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Zurück im Sommer

(Fireflies in the Garden, 2008)

Durchschnittliche Redaktionswertung

60%



Inhalt

Die Taylors könnten eine Bilderbuchfamilie sein, wären da nicht unverarbeitete Geheimnisse der Vergangenheit, die Sohn Michael nicht loslassen. Er ist mittlerweile ein erfolgreicher Schriftsteller und hat die Rohfassung seines neuen, enthüllenden Werkes über einen Sommer in seiner Kindheit im Gepäck. Doch bevor er bei der anstehenden Familienfeier bei seiner Tante eintrifft, haben seine Eltern einen tödlichen Unfall. Zu der Beerdigung kommt auch Michaels Ex-Frau, die durch ihre Alkoholsucht die Ehe seiner Zeit zu Grunde gerichtet hatte.

Kritik

von Dimitrios Athanassiou

Wertung Kritik

60%

Der Vater (Willem Dafoe) ein Tyrann. Nicht wirklich, vielmehr Pedant, gefangen in seinen Anschauungen und Erwartungen seinen Nächsten gegenüber, sowie leicht über seinen eigenen mittelprächtigen Erfolg verbittert. Die Mutter (Julia Roberts) perfekt, beinahe. Liebenswert, warmherzig, fürsorglich und sich nach mehr sehnend. Der Sohn (Cayden Boyd) intelligent und talentiert, mit Schwächen und Fehlleistungen aus dem Verlangen heraus, den Ansprüchen des Vaters gerecht zu werden. Und dann die Tante (Hayden Panettiere), jung, keck und frech-frivol, ein kleines Geheimnis mit sich tragend. Alltägliche Story, manchmal bewegend, gelegentlich irritierend und aufgrund eines virtuosen Willem Dafoe durchaus sehenswert.

Bild aus Zurück im Sommer Die Dinge sind nicht immer so wie sie scheinen und lange ruhte die Vergangenheit, verdrängt oder unverarbeitet, im Vergessenen. Was der Vater dem Sohn angetan hat, um ihn zu etwas "besonderem" zu machen und die schlimmen Bestrafungen, die Michael (Ryan Reynolds) über sich ergehen lassen musste, all dies ist so lange her, dass man es eigentlich gut sein lassen könnte. Michael ist inzwischen ein erfolgreicher Autor, verkauft einen Roman nach dem anderen, was seinem Vater, dem Literaturprofessor, zeitlebens nicht gelang. Auf seiner Reise zum Familientreffen hat er ein Stück brisante Vergangenheit im Gepäck. Das Manuskript seines neuen autobiografischen Romans Fireflies in the Garden, in dem er seine Erlebnisse im Sommer seiner Jugend verarbeitet, hat Potenzial viele Menschen tief zu verletzen.

Es kommt anders: Bevor sich alle bei Michaels Tante (Emily Watson), die inzwischen geheiratet und eine eigene Familie gegründet hat, treffen können, verunglücken Michaels Eltern. Anstelle eines Familienwiedersehens gibt es eine Beerdigung, zu der, zu allem Überfluss, auch noch Michaels Ex-Frau Kelly (Carrie-Anne Moss) auftaucht. Ehemals Alkoholikerin, ist sie inzwischen seit einigen Monaten trocken. Die Ehe der beiden hat die Sucht allerdings nicht überstanden. Man feiert Versöhnung: Während im Erdgeschoss andächtig Worte über die Verblichenen gesprochen werden, schiebt man oben, laut für alle hörbar, eine wilde Nummer. Geschmacklos und spätestens jetzt hofft man auf etwas "Würze". Lauernd saß man im Kinosessel und fieberte obsessiven Enthüllungen entgegen.

Man könnte es als eine der Stärken des Films bezeichnen, dass nicht plump jedes Klischee bedient wird, das sich augenscheinlich anbietet. Ein wenig mehr "Salz in der Suppe" hätte es aber schon sein können. Und auch die durchweg prominente Schauspielerriege begnügt sich, mit Ausnahmen, überwiegend aufs Schaulaufen. Dass eine Darstellerin wie Julia Roberts ihren, relativ kleinen, Part gekonnt ausfüllt, steht außer Frage. Tragende Säule und heimlicher Protagonist des Films ist aber vor allem Willem Dafoe. Der 53-jährige Mime schlüpft seit vielen Jahren chamäleonhaft immer wieder in die Haut skurriler Figuren: Ob in Oliver Stones Vietnamepos Platoon als transzendent-prophetischer Sgt. Elias, als durchtriebener Tankstellenpächter im virtual-reality Streifen eXistenZ oder Erzbösewicht Grüner Kobold in Spider-Man, Dafoe überzeugt, und in Zurück im Sommer brilliert er vor allem durch die sehr greifbare Darstellung eines Mannes als tyrannisches Familienoberhaupt, gescheiterter Literat und emotional verkrüppelter Ehemann wie Vater.

An anderer Stelle hätte man sich mehr davon gewünscht. Vor allem Carrie-Anne Moss hinterlässt viele Fragezeichen. Außer einem sehr dynamischen Matratzenkampf bleibt wenig Rühmliches haften. Überhaupt scheint es seit der Matrix Trilogie nicht weit her mit der Aktriss. Dafür geht allmählich der Stern Hayden Panettieres auf. Bei uns vor allem bekannt geworden durch die Sci-Fi Serie Heroes, liefert die junge Dame bei ihrem ersten richtigen Kinodebüt eine ordentliche Vorstellung ab. Ein wenig mehr frivole Keckheit und man hätte ihr die Rolle des "Fräuleins in Schwierigkeiten" noch eher abgenommen. Und Ryan Reynolds, der eigentliche Hauptakteur des Streifens, zeichnet ein Bild mit Höhen und Tiefen eines Mannes, in dem noch immer das verletzte Kind steckt. Das lässt zwar sein Potenzial erahnen, wird aber nie voll abgerufen. Ebengleiches gilt für die, eigentlich von der Bühne stammende, Emily Watson, die als Tante Jane Michaels stabilisierende Mitte und gemahnendes Gewissen darstellt. Menschelnd überzeugend und ungekünstelt, dafür selten ernstlich kraftvoll.

Beinahe im Kontrast dazu, als wolle der Film anderweitig entschädigen: Weite offene Landschaften, mal stürmend, mal beschaulich, im Wechsel mit der beengenden häuslichen Atmosphäre, geben einen Flair, wie es ist und wie es sein sollte, wo es hingehen könnte, was sich alle Wünschen und eine Idee von dem, was in der offenen Leere verborgen und ungesagt bleibt. Der Plot nichtlinear, mit zahlreichen Rückblenden in die Vergangenheit der Figuren, nicht ungeschickt gemacht, aber auch hier hätten die Überblendungen und der Schnitt etwas knackiger sein können. Wer Filme mag, in denen es vor bekannten Gesichtern wimmelt und sich von leisen Geschichten mit vielen versteckten Motiven angesprochen fühlt, ist mit Zurück im Sommer gut beraten. Wer es peppiger mag, wird möglicherweise ungeduldig im Kinosessel herumrutschen.

Keine weitere Wertung


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