bleibt unerkannt, unerwähnt, doch von seinen Fans unvergessen. 2000 3 Engel für Charlie: Crispin is back, brezelt als Thin Man den 3 Engeln mächtig eins auf die Waffel und kommt dabei so verdammt lässig rüber das er anscheinend schon wieder mal zu gut war für diese Welt und während jeder über Drew, Lucy, Cameron und McG redet ist Crispin schon wieder verschwunden. 2001 - auf dem Münchner Film Fest läuft ein Werk das es bisher nur im New Yorker Museum of Art zu sehen gab: Bartleby. Ein Film mit Crispin Glover. Ein Erlebniss mit Crispin Glover. Eine One-Man-Show mit Crispin Glover. Klar in dem Film spielen auch David Paymer, Glenne Headly, Joe Piscopo und Phillip Seymour mit aber das wird nun wirklich endlich niemanden mehr interessieren. Crispin Glover bekommt seine Chance, nutzt seine Chance, spielt sich einen riesengroßen Schritt seiner eigenen Legende entgegen. Dumm nur das der Film bisher in zwei Kinos auf der Welt lief und wahrscheinlich jetzt wieder in der Versinkung verschwinden wird und Crispin mit ihm.
Bartleby werdet Ihr sehen, werdet noch lange danach drüber diskutieren und philosophieren. Der Film ist ein fesselndes Indepent-Debüt was an einer tollen Buchvorlage, einem spaßmachend-gutem Ensemble vor allem aber an Crispins hervorstechendem Spiel liegt. Im Grunde ist man zwei Stunden damit beschäftigt Bartleby dabei zu beobachten wie er ausdruckslos in der Gegend rumsteht, ausdrucksvoll in sich herein gestikuliert oder an einen Deckenbelüfter starrt. Auch sprachlich bleibt er ein Geheimniss: "I would prefer not to do that" ist seine Standardantwort auf fast alle Fragen. Nicht grade sehr viel und ganz leicht hätte das auch böse daneben gehen können: ein sprachlahmer Freak der sich nicht vom Fleck bewegt und über den man gar nichts zu erfahren scheint. Dazu ein trashiges 70th Büro und grade mal fünf Darsteller dessen Charaktere nicht wirklich allzu unkompliziert sind: eine schlaftablettige Sekretärin, eine agressiver Macho, ein trotteliger Dauerweiner und ein trostloslebens Chef. Aber gottverdammt es funktioniert denn der Regisseur weiß der Geschichte interessant Leben einzuhauchen und wird dabei von allen tatenfreudigst unterstützt. Independent Fans werden das Kino mit einem Lächeln verlassen, dem Mainstreampublikum wird es hier und da mal zu langatmig und ausdrucklos sein und allen Crispin Glover Fans wird das Herz aufblühen. In diesem Film gibt es gute Gags, eine klasse Geschichte (vom Anfang bis zum Schluß), magische Momente und Crispin Glover. Mag zwar n bißchen wenig klingen, reicht aber voll und ganz und noch darüber hinaus aus. Bartleby ist ein merkwürdiger Film.