MovieMaze-Home
NewsFilmeChartsStarsTrailerWallpaperPosterForumSpecialsSuche
filmarchivaktuell im kinovier wochen vorschaucoming soonpodcastsuche

  
 Poster zu 39,90 vergrößern

Film-Seite zu 39,90
Poster zu 39,90
Offizielle Seite
PDF zu 39,90

39,90

(99 francs, 2007)

Dt.Start: 31. Juli 2008 Premiere: 26. September 2007 (Frankreich)
FSK: ab 16 Genre: Komödie
Länge: 104 min Land: Frankreich
Darsteller: Jean Dujardin (Octave Parango), Jocelyn Quivrin (Charles 'Charlie' Dagout), Patrick Mille (Jean-Francois 'Jeff' Marolles), Vahina Giocante (Sophie), Elisa Tovati (Tamara), Nicolas Marie (Alfred Duler), Dominique Bettenfeld (Jean-Christian Gagnant), Antoine Basler (Marc Maronnier), Fosco Perinti (Giovanni Di Toro), Cendrine Orcier (Fabienne), Dan Herzberg (Steven)
Regie: Jan Kounen
Drehbuch: Nicolas & Bruno, Jan Kounen


Inhalt

Octave Parango arbeitet für die größte Werbeagentur der Welt "Ross & Witchkraft" und gehört dort zu den kreativsten seines Faches. Parango schwimmt förmlich im Geld, sieht fabelhaft aus, feiert große Partys und hat bereits viele Affären mit wunderschönen Models gehabt. Erst als er seine große Liebe Sophie trifft und anschließend wieder verliert, gerät sein anscheinend tadelloses Leben aus den Fugen. Pago erkennt, dass Sophie für ihn die Größte ist - größer als die oberflächliche Werbewelt.
Shopping-Box
DVDs zu 39,90 Amazon-Shop
zum Film
Merchandising zu 39,90 Poster & Merchandise
zum Film
39,90 bei eBay Artikel bei eBay
zum Film
39,90 bei Billiger.de Preisvergleich
für den Film


Kritik

39,90 hat eine Wertung von 80%
Rückblick auf das Leben eines erfolgreiches Creatives eines Marketing-Unternehmens: zwischen kaltschnäuziger Verarsche, Party, Selbstüberschätzung und offen demonstrierter Arroganz lebt Yuppie Octave das Leben auf der Überholspur. Er liest die Sehnsüchte aus den Menschen heraus oder verschafft ihnen welchen, wenn sie keine haben. Nur mit der Liebe klappt das nicht. Aber dafür gibt's ja Koks... Franzose Jan Kounen inszeniert den Film zum Marketing und frönt dabei einmal mehr seiner Lust zu exzessiven, visuellen (Drogen-) Trips - siehe sein Blueberry und der Fluch der Dämonen. Ein bissiger Spaß für Fans des verwinkelt wahren Wortes.

Bild aus 39,90 Ein Blick zurück auf das Leben des erfolgreichen Creatives eines Marketing-Unternehmens: Octave Parango (Jean Dujardin) kennt die Überholspur des Lebens nicht. Er überholt die anderen auf seiner eigenen Fahrbahn. Der Mann ist Kreativer, weshalb man ihn nicht verstehen muss. Octave versteht sich selbst ja auch nicht. Er kreiert Images, Brands, Werbekonzepte, macht aus Unansehnlichem Verkaufsschlager und weiß exakt, dass er zu etwas fähig ist, was andere nicht können. Deshalb hat er für sein Ich ein eigenes, höchst arrogantes Image aufgebaut, auch weil es dem landläufigen Bild vom überragenden, bestbezahlten Genius entspricht. Den Rest seiner Unberechenbarkeit machen ein drogenverseuchter Lebenswandel, ausgelebte Egomanie und kindischer Sandkasten-Neid aus. Bei der Mega-Agentur "Ross & Witchkraft" kommt er damit durch, weil er einfach nach seinen eigenen Regeln spielt - und die anderen "octavefürchtig" mitmachen. Die Ergebnisse geben ihm recht: Was sich Octave heute ausdenkt, ist morgen die Mode! Doch dann lernt er zwischen Sexparties, drögen Kundenmeetings und Werbeproduktionen die bodenständige Sophie (Vahina Giocante) kennen, die ihn mit mehr wahrem Leben konfrontiert, als ihm lieb ist. Erst gibt sie sich spröde. Als er total in sie verliebt ist, gibt sie endlich nach. Gänzlich beglückt ist Octave drauf und dran, sein Leben umzukrempeln. Doch dann überfordert sie ihn mit der Botschaft ihrer Schwangerschaft.

In Jan Kounens "39,90" regiert der schöne Schein dieser Welt. Alles ist zu schön, um wahr zu sein, weshalb man zwischen diversen Trips nicht immer sicher sein kann, dass Kounen die Zuschauer auch wieder in die richtige Geschichte zurückbringt. Hier liegt zweifellos der große Charme und auch der große Spaß von 39,90, der mit einem herrlichen gewitterdüsteren Armageddon auf einem Hochhausdach beginnt (und damit Sin City zitiert). Moderne Bilderstürme sind eben Kounens Steckenpferd, wie zuletzt die Drogentrips in Blueberry und der Fluch der Dämonen eindrucksvoll demonstrierten. Kounen vollführt ein unterhaltsam virtuoses Spiel mit Ebenen und Bildern, die sich offen als Images und nicht als Wahrheiten verstehen. Im Prinzip klärt der Macher über die manipulierenden Mechanismen der Werbeindustrie auf, in dem er offen damit hantiert und sie als lebensfremd ad absurdum führt. Diese Offenherzigkeit ist natürlich auch darauf zurück zu führen, dass Bruno Lavaine die Erfolgsvorlage von Frédéric kongenial in ein packendes Drehbuch umgearbeitet hat. Immerhin plaudert Beigbeder, der ehemalige Marketing-Creative, aus dem Nähkästchen. Octave ist nicht mehr oder weniger als sein Alter Ego. Und weil Jean Dujardin eine so herrliche Figur als drogen- und imagesüchtiges Arschloch und jämmerliches Menschen-Würstchen gleichermaßen abgibt, nimmt man ihm auch den allergrößten Wahnwitz ab.

Die rasante Komödie überrascht schließlich noch ganz im Sinne der Werbung mit zwei verschiedenen Enden. Man will, ganz ironisch, die Sehnsüchte der Zuschauer doch bitte zielsicher und optimal treffen. Und weil die ätzende Gaudi Stürze von Gebäuden, Koksüberdosen, Autocrashs und sogar Executives-Meetings mit kleingeistigen Kunden überlebt, kann Kounen manch hartes Wort gelassen aussprechen. Bei seiner Systemkritik bezieht Kounen nämlich die entrüstete Konsumentenschaft einfach mit ein. Sowohl der Marketing-Industrie als auch den Konsumenten gibt er die Schuld an dieser Lust zur Lüge. Schließlich will ein jeder dem schönen Schein Glauben schenken. Der Film mag wie seine Hauptfigur eben nicht nett sein. Aber man freut sich trotzdem, wenn Klischees ebenso wie gerne kolportierte Verschwörungstheorien hier verballhornt werden. Die erzählerische und visuelle Urgewalt von 39,90 fegt grausame Werbesatiren wie Viktor Vogel - Commercial Man aus dem Gedächtnis. Schon dafür muss man Jan Kounen dankbar sein. Am Ende dieser gelungenen Tour de Force erlaubt er sich und den Zuschauern ein heiteres Lächeln über den Umstand, dass man einmal mehr der Kunst der Lüge aufgesessen ist.

von Harald Witz


Weitere interessante Filme




Film vorschlagen
Free Rainer - Dein Fernseher lügt
Dt. Start: 15. Nov 2007
Vorschlag entfernen
Thank You For Smoking
Dt. Start: 31. Aug 2006
Vorschlag entfernen
Tage oder Stunden
Dt. Start: 30. Apr 2009
Vorschlag entfernen
 

© 2010 MovieMaze.de