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Ohne großes Vorgeplänkel legt der Film gleich richtig los. Zunächst hält John Travolta einen etwas längeren Monolog in dem er erklärt, warum er Hollywood-Filme nicht ausstehen kann. Am meisten stört ihn, so sagt er, daß am Ende stets die guten Jungs gewinnen. Im Laufe dieser fast schon tarantinoesquen Szene stellt man sich als Zuschauer früher oder später so Fragen wie: Was will er mit seiner kleinen Ansprache eigentlich aussagen? Mit wem redet er da überhaupt? Von wem und wieso wird der gute denn bei seinem kleinen Schwätchen gefilmt? Dominic Sena beantwortet all diese Fragen dann mit einer einzigen blitzschnellen Kamerafahrt und schleudert das Publikum in eine äußerst brenzliche Überfall/Geiselnahme Stituation in der die von John Travolta gespielte Figur anscheinend den Ton angibt. Den spektakulären Höhepunkt dieser Szene bildet dann eine überaus gelungene Explosionsszene für die einmal mehr die bekannte "Bullit Time" Technik eingesetzt wurde. Spätestens jetzt ist auch dem letzten klar, daß Erfolgsproduzent Joel Silver hier seine Finger im Spiel hatte. Diese Explosion ist ehrlich gesagt der lässigste Effekt den ich seit langem im Kino gesehen habe und ist das Eintrittsgeld schon fast wert.
Wäre es Dominic Sena gelungen den Rest des Films ebenso cool, rasant und actionreich zu inszenieren, dann wäre aus Passwort: Swordfish wahrscheinlich der Actionknaller dieses Sommers geworden. Doch leider ist das Intro schon das beste am gesamten Film. Alles was danach kommt erreicht bei weitem nicht die Qualität dieser ersten zehn Minuten. Erster großer Fehler war der Versuch eine besonders originelle Story aus dem Boden zu stampfen. Eine simple Geschichte über einen ehemaligen Hacker der von einem skrupellosen Gangsterboss für einen großen Coup engagiert wird, hätte doch bei weitem gereicht, schließlich handelt es sich hier um einen Actionfilm. Stattdessen hat Drehbuchautoren Skip Woods versucht, eine möglichst clevere und überraschende Story zu schreiben, ist dabei jedoch kläglich gescheitert. Damit hat er es geschafft einem Film der ohne großartige Story ausgekommen wäre, eine dermaßen bescheuerte Story zu verpassen, daß diese letztendlich einem ungehinderten Filmgenuß im Wege steht.
Gewürzt wurde das Script mit ein paar logischen Ungereimtheiten und dutzendweise klischeehaften Charakteren. Da können sich die Verantwortlichen glücklich schätzen, daß sie mit Leuten wie Hugh Jackman und Don Cheadle Schauspieler gefunden haben, die noch das beste aus ihren Rollen herausholen konnten. John Travolta wurde wieder einmal betont cool in Szene gesetzt und spielt den Gangster mit der von ihm gewohnten Routine. Halle Berry hätte man hingegen beliebig gegen jede andere kurvige Schauspielerin austauschen können. Der Shot auf ihre nackten Brüste, für den sie eine satte Million extra kassiert hat, war übrigens total blamabel. Der hatte soviel Erotik zu bieten wie ein paar ausgeleierte Stützstrümpfe. Leider konnten nicht einmal die verstreuten Actionszenen an den Standard der ersten Filmminuten anknüpfen und boten rein gar nichts neues. Das ist wahrscheinlich der schlimmste Vorwurf den sich dieser Film gefallen lassen muß. Er hat in Punkto Action nicht das geboten, was man als Zuschauer nach den vielversprechenden ersten Minuten erwartet hat. Das beste was Ihr also machen könnt ist folgendes: Kauft Euch eine Eintrittskarte für Passwort: Swordfish, bittet den Filmvorführer beim Einlaß darum, den Sound bis zum Anschlag aufzudrehen, genießt die erste Viertelstunde des Films und geht dann eine Pizza essen oder so. |