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Lakeview Terrace

(Lakeview Terrace, 2008)

Dt.Start: 18. Dezember 2008
DVD: 19. Mai 2009
Premiere: 19. September 2008 (USA)
FSK: ab 12 Genre: Drama, Thriller
Länge: 111 min Land: USA
Darsteller: Samuel L. Jackson (Abel Turner), Kerry Washington (Lisa Mattson), Patrick Wilson (Chris Mattson), Eva LaRue (Lieutenant Morgada), Elizabeth Tulloch (Nadine), Lynn Chen (Eden), Keith Loneker (Clarence Darlington), Robert Dahey (Jung Lee Pak)
Regie: Neil LaBute
Drehbuch: David Loughery, Howard Korder


Inhalt

Das Ehepaar Chris und Lisa Mattson sind frisch verheiratet und in ihr Traumhaus eingezogen. Doch das Glück währt nicht lang, denn auf Grund ihrer verschiedenen Hautfarben geraten die beiden ins Fadenkreuz ihrer konservativen Nachbarn. Abel Turner, ein strenger, alleinerziehender Vater und Polizist, ist selbst erklärter Wachhund der Nachbarschaft. Durch seine regelmäßigen Streifzüge gibt er den Leuten die nötige Sicherheit, doch aufgrund seiner Schikanen gegen die Mattsons entwickelt sich der Polizist immer mehr zum Dorn im Auge des Paares. Diese beschließen schließlich, den Kampf aufzunehmen.
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Durchschnittliche Redaktionswertung

Lakeview Terrace hat eine durchschnittliche Redaktionswertung von 78%
Kurzkritik
von Markus Müller
Wertung von 72 für Lakeview Terrace

Auf den ersten Blick ist Lakeview Terrace nur ein weiterer Film über einen Konflikt zwischen zwei Nachbarn. Um dem ganzen eine individuelle Note zu verleihen, musste ein schwarzer, exzentrischer Polizist (fast schon übermotiviert dargestellt von Samuel L. Jackson) als Unruhestifter herhalten und um das Gefühl einer zusätzlichen, allgegenwärtigen Bedrohung zu schaffen, wurde noch ein Buschfeuer hinzu kombiniert. Das Konzept funktioniert tatsächlich recht gut und so ist Lakeview Terrace trotz einiger Schwächen ein solider Thriller geworden. Insgesamt hätte jedoch deutlich mehr passieren können, wobei ein paar echte Überraschungen wünschenswert gewesen wären. Ein wenig getrübt wird das Filmvergnügen auch dadurch, dass die Motivation des "bösen Nachbarn" zu keinem Zeitpunkt nachvollziehbar ist. Dennoch ist Lakeview Terrace unterhaltsam und über weite Strecken recht spannend.

Kritik

von Julian Reischl
Lakeview Terrace hat eine Wertung von 83%
Solider Psychothriller, der die Figur des knallharten Cops mal von einer ganz anderen Seite zeigt als üblich. Die Spannung entwickelt sich nur langsam, dafür aber umso intensiver, und die allgegenwärtige Bedrohung der ganzen Wohnsiedlung durch die nahenden Buschbrände intensiviert die Kinoerfahrung deutlich. Samuel L. Jackson zeigt beängstigende Fähigkeiten, die er bisher nur in den düstersten Szenen von Shaft ausspielen durfte.

Bild aus Lakeview Terrace Chris und Lisa Mattson haben sich endlich ihr Traumhaus gekauft: Die auf einem der Hügel um Los Angeles gelegene Siedlung wird von einer langen Straße, die in einem Wendekreis mündet, mit der Außenwelt verbunden. Ganz hinten, am Hang und mit einem herrlichen Blick über die Stadt, ziehen sie in ihr neues Domizil ein. Ihr direkter Nachbar, der schwarze Polizist Abel Turner, stellt sich ihnen gleich vor und heißt sie in der Nachbarschaft willkommen. Auch er zeigt für einen kurzen Moment diesen überraschten Blick, den Lisa und Chris schon kennen: Lisa ist schwarz, Chris ist weiß, und dennoch funktioniert ihre Beziehung problemlos.

Das Paar freut sich schon auf ein um einige Grade schöneres Leben im Haus mit Pool und freundet sich auch ein wenig mit Abels Kindern Celia und Marcus an, die natürlich darauf spechten, den Pool benutzen zu dürfen. Die Kinder sind Halbwaise, die Mutter kam vor Jahren ums Leben.

Zunächst fühlen sich Lisa und Chris in der direkten Nachbarschaft eines offenbar fähigen Polizisten pudelwohl und sicher. Doch bald müssen sie feststellen, dass Abel Turner seine harte Schale, die er für den Job braucht, in der Freizeit nicht abstreifen kann. Doch nur von einigen kleinen Schwierigkeiten, wie zum Beispiel einer sabotierten Klimaanlage oder der Tatsache, dass Abel sein Grundstück jede Nacht taghell beleuchtet, lassen sich die beiden nicht entmutigen.

Allerdings ist Abel offenbar nicht nur ein pedantischer Polizist, sondern scheinbar auch nicht bereit, eine gemischte Ehe in der Siedlung zu dulden. Er stellt sich gegenüber Lisa und Chris bald als richtiges Ekel heraus. Die beiden erkennen bald, dass es auch keinen Sinn macht, im Streitfall die Polizei zu holen, da Abel den Kollegen gegenüber natürlich einen weit besseren Stand hat als die Neuen in der Siedlung. Außerdem zeigt der Cop seine harte Seite nicht jedem, sondern nur denen, die er nicht leiden kann.

Als Abel dann auch noch sein Haus für den Junggesellenabschied eines Kollegen zur Verfügung stellt, der natürlich als rauschendes Fest bis tief in die Nacht andauert, platzt Chris der Kragen. Er geht sich bei Abel beschweren, was ihn ab sofort natürlich bei allen Polizisten, die Gäste auf dem Fest waren, schlecht aussehen lassen wird. Erst ab dem nächsten Morgen beginnt Abel, seine Zähne wirklich zu zeigen.

Knallharte Cops sind ja ein Muss für Polizeifilme. Doch einmal das Privatleben so eines menschgewordenen Polizeiknüppels zu zeigen, ist wirklich mal was anderes. Während in der Lethal Weapon-Reihe Mel Gibson privat depressiv am Strand wohnte und Danny Glover ein wenig sein Familienidyll feierte, sieht das Privatleben des Witwers und alleinerziehenden Vaters Abel schon ganz anders aus. Von Machthunger zerfressen, ist der Cop tatsächlich der Meinung, allein bestimmen zu können, wo's langgeht.

Der Film entwickelt sich nach gemütlichem Start in einen knallharten Thriller, eine symbolische Rolle spielt hierbei die langsam heranrollende Feuerwalze des typisch südkalifornischen Waldbrandes. Der Showdown findet konsequenterweise auch nach der Evakuierung der Siedlung im beginnenden Ascheregen statt.

Regisseur Neil LaBute inszenierte zuletzt den vielfach verstörenden Wicker Man - Ritual des Bösen, der von der Kritik mit gemischten Gefühlen aufgenommen wurde. Seine Zusammenarbeit mit Samuel L. Jackson, der den Abel Turner spielt, sowie mit den noch nicht gleichermaßen bekannten Patrick Wilson und Kerry Washington erweist sich jedoch als gelungen: Der Spannungsbogen wird konsequent aufgebaut, und auch wenn man schon ahnt, auf was es hinauslaufen wird, hängt man als Zuschauer auf der Sitzkante, wenn es soweit ist. Ein schöner Psychothriller, der so eine Cop-Situation mal von einer ganz ungewöhnlichen Seite zeigt. Wirklich empfehlenswert für Wohnungssuchende ebenso wie für den Rest der Thrillerfans da draußen.



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