Die Chihuahua-Hündin Chloe wird durch eine Serie von Zufällen aus ihrem beschützten Luxusleben in Beverly Hills gerissen und gerät in die Wildnis Mexikos, genaugenommen an den Ursprungsort der Rasse, Chihuahua. Sie erlebt gefährliche Abenteuer in ganz Mexiko, während ihre besorgten Besitzer das halbe Land auf den Kopf stellen, um Chloe wiederzufinden. So kitschig wie es klingt, ist es auch, macht aber durchaus Spaß, wenn man sich auf diese Art von Humor einlässt.
Für knallharte Männer sind Chihuahuas meist nur eine Art kläffende Ratte; zitterndes, degeneriertes Kleinvieh, dem die Verwandtschaft zum stolzen Wolf nicht einmal mehr mit viel Fantasie anzusehen ist. Doch tatsächlich ist der Chihuahua die kleinste Hunderasse der Welt und hat eine bewegte Geschichte hinter sich: Ursprünglich aus Mexiko stammend und nicht erst nach Kolumbus von Europa aus eingeführt, waren die kleinen Kläffer schon bei den mexikanischen Indianern beliebt - als Begleiter, aber auch als Opfertier oder auch fürs Abendessen. Angeblich sind die Tiere äußerst umgänglich und lernfähig, kein Wunder, dass sie sich auch im heutigen Kalifornien großer Beliebtheit als Haustiere, und bisweilen sogar als Handtaschenbewohner erfreuen.
Daher ist es ebenso wenig verwunderlich, dass Hollywood dem lebenden Accessoire nun auch einen aufwendigen, abendfüllenden Spielfilm widmet. Die Handlung ist schnell erklärt: Chloe, verwöhnter Luxus-chihuahua der reichen Vivian aus Beverly Hills, soll für ein paar Tage von deren Nichte Rachel versorgt werden. Die ist nicht besonders umsichtig mit dem Tier, lässt es bei einem Ausflug nach Mexiko mächtig krachen und bemerkt daher auch nicht, dass Chloe von Tierfängern entführt wird.
Chloe findet sich in einem Zwinger für Hundekämpfe in Mexico City wieder, bevor Rachel überhaupt klar wird, dass das kleine Fellknäuel tatsächlich verschwunden ist. Ganz allein und weit weg von ihrem gewohnten Luxus muss Chloe sich nun auf sich selbst gestellt durchschlagen. Naja, fast alleine, denn im Ex-Polizeihund Delgado findet sie einen sympathischen Helfer beim Ausbruch, Begleiter und Beschützer. Denn nicht nur Rachel und der Gärtner (pardon: Landschaftsarchitekt) Sam aus Beverly Hills sind Chloe auf der Spur, sondern auch Vasquez, der die Hundekämpfe organisiert. Er hat rechtzeitig vor Chloes Ausbruch nämlich noch einen Blick auf ihr kostbares Diamantenhalsband erhaschen können und nun El Diablo, seinen mörderischsten Kampfhund, auf Chloes zartes Hälschen angesetzt.
Chloe und Delgado versuchen derweil, von alleine nach Kalifornien zurückzukommen und erleben dabei natürlich eine Menge Abenteuer. Von Berglöwen über die letzten frei lebenden, stolzen Chihuahuas, eine Zugfahrt, bis hin zur vielfachen Flucht vor dem nicht abschüttelbaren El Diablo reichen die Erlebnisse der Hunde in Mexiko.
Der Titel ist Programm: Ein Disney-Tierfilm mit kindgerechten Gags und sprechenden Tieren steht zu erwarten. Wer sich von vorneherein beschweren möchte, was alles Quatsch und unrealistisch und an den Haaren herbeigezogen sei, der möge diesen Film bitte ganz meiden. Wer sich damit anfreunden kann, einen Spielfilm lang kindischen Humor mit sprechenden Hunden, einer diebischen Ratte mit einem Leguan als Sidekick und Menschen als ungeschickte Nebenfiguren durchzustehen, der kann sich prächtig amüsieren. Denn in Sachen Tierdressur und Spracheffekten kann sich Beverly Hills Chihuahua durchaus sehen lassen.
Besonders erwähnenswert ist übrigens die Bereitschaft des Filmverleihs, vor dem Nachspann ein paar Sätze zur Verantwortung gegenüber Haustieren zu sagen. Denn Filme wie dieser haben die Eigenart, den Umsatz bei Zoogeschäften mächtig anzukurbeln. Leider muss man dann zu Beginn der nächsten Sommerferien wieder lesen, wie viele Hunde, Katzen, Nemo-Clownfische oder Harry Potter-Eulen wieder ausgesetzt, ins Tierheim abgeschoben oder gar eingeschläfert wurden. Da ist es absolut lobenswert, dass auf dieses Thema nicht irgendwo in einer Ecke des Posters oder nach dem Nachspann hingewiesen wird, sondern mit Bild und Ton direkt nach dem Film. Tiere sind nun mal kein Spielzeug.