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House Bunny

(The House Bunny, 2008)

Dt.Start: 09. Oktober 2008 Premiere: 22. August 2008 (USA)
FSK: ab 6 Genre: Komödie
Länge: 97 min Land: USA
Darsteller: Anna Faris (Shelley), Kat Dennings (Mona), Emma Stone (Natalie), Rumer Willis (Joanne), Katharine McPhee (Harmony), Monet Mazur (Cassandra), Sarah Mason (Ashley), Dana Goodman (Carrie Mae)
Regie: Fred Wolf
Drehbuch: Karen McCullah Lutz, Kirsten Smith


Inhalt

Shelley ist leidenschaftlich gern ein Bunny und lebt seit einiger Zeit in der Playboy Mansion. Doch als sie plötzlich aus der Villa geworfen wird, scheint ihr Traum zu zerplatzen. Heimatlos braucht sie nun ein Dach über dem Kopf und wird in der Studentenverbindung Zeta-Alpha-Zeta fündig. Die sieben unbeholfenen Mädchen dieser Vereinigung brauchen dringend Hilfe in Sachen Makeup und Jungs und so entsteht eine Zweckgemeinschaft. Shelley muss nicht auf der Straße sitzen und hilft den Mädchen dabei, besser anzukommen und ihr Verbindungshaus zu retten.
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Kritik

House Bunny hat eine Wertung von 20%
Hirnlose US-Highschoolkomödie über den verzweifelten Versuch einer Schwesternschaft, von grauen Mäuschen zu sexy Partyhäschen zu werden, um mehr Mitglieder anzuwerben und so ihr Verbindungshaus zu retten. Technisch einwandfrei inszeniert, fehlt es jedoch an einer tragfähigen Dramaturgie sowie einem Mindestniveau, außerdem ist die Gesamtaussage fragwürdig.

Bild aus House Bunny Playmate Shelley, deren 27. Geburtstag in Playboy Mansion heftig gefeiert wird, und deren größter Wunsch es ist, in der Novemberausgabe als Centerfold posieren zu dürfen, fliegt schon am nächsten Tag raus ins wirkliche Leben. Denn 27 Menschenjahre sind ja immerhin 59 Bunnyjahre. Nach einer Nacht im Auto, die im Knast endet, findet sie Unterschlupf im Hauptquartier der Loserverbindung Zeta auf dem Campus der Uni. Dort wird sie Hausmutter, doch wahrscheinlich nicht für lang, denn die Verbindung wird aufgrund Mitgliedermangels in Bälde aufgelöst werden. 30 neue Mitglieder braucht die Verbindung Zeta, doch das ist ein unerreichbares Ziel für die scheuen Studentinnen. Shelley jedoch krempelt die Ärmel hoch und reißt die Streberinnen aus ihrer Lethargie, damit die hochnäsigen Kommilitoninnen der Nachbarschwesternschaft das Anwesen nicht für ihren Ausbau bekommen. Es folgen Rückschläge und Intrigen, persönliche Erblühungen und schließlich, wie könnte es anders sein, das Happy End.

Das Wesen von Studentenverbindungen unterscheidet sich zwischen der alten und der neuen Welt grundlegend. In den USA können die meisten Verbindungen als bessere Wohngemeinschaften bezeichnet werden, sie zeichnen sich nach außen meist durch Aufnahmerituale, Partywut und Alkoholexzesse aus. Daher ist es in den USA üblich, deftige Komödien über das lustige Studentenleben zu drehen. Es ist jedoch ebenso üblich, dass diese hierzulande vom studentischen Publikum nicht verstanden werden.

Leider funktioniert House Bunny auch als Film für sich nicht wirklich. Einziges Highlight ist die unverwüstliche Anna Faris (bekannt aus der Scary Movie-Serie) als Shelley, die sich für wirklich jeden noch so armseligen Scherz hergibt und dabei nie die Würde verliert: Wahrlich professionell, und dabei noch wirklich komödiantisch talentiert. Die anderen Darsteller laufen dahingegen weitgehend ferngesteuert durch die Szenen.

Auch dramaturgisch ist der Film für Europäer kaum zu verstehen: Hierzulande völlig unbekannte Prioritäten in Studium und Leben verwirren von vorneherein, die Gefahr der Auflösung einer Verbindung dürfte hier so ziemlich jedermann völlig schnurz sein. Dass plötzlich scheinbar unendliche Mengen an Geld durch den Verkauf eines Kalenders zur Verfügung stehen, ist mehr als nur unrealistisch, und die zwischen den großen Wendepunkten gestreuten Gags sind mehrheitlich lahm und zusammenhanglos. Leider hat sich auch noch Hugh Hefner höchstselbst hinreißen lassen, in diesem Film aufzutauchen. Weitere bekannte Namen im Cast sind Colin Hanks, Sohn von Tom Hanks, und Rumer Willis, Tochter von Bruce Willis.

Technisch ist der Film nicht weiter zu beanstanden, die restlichen Attribute sind jedoch eher zweifelhaft: Studenten brauchen anscheinend keinerlei Allgemeinwissen, um überhaupt an eine Uni zu gelangen (vom Studium selbst mal ganz zu schweigen). Party machen und dabei möglichst sexy rüberzukommen ist offenbar das einzige, was im Leben zählt. Natürlich darf es keine andere Kultur geben als das US-amerikanische Einwegselbstverständnis, eine Fast Food- und Papptellerkultur, und wenn schon mal die inneren Werte hochgehalten werden, dann sollte das nicht erst nach einem schmerzlichen Prozess der Selbsterkenntnis stattfinden müssen, sondern bereits vor dem Beitritt zum Kindergarten erledigt sein. Auch verbessert die ständige Berieselung mit schmolligen, pseudorebellischen Heavy-Popsongs von Castingshow-Niveau das Filmerlebnis nicht wirklich. Von wirklich jedermann außer einem harten Partymacherkern dürfte der Film als cerebrale Darmspülung empfunden werden. Die nur wenigen guten Gags reichen nicht aus, um ihm eine halbwegs annehmbare Bewertung zu verleihen.

Aus der Geschichte eines Playmates, das mit ihren eher speziellen Fähigkeiten auch in der Lage ist, Hilfe zu geben, hätte sich auf einem etwas höheren Niveau so viel mehr machen lassen. Und obwohl am Ende dann doch die inneren Werte statt Geld und Aussehen zählen, liegt während des Films viel zu viel Gewicht auf eben diesen äußeren Werten, um die Botschaft durch den Moral-Twist am Ende noch umzukehren.

von Julian Reischl


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