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Noch nie einen Jungen geküsst? Kein Problem - Knutschguru gibt Nachhilfe. Die haben 14-jährige Mädchen auch nötig. Schließlich darf man nicht ohne Erfahrung zum ersten Date mit dem Traumprinzen. Der muss aber erstmal erobert sein. Und das ist nicht gerade leicht, wenn er mit dem schärfsten Feger der Schule liiert ist. Die Eltern haben für diese existenziellen Probleme indes kaum einen Sinn, die sind ja auch von Vorgestern. Es ist nicht einfach als Teenager klarzukommen, aber man ist nicht alleine - schließlich gibt es die besten Freundinnen. Unterhaltsame Teeniekomödie, mit einem satten Schuss Ironie, aber erwatungsgemäß voraussehbarem Finale.
Strings sind nicht wirklich was für Georgia (Georgia Groome) und ihre Nase ist auch irgendwie zu groß. Beim anonymen Attraktivitätstest im Freundinnen-Rat sind die Ergebnisse suboptimal und eines scheint sicher: Ihren auserkorenen "Sex-Gott" Robbie (Aaron Johnson) bekommt sie so nie. Obendrein ist der schon in festen Händen. Slaggy (Kimberley Nixon), Schuldiva mit Stringtanga-Idealmaßen, geht fest mit ihm und gegen die kann Georgia kaum anstinken. Deshalb geht's erstmal auf die Knutsch-Trainingscouch. Schließlich darf Georgia, falls es zum intimen Stelldichein kommen sollte, nicht wie ein unreifes Girly wirken. Die Mundgymnastik glückt überraschend gut. Sogar der Trainer, bei dem sich knutschwillige Mädels die Klinke in die Hand geben, ist auf Anhieb begeistert und würde die Trainingseinheiten gerne aufs Private ausdehnen.
Zu Hause scheint sich bereits die nächste Katastrophe anzubahnen: Georgias Vater (Alan Davies) bekommt eine Superstelle von seiner Firma angeboten, einziger Haken: in Neuseeland. Aber diese Familie ist ohnehin nicht mehr zu retten. Die jüngere Schwester ein Freak, Familienkater Angus ein schräges Viech und nun, da Georgias Vater auf der anderen Seite der Welt Karriere macht, hat Mutter (Karen Taylor) freie Bahn ihre weibliche Seite zu entdecken. Da kommt der adonisgleiche Handwerker Jem (Steve Jones), der in der Abwesenheit des Gatten das Haus renoviert, gerade recht. Es wird gebaggert was das Zeug hält. Zum Abgewöhnen - wenn Jem nur nicht zum dahinschmelzen gut aussehen würde. An der Liebesfront ist für Georgia keine Besserung in Sicht. Obendrein hat ihre beste Freundin plötzlich einen Freund, Robbies Bruder Tom (Sean Bourke), und für die eingeschworene Mädchenklicke bleibt ihr nunmehr kaum noch Zeit. Was für ein Desaster: Der 15. Geburtstag vor der Tür, keinen Freund, der Vater am Ende der Welt, die Mutter mitten in der Balz, wie soll man da das eigene Leben in den Griff bekommen?
Frontalknutschen entführt in die Welt pubertierender Mädchen im Hormonrausch, den ultimativen Liebesfavoriten bereits fest im Blick: In greller Leuchtschrift blinkt dem erwählten Prinzen Mach mir ein Kind, Du Sex-Gott
entgegen, aber die Jungs sind ja so schwer von Begriff oder gehen einfach mit der Falschen. Und die Eltern - die nerven einfach. Verstehen gar nichts und sind megapeinlich. Natürlich ist man mit sich selber ebenso wenig zufrieden: die Oberweite zu klein, die Hüften zu breit, die Beine zu kurz und die Nase zu voluminös. Der Pfad zum Erwachsenwerden ist ein steiniger Weg. Kein Wunder wenn da gelegentlich rumgezickt wird und die eigenen Interessen zu fragwürdig-eigennützigen und schrägen Handlungen motivieren. Eine der Weisheiten, die soft verpackt und durch die Blume vermittelt wird, ist demzufolge, dass Einsichtsfähigkeit, die Reflektion der eigenen Handlungen und das Zurückstellen egoistischer Motive Kennzeichen des Erwachsenseins sind.
Genau aus dem Aufeinandertreffen der Teenagerwelt mit der Notwendigkeit verantwortungsvoll zu agieren, erwachsen Spannung, Witz und Charme der Geschichte. Und gelegentlich verirren sich sogar ein paar "Dramamotive" und melancholische Spurenelemente in die Handlung. Vielleicht sind dem einen oder anderen diese Selbstfindungsscharmützel nicht schon so fremd, dass er sich, als Erwachsener, gar nicht mehr auf die Story einlassen kann. Jeder hat diese Phasen im Leben durchgemacht, und wer pubertierende Kinder hat, erlebt bestimmt manch ein Revival. Britischer "Charme", der für die Älteren ruhig ein bisschen bissiger hätte sein können und talentierte Jungdarstellerinnen, die unterhaltsam und mit süffisanter Ironie das Chaos einfangen, liefern ein paar gute Argumente für diesen Film. Die Zielgruppe ist klar, aber auch den Großen kann der Streifen vergnügliche Momente bereiten. Man sollte nur nicht allzu überraschende Wendungen erwarten. |