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Factory Girl(Factory Girl, 2006)
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07. August 2008 DVD: 03. Dezember 2008
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Premiere: |
29. Dezember 2006 (USA) |
| FSK: |
ab 12
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Genre: |
Drama |
| Länge: |
91 min
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Land: |
USA |
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Darsteller:
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Sienna Miller (Edie Sedgwick), Guy Pearce (Andy Warhol), Hayden Christensen (Musician), Jimmy Fallon (Chuck Wein), Jack Huston (Gerard Malanga), Armin Amiri (Ondine), Tara Summers (Brigid Polk), Mena Suvari (Richie Berlin), Shawn Hatosy (Syd Pepperman), Beth Grant (Julia Warhol), James Naughton (Fuzzy Sedgwick), Edward Herrmann (James Townsend), Illeana Douglas (Diana Vreeland), Mary Elizabeth Winstead (Ingrid Superstar), Don Novello (Mort Silvers) |
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Regie:
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George Hickenlooper |
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Drehbuch:
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Aaron Richard Golub, Captain Mauzner |
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 Inhalt
Edie Sedgwick zieht es 1965 von Cambridge, wo sie angefangen hatte Kunst zu studieren, nach New York. Dort lernt sie den berühmten Andy Warhol kennen und ist einige Zeit lang seine Lebensgefährtin. An dessen Seite steigt sie auf in der rauschenden Welt der Kunst. Nebenbei verliebt sich Edie in einen Rocker, doch muss sie bald erkennen, dass sie sowohl von Andy als auch ihrer neuen Liebe nicht die Zuneigung bekommt, die sie sich ersehnt. Die Welt der Drogen lässt sie langsam geistig labil werden und sie beginnt zu verzweifeln. |  |
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Durchschnittliche Redaktionswertung
Keine weitere Wertung
Kritik
von Harald Witz
George Hickenlooper schickt seine Fans mit dem Biopic Factory Girl in die wilden New Yorker 60er Jahre, als Edie Sedgwick, rebellische Tochter aus reichem Hause, ihr Studium abbricht und in die intellektuelle Kunstwelt von Andy Warhols Factory eintaucht. Doch zwischen Drogen und Glamour erlebt sie genau dieselben Intrigen, Psychospielchen und den gleichen Materialismus wie in ihrer verhassten alten Welt. Ein bewegender Abgesang auf die 15 Minuten Ruhm im Universum der Popart-Bewegung mit der freizügigen Sienna Miller, Hayden Christensen und Guy Pearce.
Indie-Filmer und Filmfest München-Dauergast George Hickenlooper (The Big Brass Ring, Der Mann von Elysian Fields) legt mit seinem 17. Spielfilm erneut ein intimes Psychogramm vor. Im Gegensatz zu seinen anderen Werken wie Sling Blade oder Dogtown spielt es aber im grellen Licht der High Society und der intellektuellen New Yorker Partyszene der Sechziger Jahre. Mit Edie Sedgwick porträtiert er das erste It-Girl überhaupt. Mehr als eine lokale Berühmtheit - eine tragische junge Frau direkt auf dem Schnittpunkt zwischen konservativem Establishment und progressiver Kunst- und Performanceszene in der Zeit mit den stärksten gesellschaftlichen Umwälzungen der USA überhaupt:
Wie ein Stück Metall wird die gescheiterte Studentin (Sienna Miller) dank ihrer Intelligenz, ihres Charmes und ihrer unerhörten Attraktivität als Lieblingsgast von Events und Parties gefeiert und ins Zentrum aller künstlerischen Anstrengungen der Stadt gezogen: Andy Warhols Factory. Die Bekanntschaft mit dem neurotischen und schwierigen Künstler (Guy Pearce) ist zunächst die einer gegenseitigen Faszination und Befruchtung, die kurz in eine tiefe platonische Freundschaft abdriftet. Dann lässt Andy Warhol die junge Frau aus Eifersucht fallen und sieht sich nach einem neuen Star um, den er für die legendären 15 Minuten Ruhm erschaffen kann.
Die Verstoßene hat sich eine Affäre mit Bob Dylan, einer weiteren 60er-Ikone, zuschulden kommen lassen. Musiker Dylan, aus rechtlichen Gründen in Billy Quinn (Hayden Christensen) umgetauft, kann aber ihren Niedergang durch Drogen, Alkohol und psychische Erkrankungen auch nicht aufhalten. Und eine Rückkehr zu Warhol ist ebenso unmöglich wie das unbeschwerte Eintauchen ins Jetset-Nachtleben. Gezeichnet von Süchten und geächtet von den ehemaligen "Freunden" beschleunigt sie ihren Niedergang selbst. Ende der Sechziger Jahre ist sie bankrott, verkauft ihren Körper für Geld, ein Klinikaufenthalt folgt auf den nächsten Entzug, phasenweise ist sie geistig verwirrt...
Hickenlooper konzentriert sich nicht von ungefähr auf die Zeit, die den Titel Factory Girl rechtfertigt. Das kleine Universum der kargen Kunsthallen im Zentrum der umtriebigen New Yorker Künstlerszene prägt Edie Sedgwick entscheidend, weil sie dort von Warhol zum Star aufgebaut und wieder zerstört wird. Hickenlooper betreibt Entmystifizierung, wenn er die Figuren dieses Universums als von materialistische, von Egomanien geplagte Geister beschreibt, die skrupellos den Weg ins Rampenlicht auf Kosten anderer suchen. Für Edie Sedgwick, so Hickenloopers These, ist es letztlich die Wiederholung der Niederträchtigkeiten ihrer Kindheit, und das führt letztlich zu ihrer gezielten Selbstzerstörung. Der Filmemacher bezieht eindeutig Position und hebt Edie Sedgwick, dank Sienna Millers unerhörter Attraktivität sowie ihres starken Spiels, in engelhafte Höhen, während der gestörte Warhol zum gefühlskalten Tyrann des Glamours stilisiert wird. Dafür beleuchtet er mit viel Mut auch düstere Momente ihrer Vorgeschichte (deutet Inzest an) und schreckt vor harten Einblicken ins Leben eines Junkies und Psychiatriepatienten nicht zurück. Aber gerade dieser Mut macht Factory Girl eben sehenswert. Hickenlooper schafft Transparenz und setzt visuelle Reize, ohne diese zum Selbstzweck zu degradieren. Man spürt die Achtung vor einer starken Persönlichkeit und gleichzeitig die Trauer über eine schwache Frau. Und das Bedauern über die unglückseligen Umstände ihres kurzen Lebens. Mit viel Sensibilität, ausgezeichnetem Timing, mitunter exquisiten Sets und Hintergründen sowie einer starken Besetzung gelingt das Porträt eines Menschen, der zu schön und zu smart war, um nicht missbraucht zu werden.  Weitere interessante Filme
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