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Die neun Pforten

(The Ninth Gate, 1999)

Dt.Start: 16. Dezember 1999 Premiere: 25. August 1999 (Spanien)
FSK: ab 12 Genre: Thriller
Länge: 133 min Land: Frankreich, Spanien, USA
Darsteller: Johnny Depp (Dean Corso), Frank Langella (Boris Balkan), Lena Olin (Liana Telfer), Goldie (Liana Telfor's Henchmen), Emmanuelle Seigner (Mädchen), Barbara Jefford (Baroness Kessler), Jack Taylor (Victor Fargas), José Lopez Rodero (Pablo Ceniza), Tony Amoni (Liana's Bodyguard), James Russo (Bernie), Willy Holt (Andrew Telfer), Allen Garfield (Witkin), Jacques Dacqmine (Alter Mann), Joe Sheridan (Sohn des alten Mannes), Rebecca Pauly (Schwiegertochter)
Regie: Roman Polanski
Drehbuch: Arturo Pérez-Reverte, John Brownjohn


Inhalt

Im Auftrag des bibliophilen Boris Balkan reist Dean Corso, ein Experte für seltene Bücher, nach Europa um sich auf die Suche nach zwei weiteren Ausgaben des Buches "Die Neun Pforten ins Reich der Schatten" zu machen und sie Balkan zu beschaffen. Das Werk, an dessen Entstehung angeblich Luzifer persönlich beteiligt war, ist in Sammlerkreisen sehr begehrt, und Corso gerät während seiner Mission mehr als einmal in Gefahr.
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Kritik

Die neun Pforten hat eine Wertung von 66%

Nach vierjähriger Pause nahm Roman Polanski 1998 wieder auf dem Regiestuhl Platz, um den Roman El Club Dumas von Arturo Pérez-Reverte aus dem Jahr 1993 auf die Leinwand zu bringen, das Ergebnis war Die neun Pforten, ein Mysterythriller mit Johnny Depp in der Hauptrolle. Der wandlungsfähige Depp spielt den mit allen Wassern gewaschenen Bücherexperten Dean Corso, dessen neuer Kunde der undurchsichtige Boris Balkan ist, ein Büchersammler, der sich auf ein ganz besonderes Thema spezialisiert hat: Den Teufel. Balkan ist im Besitz einer der drei letzten verbliebenen Ausgaben von "Die Neun Pforten ins Reich der Schatten", mit dessen Hilfe man angeblich in direkten Kontakt mit dem Teufel treten kann, hat aber Zweifel an der Echtheit seines Exemplares und setzt alle Hebel in Bewegung um an die beiden anderen zu gelangen.

Die Geschichte wird aus Corsos Sicht erzählt und wie er stellt man stellt sich nach einer Weile natürlich auch die alles entscheidende Frage: Was ist dran an diesem legendären Buch? Ist an den Gerüchten um seine übernatürliche Kraft etwas Wahres oder sind sie nur Spinnerei? Diese diffuse aber spürbare Spannung beruht im Prinzip auf der simplen Erwähnung des Teufels und macht sich die Angst vor dem Unbekannten zu Nutze, die jeder in sich trägt. Glücklicherweise wird dieser psychologische Taschenspielertrick von der gelungenen Inszenierung recht gut unterstützt, so wurde die düstere Atmosphäre durch Verwendung stimmungsvoller Sets und einer ordentlichen Kameraarbeit Darius Khondjis (Sieben) schön eingefangen, Wojciech Kilars musikalische Untermalung arbeitet zwar mit einem nicht sehr umfangreichen Satz von Motiven, die im Film immer wieder auftauchen, erzielt aber dennoch den gewünschten Effekt und jagt einem den ein oder anderen Schauer über den Rücken.

Der guten Inszenierung auf der einen Seite steht andererseits eine recht dünne Handlung gegenüber. Corso hetzt im Grunde nur von einem Punkt zum nächsten, begegnet ein paar nicht mehr ganz lebendigen Nebendarstellern, wird ein bisschen bedroht und löst ein paar Rätsel. Das ist zwar ganz nett anzuschauen, bietet aber auch nichts wirklich Neues. Der Charakter durchläuft zwar eine nachvollziehbare Entwicklung vom ungläubigen, am Profit interessierten Geschäftsmann zu einer tiefgehenden persönlichen Faszination, die Personen um ihn herum sind aber mehr oder weniger Staffage und dienen nur dazu, die Schnitzeljagd nach LCF a.k.a. dem Teufel voranzutreiben. Depp kann als Bücherwurm überzeugen, haucht seiner Figur Leben ein und wird von den drei wichtigsten Nebendarstellern Frank Langella, Lena Olin und Emmanuelle Seigner gut unterstützt, um großartige Leistungen erwarten zu können sind aber sämtliche Figuren des Films zu einfach konzipiert.

Noch ein Wort zum Thema "Angst vor dem Unbekannten" und der damit verbundenen Erwartungshaltung: Bei im wahrsten Sinne des Wortes "unvorstellbaren" (Film-)Themen wie in diesem Beispiel dem Satan, Teufel, Luzifer, Beelzebub oder wie man ihn sonst nennen mag, ist das große Finale immer ein Problem, da der Zuschauer meist etwas viel phantastischeres erwartet, als dann tatsächlich gezeigt wird. Die neun Pforten geht diesem Problem bewusst aus dem Weg und schafft so gleich wieder ein neues, denn viele Zuschauer werden das Ende wahrscheinlich als sehr unbefriedigend empfinden. Es ist dennoch gelungen, weil es, richtig interpretiert, eine logische Fortführung der vorangegangenen Ereignisse ist und Raum für eigene Gedanken lässt. Die neun Pforten ist ein Film mit soliden Leistungen aller Beteiligten, der das Genre allerdings nicht gerade neu erfindet. Wer sich von der dunklen Seite angezogen fühlt, darf zugreifen.

von Daniel Bund


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