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Zum 30ten Geburtstag kommt das legendäre Musical Grease noch einmal in die Kinos. Schon 1978 begeisterten der junge John Travolta und die unbekümmerte Olivia Newton-John ein Millionenpublikum mit ihrer Lovestory: Nachdem sie sich in den Sommerferien von 1958 verliebt haben, treffen sich Danny und Sandy am ersten Schultag in der Rydell Highschool wieder. Doch Danny markiert den coolen Weiberhelden vor seinen Kumpeln. Die enttäuschte Sandy schließt sich einer Mädchen-Clique an. Doch Danny versucht ihr zu erklären, dass alles nur Show war. Randal Kleiser schuf mit der Musical-Adaption Grease einen Instant-Klassiker, den man gesehen haben muss.
Mit den Wiederaufführungen von Hair, Dirty Dancing und Grease sowie den Starts von Mamma Mia! und bald Christophe Honorés Chanson der Liebe (ab 20.8.) kommen die Musical-Fans ganz schön auf ihre Kosten. Besonderes Augenmerk gilt natürlich dem 30ten Geburtstag des Musikfilm-Kultklassikers Grease. Der hat trotz seines "fortgeschrittenen Alters" nichts von seiner Frische eingebüßt, zumal er bereits zu seinen letzten runden Geburtstag digital überarbeitet worden ist.
Auf dem Weg von seiner Uraufführung auf einer Experimentalbühne in Chicago 1971 bis zur New Yorker Filmpremiere am 13.6.1978 triumphierte das Stück von Jim Jacob und Warren Casey als eines der erfolgreichsten Broadway-Musicals überhaupt. Der Stoff mit seinem Setting in der "guten alten Zeit" der Endfünfziger Jahre, als Rock'n'Roll noch Musik und der Rest Schweigen war, bot im Gefolge von American Graffiti (1973) ausreichend Ablenkung von den wirtschaftlichen und politischen Krisen der Carter-Ära. Dabei profitierte das Werk auch vom wahnwitzigen Hype um John Badhams Disco-Ode Nur Samstag Nacht (1977). Der auf Musicals spezialisierte Filmproduzent Robert Stigwood hatte schon für jenen Blockbuster die Verbindungen seines Plattenlabels weidlich genutzt und die Bee Gees für den Soundtrack engagiert. Für Grease griff er erneut auf dieses Netzwerk zurück. Aus dem Dunstkreis seines Klienten Cliff Richard holte er die frische, vor allem in England und Australien populäre Olivia Newton-John und mit der erneuten Besetzung des Welcome back, Kotter!-Stars und seit Nur Samstag Nacht wohl populärsten Darsteller des Planeten John Travolta kreierte ein Traumpaar.
Damit hatte er die Grundlagen für einen echten Kassenschlager zusammen. Schließlich explodierte die lustvolle Teenromanze nach einer reibungslosen Inszenierung durch Randal Kleiser nicht nur an den Kinokassen ($158 Mio. bei 863 Kopien!), sondern auch in den Charts mit mehreren No.1-Hits. Grease wurde zum Instant-Klassiker, weil es elegant nostalgisches 50er Jahre Ambiente mit modernisierter Rock'n'Roll-Musik (Barry Gibb und Peter Frampton legten mit Hand an) und Lebensgefühl verband. Gleichzeitig traf die romantische Teen-Lovestory mitten ins Herz des Kinopublikums:
In den Sommerferien am Meer haben sich Danny (Travolta) und Sandy (Newton-John) kennen und lieben gelernt. Als Sandy nach einem Umzug am ersten Schultag ebenfalls an der Rydell Highschool aufkreuzt, ist ihre Enttäuschung groß. Danny markiert vor seinen Kumpels der "T-Birds" den obercoolen Weiberhelden, der mit Liebe und Freundin nichts anfangen kann. Doch Sandy findet Aufnahme bei den Mädels der "Pink-Ladies" von Betty Rizzo (Stockard Jenning), die das arme Ding erstmal trösten und langsam auf Vordermann bringen. Danny ist derweil hin und her gerissen zwischen seinen Gefühlen und seinem Image. Als sich die beiden nach diversen "Konfrontationen" während eines Tanz-Wettbewerbs und einem Auto-Rennen im Finale auf einem Rummelplatz endlich kriegen, haben beide auch äußerlich eine grundlegende Wandlung durchgemacht. Ihr Bekenntnis "You're the One that I want" spiegelt mit seinem erfrischenden und rasend übertriebenen Style den Spaß des ganzen Films wider.
Dank eben dieser starken Songs und toll choreographierter Tanzszenen dominieren in Grease überschäumende Lebensfreude und Hoffnung. Damit bildet das Musical einen Gegenentwurf zu John Landis' nur 6 Wochen später gestarteten College-Komödie Ich glaub mich knutscht ein Pferd, die fast zur selben Zeit spielt (1962), ebenfalls ein großer Kassenerfolg. Allerdings spiegelt dieser Spaß trotz Slapstick und Anarcho-Humor eher die pessimistische Haltung der 70er Jahre wider. Das schillernd bunte Design von Grease hingegen erfüllt die Träume des Publikums bis heute mit fröhlichem Leben und zelebriert Feelgood-Kino at its Best! Es ist Kleisers Regie zu verdanken, dass trotz des simplen Musical-Hintergrundes die Charaktere ausgefeilt sind und so den Sehnsüchten, Ängsten und vor allem Attitüden der jugendlichen Zielgruppe eine Reflexionsfläche bieten. Damit fällt die Identifikation mit den Figuren auch heute leicht, auch wenn "Schmiere" im Haar mittlerweile aus der Mode gekommen ist. Wer Grease also noch nicht auf der großen Leinwand gesehen hat, sollte sich schleunigst ein Ticket kaufen. Wer's schon kennt, für den ist es ein schönes Wiedersehen. Für alle gilt jedoch: "Grease is the word!" |