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Fluchtpunkt San Francisco

(Vanishing Point, 1971)

Dt.Start: 14. Mai 1971 Premiere: 15. Januar 1971 (USA)
FSK: ab 18 Genre: Action
Länge: 98 min Land: USA
Darsteller: Barry Newman (Kowalski), Cleavon Little (Supersoul), Dean Jagger (Prospector), Victoria Medlin (Vera Thornton), Paul Koslo (Charlie,), Timothy Scott (Angel)
Regie: Richard C. Sarafian
Drehbuch: Malcolm Hart, G. Cabrera Infante


Inhalt

Der Ex-Rennfahrer Kowalski arbeitet für einen Autolieferungsservice. Er soll einen 1970er Dodge Challenger von Denver nach San Francisco fahren. Als er den Wagen abholt, geht er eine Wette ein, die Strecke in weniger als 15 Stunden zu fahren. Nachdem er bereits kurz nach dem Start eine Motorradstreife und bald darauf einen weiteren Streifenwagen hinter sich lässt, ist ihm bald die Polizei auf den Fersen. Bei dieser Flucht steht ihm nur ein blinder Radio-DJ namens Supersoul, der den Polizeifunk abhört, zur Seite.
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Kritik

Fluchtpunkt San Francisco hat eine Wertung von 82%
Sein Name ist Kowalski. Sein Beruf Fahrer. Er transportiert einen aufgemotzten Dodge Challenger von Denver nach San Francisco. Wegen einer Wette hat er nur 15 Stunden Zeit und darf sich deshalb von nichts aufhalten lassen. Schon nach kurzer Zeit trifft er auf die erste Polizeistreife, die er jedoch hinter sich lässt. Von da an ist ihm die Polizei von Staat zu Staat auf den Fersen und Kowalski in seinem Dodge Challenger wird zum Gejagten. Fluchtpunkt San Francisco ist ein Film, den man sich auf jeden Fall mal ansehen sollte, wenn man Roadmovies mag, auf Autoverfolgungsjagden steht und 70er Jahre Filme liebt.

Bild aus Fluchtpunkt San Francisco Fluchtpunkt San Francisco kann man ohne weiteres als unkomplizierten Film beschreiben. Er geht von A nach B. Es geht darum, dass Kowalski von seinem Ausgangspunkt zu seinem Ziel kommt und alles andere ist dabei egal. Ob Kowalski dafür Aufputschmittel nehmen muss oder ob er die Aufmerksamkeit des gesamten Polizeiapparates auf sich zieht, spielt keine Rolle. Das hat etwas simples und befreiendes an sich. Es geht nicht darum, was auf der Strecke bleibt oder was noch später passiert. Es geht einfach um den Augenblick und um das, was direkt vor ihm auf der Strasse passiert. Ist der Dodge Challenger einmal unterwegs, dann ist er unterwegs. Die Option anzuhalten, umzukehren oder auszusteigen gibt es nicht mehr. Ist man einmal in Fahrt gekommen, muß man einfach immer weitermachen, egal worauf es hinausläuft.

Im Grunde ist es ein klassisches Roadmovie. Der Film hat etwas von Easy Rider, allerdings auf Adrenalin. Die 60er Jahre waren noch mehr nach dem Motto "Love und Peace". Die 70er Jahre, in denen Fluchtpunkt San Francisco spielt, sind wesentlich abgekühlter. Es geht um einen Traum von Freiheit, wirkt aber wie ein Traum, den Kowalski hartnäckig verfolgt, ohne sich große Illusionen zu machen. Die Freiheit wird bedrängt von einem massiven Polizeiapparat, der ihn eingrenzen und auch seinen einzigen Begleiter, den blinden Radiomoderator Supersoul, der ihn mit seiner Radiostimme immer wieder über die Strassen lenkt, ausschalten will. So ist es immer wieder ein Triumph, wenn Kowalski wieder eine Streife hinter sich lässt, oder wieder eine Grenze durchbricht. Um zu triumphieren, muss er einfach immer weitermachen. Bei dem Thema Freiheit könnte man sagen, dass der Film nicht zwangsläufig eine Lösung bietet. Es geht eher darum, unterwegs zu sein. Dieser Drang ist nachzuvollziehen.

Filmisch kann Fluchtpunkt San Francisco ebenfalls überzeugen. Er hat diese abgekühlte 70er Jahre Optik. Es gibt viele Verfolgungsjagden und schnelle Fahrszenen, die noch handgemacht und wirklich gut sind. Barry Newman als Kowalski ist ungekämmt, unrasiert, mit müden Augen, aber cooler Sonnenbrille und so einem leichten inneren Lächeln, optimal besetzt. Die Kamera zeigt viel Straße. Manchmal nah über dem Asphalt schwebend, mal schwenkend, dicht neben der Straße, oder auch weit weg, dem Dodge Challenger folgend, fängt sie die Asphaltatmosphäre perfekt ein und vermittelt die passende Geschwindigkeit und Weite.

von Johann Janzen


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