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Nachdem sie in der Bochumer Innenstadt die Ampeln weiß angestrichen und so ein Verkehrschaos verursacht haben, werden die beiden Brüder Konstantin und August als Terroristen gesucht. Aus dem Spaß wird erst richtiger Spaß, denn vor allem August entdeckt die Lust am Untergrund. Florian M. Böders Debüt Nichts geht mehr mischt viele Genres, doch von einer Auseinandersetzung mit Terrorismus mag er nichts wissen. Ist ja alles nur ein deutscher Komödien-Spaß!
Anders als viele Dokus über den Terrorismus und ihre Protagonisten (wie Der Weiße mit dem Schwarzbrot oder L'Avocat de Terreur) reduzieren deutsche Spielfilme die Terroristen oft auf lustvolle Spaßvögel. Der politischen Auseinandersetzung wird so natürlich der Ansatz genommen, wie man das besonders schön am Debütfilm von Florian M. Böder Nichts geht mehr erkennen kann.
Der schüchterne Konstantin (Jörg Pohl) und sein großer Bruder August (Jean-Luc Bubert) sind auch echte Kumpels und haben scheinbar nur Unfug im Kopf. Als sie nachts die Ampeln in Bochum weiß anmalen und so den Berufsverkehr zum Erliegen bringen, haben sie allerdings nur kurz die Lacher auf ihrer Seite. Die Polizei erkennt in ihrer Tat die radikale Schrift von Terroristen, denen es das Handwerk zu legen gilt. Statt Aufklärung wählen die Brüder die Flucht vor den anrückenden Sicherheitskräften und tauchen in der leeren elterlichen Wohnung von Konstantins neuer Freundin Marit (Nadja Bobyleva) in Kassel unter. Allerdings lernen sie hier auch ernsthafte Krawallmacher kennen, die ganz beeindruckt sind vom "Erfolg" der beiden. Zwischen Party und Frauengeschichten planen sie ihren nächsten Coup, der die Stromversorgung der Stadt lahm legen soll. Doch für Konstantin hat der Spaß spätestens seit der Fahndungsbekanntgabe eigentlich aufgehört. Er beschließt, Verantwortung zu übernehmen.
Wie so viele vor ihm, reduziert Regieneuling Böder den politischen Radikalismus auf Lausbubenstreiche und frustrierte Übersprungshandlungen. Nun ja, immerhin spart er den Zuschauern so endlose Strategiediskussionen. So kann er einen Unterhaltungsfilm kreieren, der Selbstfindung, Erwachsenwerden und Liebeskomödie miteinander mischt, aber sich ganz gedankenlos keine Gedanken über die Hintergründe macht. Dass diese Strategie auf Dauer nicht gut geht, kann man an den Brüchen und Ungenauigkeiten der Handlung erkennen. Dafür fährt Böder mit Jörg Pohl, Jean-Luc Bubert, Nadja Bobyleva, Susanne Bormann und Oliver Bröcker ein erfrischendes Nachwuchsensemble auf, das Lust auf mehr macht und aus der mitunter verhakten Story eine ordentliche Komödie macht. |