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Wen die Geister lieben

(Ghost Town, 2008)

Durchschnittliche Redaktionswertung

80%



Inhalt

Als Bertram Pincus unerwartet ums Leben kommt, erwacht er nach sieben Minuten wie durch ein Wunder zu neuem Leben. Wie neu dieses ist, stellt er bald fest, er hat nämlich plötzlich die Gabe Geister zu sehen und wird so zum Mittler zwischen den Welten. Vor allem ein Verblichener, Frank Herlihy, lässt ihn nicht mehr in Ruhe und verlangt, dass Bertram die bevorstehende Hochzeit dessen Frau verhindert.

Kritik

von Dimitrios Athanassiou

Wertung Kritik

80%

Kaum einer mag Zahnärzte. Es gibt aber einen dieses Berufsstands, der selber keine Menschenseele leiden kann. Dummerweise haben es plötzlich ebendiese auf ihn abgesehen. Storys, mit unter den Lebenden wandelnden Geistern, die nicht loslassen können oder wollen, gab es schon reichlich. Diese wird allerdings mit einer besonderen Prise Sarkasmus gewürzt und bekommt dadurch den besonderen, leicht boshaft-makaberen, britischen Charme. Intelligentes Humorkino mit fein getunter Derbheit und schneidigem Witz, für den leicht gehobenen Anspruch.

Bild aus Wen die Geister lieben Dass die meisten Leute Zahnärzte nicht besonders leiden können, ist altbekannt. Dass es einen misanthropischen Kieferklempner gibt, der sogar Dr. House wie einen Menschenfreund aussehen lässt, ist neu. Und neben der sozialen Inkompetenz, weist dieser Dentist eine Reihe von Ticks auf, die an einen heiß geliebten Psycho erinnern, für dessen Darstellung Jack Nicholson vor einigen Jahren einen Oscar einheimste.

Auch ein Zahnarzt muss gelegentlich ins Krankenhaus. Bei einem harmlosen Routineeingriff, einer Darmspiegelung, setzt plötzlich Dr. Bertram Pincus' (Ricky Gervais) Herz aus. Er ist für sieben Minuten klinisch tot, kommt aber wieder zurück. Seitdem ist nichts mehr wie zuvor: Dr. Pincus sieht die Seelen Verstorbener. Sie verfolgen ihn überallhin und begehren etwas: Jeder dieser Geister hat so seine unerledigten Geschäfte, und alle bitten den "herzensguten" Pincus, ihnen beim Zuendebringen dieser behilflich zu sein.

Damit sind sie bei ihm selbstverständlich genau an der richtigen Adresse. Pincus behandelt Menschen wie Dreck und bei Geistern ist er kein bisschen freundlicher. Einer dieser entpuppt sich aber als besonders hartnäckig: Frank Herlihy (Greg Kinnear), zu Lebzeiten erfolgreicher Geschäftsmann und notorisch untreuer Ehegatte, lässt nicht locker, bis Pincus sich bereit erklärt, ihm zu helfen: Herlihy möchte nicht, dass seine Frau Gwen (Téa Leoni), die im selben Haus wie Pincus wohnt, ihren aktuellen Geliebten ehelicht. Wenn Pincus ihm hilft, dies zu verhindern, dann will er dafür sorgen, dass die anderen Geister ihn in Ruhe lassen. Nach anfänglichen Startschwierigkeiten (Pincus ist nicht gerade das, was man einen begabten Flirter nennt) gelingt es ihm Kontakt zu Gwen herzustellen. Und mehr - Pincus beginnt alsbald einiges für Gwen zu empfinden.

Was anfänglich wie eine Screwball-Komödie aussieht, wandelt sich schnell zu einer boshaft-makaberen Show, die aller Würdigung voran, dem britischen Komiker Ricky Gervais zu verdanken ist. Hierzulande eher einigen Insidern bekannt oder bestenfalls als Geheimtipp gehandelt, genießt der Schauspieler in seinem Heimatland schon lange Kultstatus als Meister des gnadelos-trockenen Humors. Im englischen Original The Office, der hierzulande adaptierten und mit Stromberg betitelten TV-Serie, brilliert Gervais als verschlagener und allseits verhasster Abteilungsleiter David Brent. Sein umwerfendes Talent als facettenreicher Kotzbrocken wendet er nun auch in Wen die Geister lieben kongenial an.

Die ihm zur Seite stehenden Schauspieler leisten aber einen gehörigen Anteil an dem Gelingen dieser Komödie, die zeigt, dass man dem Genre doch immer wieder neues Leben einzuhauchen vermag. Greg Kinnear, der 1997 neben Jack Nicholson in Besser Geht's Nicht als homosexueller Künstler und ungleicher Nachbar des Tick-Besessenen brillierte, lieferte wieder eine äußerst authentische und menschelnde Leistung ab. Kurioserweise wirkt er als Geist durchweg menschlicher und greifbarer, als die Figur des Dr. Picus, was den vielen gemeinsamen Szenen zu einer besonders skurrilen Spannung verhilft.

Alles dreht sich aber um Gwen, die einzige Frau in diesem Reigen, die gleich von drei Männern begehrt wird. Verkörpert von Tea Leoni, die ihre Vielseitigkeit schon in Filmen wie Dick and Jane - Zu allem bereit (2006), Spanglish (2002) und Jurassic Park 3 (2001) unter Beweis stellte. Ihr Charakter bildet den Kitt zwischen den anderen Akteuren, und ihrem Spiel lastet dermaßen viel Bodenhaftung an, dass die spätere Wendung, zu einem Film mit melancholischen Gefühlsmelodramqualitäten, halbwegs funktioniert.

Viel an dem Streifen erinnert an den Maniac, der seinerzeit kongenial von Jack Nicholson verkörpert wurde und dessen Darstellung ihm zu recht Academy-Award-Ehrungen einbrachte. Greg Kinnear gibt dem Ganzen aber eine noch sarkastischere Note, die einfach nur britische Darsteller in die Waagschale werfen können. In Kombination mit Elementen aus Ghost - Nachricht von Sam, The Sixth Sense und Allways, hätte man durchaus daran zweifeln können, ob so was am Ende Sinn machen und funktionieren kann. Tatsächlich klappt es. Und obwohl Motive und Elemente aus den anderen Filmen leicht wieder erkennbar und zuzuordnen sind, entwickelt Wen die Geister lieben einen ganz eigenen Charme, der mitzureißen vermag. Einziger Makel vielleicht, dass es am Ende etwas zu amerikanisch wird.

Keine weitere Wertung


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Dt. Start: 11. Okt 1990
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