Königspinguine auf einer beschwerlichen Reise zu einem sicheren Ort, um die richtige Partnerin zu finden, sich zu paaren und kleine Pinguine auf die Welt zu bringen. Wer sich nun an Die Reise der Pinguine erinnert fühlt, liegt nicht ganz falsch. Doch leider handelt es sich hierbei um Die Verrückte Reise der Pinguine, die Veralberung des oscarprämierten Originals von Luc Jaquet. Damit reiht sich Regisseur Bob Saget in die lange Schlange der "unnötigsten und einfach nicht witzigen Produktionen" ein und erhält sogar einen Platz ziemlich weit oben.
Veralberungen von großen Filmen gibt es schon lange und mittlerweile wie Sand am Meer. Während der "Vorreiter" Scary Movie noch lustig und voller innovativer Ideen war, ließen die Nachfolger bereits stark zu wünschen übrig. Doch richtig schlecht wurde es eigentlich erst mit Filmen wie Date Movie oder Fantastic Movie. Sinnlose Aneinanderreihung von Geschehnissen, ständig begleitet von "Humor" der aller untersten Schublade und dem äußerst beliebten Fäkalhumor, standen hier auf der Tagesordnung. Doch während man bei all diesen Filmen vielleicht sogar ein- oder zweimal lachen konnte oder sich zumindest durch die verschiedenen Motive wach halten konnte, ist selbst dies bei Die Verrückte Reise der Pinguine Fehlanzeige.
Bereits nach fünf Minuten des Films ist man versucht nach der Fernbedienung zu greifen und einen anderen Kanal zu wählen, doch man sagt sich "vielleicht wird es ja noch besser". Aber leider muss man nach den vollen 80 Minuten Laufzeit feststellen, dass das leider nicht der Fall war. So hat man eine Aneinanderreihung von Szenen über sich ergehen lassen, die den Anschein machen, als wären sie das, was bei der Produktion von Die Reise der Pinguine als "langweiliger Müll" übrig geblieben ist. Einzig im Intro des Films bekommt der Zuschauer schöne Eisformationen und die Weite der Antarktis zu sehen. Im weiteren Verlauf beschränkt sich die Optik leider lediglich auf Pinguine, die herumstehen und ihren Kopf bewegen oder streckenweise Wandern. Scheinbar wahllos hineingemischt werden Aufnahmen anderer Pinguinarten, die sich natürlich auch an völlig anderen Orten aufhalten, und sogar komplett anderer Tiere, wie beispielsweise ein Panda. Auch die Qualität dieser Aufnahmen könnte unterschiedlicher nicht sein. Während die Szenen mit den Königspinguinen in sehr guter Qualität vorliegen, scheinen andere bereits so alt zu sein, dass sie verfärbt oder krisselig sind. Eine Struktur hinter dieser Mischung an optischen Eindrücken lässt sich leider über den ganzen Film hinweg nicht erkennen.
Wenn die optische Seite eines Streifens nicht allzu ansprechend ist, muss zumindest der gesprochenen Teil überzeugen und den Zuschauer bei Laune halten. Doch auch hier versagt Die Verrückte Reise der Pinguine auf ganzer Linie. Gemeinsam mit dem Erzähler begleiten wir über eine weite Strecke hinweg Carl und Jimmy, die mit Frauen bereits so ihre Erfahrungen gemacht haben und sich unter anderem darüber unterhalten. Dabei beschwert man sich, dass man es den Frauen niemals Recht machen kann, da die eine beispielsweise ein größeres Haus gefordert hat (woraufhin erwidert wurde, dass man doch in der Antarktis lebe und es gar keine größere Behausung gebe) und die andere mit dem nächst besten Pinguintyp fremdgegangen ist. Dabei lässt man so gut wie keinen schlechten Witz (manchmal fragt man sich ernsthaft, ob das jetzt eigentlich gerade hätte ein Witz sein sollen) aus und auch die Interaktionen mit dem Erzähler sind alles andere als amüsant. Das Zitat "Morgan Freeman hat in einer einzigen Sommersprosse mehr Talent als du in deinem Suffkopf" trifft hierbei leider auch auf die Macher dieses unnötigen und fast schon als Beleidigung aufzufassenden Films zu.
Wer also Königspinguine sehen möchte, dem sei Die Reise der Pinguine wärmstens empfohlen, da man hier nicht nur atemberaubende Bilder, eine ergreifende Story und wohl dosierten Humor bekommt, sondern auch noch wirklich etwas über diese beeindruckenden Geschöpfe erfahren kann. Wer sich eher einen Abend mit leichter Unterhaltung wünscht, aber auf die Tiere dabei nicht verzichten möchte, der sollte sich die Zeit mit TV-Sendungen wie Die lustigsten Tiere der Welt oder auch jegliche Pannenshows, die es so gibt, vertreiben. Denn egal für was man sich entscheidet, man ist auf jeden Fall besser beraten, als wenn man sich Die Verrückte Reise der Pinguine antut und danach feststellen muss, dass man so eben 80 Minuten seines kostbaren Lebens vergeudet hat.