Mumien 3D - Geheimnisse der Pharaonen Poster

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Mumien 3D - Geheimnisse der Pharaonen

(Mummies: Secrets of the Pharaohs, 2007)

Dt.Start: 17. Juli 2008 Premiere: 16. März 2007 (USA)
FSK: o.A. Genre: Dokumentation, Drama
Länge: 38 min Land: USA
Darsteller: Elana Drago (Nefertari), William Hope (Charles Wilbour), Nasser Memarzia (Ahmed Abd El Rassoul), Crispin Redman (Emil Brugsch), Daud Shah (Mohammed Abd El Rassoul), Boris Terral (Ramses), Dagmar Heller, Mike Carl (Br. Bob Brier), Susanne Wirtz (Dr. Angelique Corthals)
Regie: Keith Melton
Drehbuch: Arabella Cecil


Inhalt

Von Mumien geht heute noch eine genauso große Faszination aus, wie im 18. Jahrhundert, als man die Möglichkeit bekam, die Hyroglyphen und damit die Geheimnisse des alten Ägyptens zu entschlüsseln. Die Kamera begleitet dem Ägyptologen und Mumienexperten Dr. Bob Brier, der versucht einen heutigen Leichnam zu mumifizieren, sowie die Genetikexpertin Dr. Angelique Corthals, die sich erhofft aus der DNA von Mumien Erkenntnisse für die heutige Medizin zu gewinnen. So wird eine Zeitreise unternommen, die die Faszination des alten Ägyptens darstellt.
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Durchschnittliche Redaktionswertung

Mumien 3D - Geheimnisse der Pharaonen hat eine durchschnittliche Redaktionswertung von 50%
Keine weitere Wertung

Kritik

von Dimitrios Athanassiou
Mumien 3D - Geheimnisse der Pharaonen hat eine Wertung von 50%
Abenteur in der dritten Dimension. Das ist trendy und im Fahrwasser von Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels und Die Mumie: Das Grabmal des Drachenkaisers macht eine Archäologie-Doku bei der sich der Zuschauer im Geschehen befindet gleich doppelt Sinn. Mumien 3D - Geheimnisse der Pharaonen entführt ins alte Ägypten, an die Grabstätten der größten Pharaonen. Durch die Gänge dunkler Pyramiden oder imposante Tempelbauten begleitet man Wissenschaftler auf ihrer Reise, und bald nachdem man sich an der netten, aber gewöhnungsbedürftigen, 3D-Optik satt gesehen hat, kämpft man aufgrund berieselnder Musik und sanft umschmeichelnder Erzählerstimme gegen das Sandmännchen an.

Bild aus Mumien 3D - Geheimnisse der Pharaonen Kino verändert sich und geht mit der Zeit. Erst gab es nur schwarz-weiß ohne Ton, dann mit und später in Farbe. Anfang der 90er Jahre folgte die digitale Revolution, die Trickeffekte auf eine neue, noch nie da gewesene, Ebene katapultierte. Heute ist das alles Normalität. Die Zukunft wird vermutlich deshalb der dritten Dimension gehören. Die Technologie an sich ist nicht neu, aber derart aufwändig und leider nicht uneingeschränkt für jeden Kinogänger empfehlenswert, dass sie den Massenmarkt noch nicht erobert hat.

Für einen 3D-Film muss alles gleich zweimal gedreht werden, denn jedes unserer beiden Augen sieht die Welt aus einem etwas anderen Blickwinkel, und unser Gehirn formt aus diesen beiden Eindrücken ein gemeinsames Bild mit Tiefenwirkung. Also benötigt man zwei Kameras, die parallel laufen und dieselbe Szene aus einer jeweils um wenige Zentimeter verschobenen Perspektive aufnehmen. Bei der anschließenden Projektion werden die Bilder für das rechte und das linke Auge getrennt auf die Bildwand übertragen. Mittels einer speziellen 3D-Brille nehmen die Augen nur das jeweils für sie bestimmte Bild wahr und schon hat man das Gefühl mitten im Raum zu sein - so halbwegs zumindest. Und genau daran krankt unter anderem Mumien 3D - Geheimnisse der Pharaonen.

Karawanen ziehen durch Wüstenozeane, die Kamera bewegt sich durch die Landschaft, man hat das Gefühl mit dabei zu sein, über den Nil zu fahren, innerhalb beeindruckender Tempel zu stehen. Die Pyramiden wirken als wären sie zum Anfassen da. Und ein Sprecher enthüllt die Geheimnisse der Vergangenheit, erzählt Geschichtchen über die großen Pharaonen, die Entschlüsselung der Hieroglyphen und die Geburtsstunde der Ägyptologie. Dazu nett untermahlende Musik und das war es auch schon.

Mumien 3D - Geheimnisse der Pharaonen ist nicht mehr als ein, in bewegte Bilder übertragenes, Kindersachbuch in 3D-Optik. Und auch die überzeugt nicht durchgängig. Besonders Brillenträger dürften nicht viel Vergnügen an solchen Filmen haben. Die Probleme, die man hat, wenn man eine abweichende Sehschärfe hat und ohne Brille im Kino sitzt, verstärken sich bei 3D-Filmen. Besonders bei Kamerafahrten, bei denen die Tiefenschärfe variiert und bei Überblendungen wird man deutlich mit Doppelbildern und dem Fokus zu kämpfen haben. Das lässt die Augen schnell ermüden und sorgt mitunter für Kopfschmerzen.

Die Qualität des Inhalts überzeugt ebenfalls nicht durchgängig. Einerseits zu flach, zu sehr auf breitenwirksames Entertainment sind die Archäologiefakten getrimmt, andererseits im Kontrast dazu, die sehr langatmigen Sequenzen, bei denen man Wissenschaftler während reiner Laborarbeit beobachten kann. Hier bringt auch die 3D-Optik nichts. Wie Genetiker Erbinformation aus Mumien zu extrahieren versuchen, ist allenfalls für Biologen oder sehr versierte Laien interessant. Gehört man zu diesen und möchte sich obendrein sachkundig über die Geheimnisse des alten Ägyptens informieren, ist es wohl besser einen der üblichen Dokukanäle, wie arte oder Phönix einzuschalten oder gleich das entsprechende Buch zur Hand zu nehmen. Da wird man auf einige visuell interessante Momente verzichten müssen, erspart sich andererseits mitunter eine runde Kopfschmerzen.

Solche Filme haben inzwischen in der Dokusparte der großen Filmtheater eine gewisse Tradition. Man benötigt aber besonders ausgerüstete Säle, wie IMAX, Cinemagnum 3D-Kinos oder Filmhäuser mit speziellen digitalen 3D-Projektoren. Populäre Vertreter dieses neuen Abenteur-3D-Genres waren schon Streifen mit Urzeit-Viechern, Dinosauriern und Seemonster. Bei diesen kommt diese spezielle visuelle Technik weitaus besser zum tragen. Einen brüllenden T-Rex auf sich zu galoppieren zu sehen, bringt das Adrenalin vermutlich mehr in Wallung, als Ägyptologen im Kriechgang zu beobachten. Um seinen Kindern aber anregend diese vergangene Epoche nahe zu bringen, ist Mumien 3D - Geheimnisse der Pharaonen durchaus noch zu empfehlen. Allerdings könnte es sein, dass man sich von den lieben kleinen am Ende der Vorstellung wecken lassen muss.



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