Memento Poster

Film-Seite zu Memento
Trailer zu Memento
PDF zu Memento
Forum-Topic zu Memento

Memento

(Memento, 2000)

Durchschnittliche Redaktionswertung

93%



Inhalt

Leonard hat es sich zur Lebensaufgabe gemacht den Mörder seiner Frau zu finden und sich an ihm zu rächen. Dies wird jedoch durch seinen derzeitigen Gesundheitszustand erschwert. Seit einem Unfall ist sein Kurzzeitgedächtnis geschädigt, wodurch er nicht mehr in der Lage ist, neue Erinnerungen zu speichern. Fotos, Notizen und Tätowierungen, sind Leonard's einzige Hinweise bei der Suche nach Vergeltung.

Kritik

von Thomas Brendel

Wertung Kritik

93%

Vor allem gegen Ende des Films entfaltet das gut durchdachte Drehbuch seine Cleverness. Obwohl man ja bereits weiß, wie die Geschichte enden wird, kann der Schluß des Films noch einmal vollkommen überraschen und läßt die zahlreichen Theorien der Zuschauer wie instabile Kartenhäuser zusammenfallen. Während der Abspann läuft beginnen bereits erste Diskussionen über das so eben gesehene, die sich mitunter die ganze Nacht hindurchziehen können. Nur wer wirklich aufgepasst und mitgedacht hat, wird zur Auflösung des Films etwas beitragen können. In letzter Zeit war der berühmt berüchtigte Satz "Wenn man sein Gehirn ausschaltet, macht der Film richtig Spaß!" viel zu oft zu hören. Memento trotzt dem Trend zur bloßen Bilderberieselung und fordert die Zuschauer dazu auf, ihr Gehirn eingeschaltet zu lassen und gefälligst aufzupassen. Denn nur wer der Einladung zum puzzeln folgt, wird sich während dieser 116 Minuten gut amüsieren. Meiner Meinung nach ein Schritt in die richtige Richtung. Ich persönlich kann Euch diesem Film nur ans Herz legen, denn er ist eine willkommen Abwechslung zur gewohnten Standard-Kinokost.

Genau an diesem Punkt zeigt die antichronologische Erzählstruktur ihre Wirkung. Dadurch das der gesamte Film rückwärts läuft und immer dann ansetzt wenn Leonard gerade wieder sein Kurzzeitgedächtnis verloren hat, bekommt der Zuschauer die Orientierungslosigkeit des Protagonisten stets hautnah mit. Wenn Leonard zum Beispiel plötzlich mit einer leeren Flasche Wein in der Hand auf der Toilette aufwacht und sich fragt, wie er dort hingekommen ist und was er wohl gerade vor hatte, stellen sich für den Zuschauer unweigerlich genau die selben Fragen. Dieses Erlebnis würde dem Zuschauer total abhanden kommen, wenn der Film chronologisch ablaufen würde. Es ist Christopher Nolan also hoch anzurechnen, daß er diese originelle Idee nicht nur der Originalität halber umsetzte, sondern um dem Zuschauer mal wirklich etwas gänzlich neues zu bieten. Vor allem gegen Ende des Films entfaltet das gut durchdachte Drehbuch seine Cleverness.

Die Entscheidung, den Film rückwärts laufen zu lassen, dient hier jedoch nicht als billiger Trick, um die Zuschauer mit einer besonders tollen Idee zu beeindrucken, sondern macht im Hinblick auf die Geschichte wirklich Sinn. Memento handelt von einem Mann, der bei einem Unfall sein Kurzzeitgedächtnis verloren hat und seit diesem Tag nicht mehr in der Lage ist neue Erinnerungen zu speichern. Leonard Shelby kann sich zwar noch an all die Dinge erinnern, die vor seinem Unfall passiert sind, er weiß wie er heißt, wo er aufgewachsen ist und wie sehr er seine Frau geliebt hat, doch die Zeit nach seinem Unfall ist ein einziges schwarzes Loch. Für Leonard beginnt das Leben alle paar Minuten neu, wenn er sich plötzlich an das eben geschehene nicht mehr erinnern kann. Notizen, Polaroids und Tattoos sind die einzigen zuverlässigen Quellen, die im stets einen Einblick in die jüngste Vergangenheit liefern und mit denen er versucht den Mörder seiner Frau zu finden. Genau an diesem Punkt zeigt die antichronologische Erzählstruktur ihre Wirkung.

Diesen Film werdet Ihr garantiert mehr als einmal sehen. Nicht nur weil er unglaublich gut gelungen ist, sondern weil es fast unmöglich scheint, die Geschichte nach dem ersten Kinobesuch vollkommen richtig zusammen zusetzen. Memento beginnt nämlich mit dem eigentlich Ende der Geschichte die den gesamten Film hindurch konsequent rückwärts erzählt wird. Zumindest wenn man von den kurzen Intermezi absieht, die zwischen die einzelnen Zeitsprüngen eingeschaltet sind und die man als Zuschauer erst im Verlauf des Films chronologisch richtig einzuordnen lernt. Christopher Nolan ist mit seinem zweiten Werk ein sehr origineller Film gelungen, der sich aufgrund seiner unkonventionellen Erzählstruktur deutlich von anderen Filmen abhebt. Die Entscheidung, den Film rückwärts laufen zu lassen, dient hier jedoch nicht als billiger Trick, um die Zuschauer mit einer besonders tollen Idee zu beeindrucken, sondern macht im Hinblick auf die Geschichte wirklich Sinn.

Keine weitere Wertung


Weitere interessante Filme




Film vorschlagen
Fight Club
Dt. Start: 11. Nov 1999
Vorschlag entfernen
Identität
Dt. Start: 18. Sep 2003
Vorschlag entfernen
Irreversibel
Dt. Start: 11. Sep 2003
Vorschlag entfernen
Butterfly Effect
Dt. Start: 26. Aug 2004
Vorschlag entfernen
21 Gramm
Dt. Start: 26. Feb 2004
Vorschlag entfernen

 

© 2014 MovieMaze.de