|
|
 |
 |
 |
 |
 |
Far Cry(Far Cry, 2008)
| Dt.Start: |
02. Oktober 2008 DVD: 24. April 2009
|
 |
Premiere: |
02. Oktober 2008 (Deutschland) |
| FSK: |
ab 16
|
Genre: |
Action, Abenteuer |
| Länge: |
94 min
|
Land: |
Deutschland |
|
Darsteller:
|
Til Schweiger (Jack Carver), Emmanuelle Vaugier (Valerie Cardinal), Natalia Avelon (Katia Chernov), Udo Kier (Dr. Krieger), Chris Coppola (Emillio), Ralf Moeller (Max Cardinal), Craig Fairbrass (Jason Parker), Michael Paré (Paul Summer), Don S. Davis (General Roderick) |
|
Regie:
|
Uwe Boll |
|
Drehbuch:
|
Michael Roesch, Peter Scheerer |
|
 Inhalt
Jack Carver, ein Ehemaliger der Special Forces, führt seit seinem quittierten Dienst ein ruhiges Leben als Touristen-Bootsführer an der amerikanischen Westküste. Eines Tages taucht jedoch die Journalistin Valerie auf und bittet ihn, sie auf eine abgelegene Militärinsel zu bringen, auf der Ihr Onkel stationiert sei. Jack und Valerie sind gerade erst an ihrem Ziel angekommen, als sie schon entführt und Jacks Boot in die Luft gesprengt wird. Damit gerät er in ein gefährliches Abenteuer, da er Valerie retten und die Gen-Experimente des zwielichtigen Dr. Krieger stoppen muss. Notfalls im Alleingang. |  |
|
Durchschnittliche Redaktionswertung
Kurzkritik
von Daniel Licha
Far Cry war der erste Film mit dem Uwe Boll durchaus überzeugen konnte. So schien er sich im Klaren gewesen zu sein, dass das hier an sich typische Direct to DVD Actionware werden wird und genau so hat er seinen Film auch in Szene gesetzt. Dabei war er herrlich selbstironisch (She rated me 2 out of 10... I can't be that bad... she wouldn't see me again if I'm that bad) und gerade in der OV bekommt man mit den herrlich aufgesetzten und übertriebenen deutschen Akzenten doch den ein oder anderen Lacher geboten. Des Weiteren ist das Ganze auf ordentlichem Niveau in Szene gesetzt; man ertappt Boll sogar bei der ein oder anderen recht nett choreografierten Actioneinlage. Ab und an wurde etwas arg hektisch geschnitten und die Gags treffen nicht immer ins Schwarze, aber dann ist es meist so mies, dass es schon wieder unterhaltsam ist. Wer DVD-Actionware nicht abgeneigt ist, der kann in der OV (und damit auch uncut) durchaus einen Blick riskieren, denn so schlecht wie sein Ruf ist Far Cry in keinster Weise.
Kritik
von Dimitrios Athanassiou
Dumm, dümmlicher, Uwe Boll? Der promovierte Sozialwissenschaftler und Filmemacher liefert mit Far Cry sein neuestes Werk ab. Irgendwo in den Weiten Nordamerikas, auf einer von der Außenwelt abgeschirmten Insel, passieren monströse Dinge: Ein besessener - oder nur geldgieriger - Wissenschaftler versucht im Auftrag des Militärs den ultimativen Soldaten zu erschaffen. Kugelsicher, nie ermüdend, schneller, stärker - tödlicher. Eine Reporterin ist diesem unheimlichen Treiben auf der Spur und gerät schnell in die Fänge der Bösewichter, ebenso der unbeteiligte "Chauffeur", der glücklicherweise ein Special-Forces Veteran ist. Und nun: Krach-Bumm-Bang, so einfach werden Kinofilme gemacht.
Comic- und Computerspieladaptionen sind, mehr als jedes andere Genre, Geschmackssache. In den letzten Jahren werden sie immer populärer und selbst viele Kritiker lassen sich auf diese Storys ein und können ihnen mehr und mehr abgewinnen. Das spricht dafür, dass es hier gute Geschichten zu erzählen gibt und es zu erstaunlichen Ergebnissen kommen kann. Zu erstaunen vermag auch Uwe Boll: von der Kritik immer wieder hart geschmäht, liefert er munter eine Adaption nach der anderen ab. Nach Alone in the Dark und Schwerter des Königs - Dungeon Siege, zaubert er nun das PC-Spiel Far Cry auf die große Leinwand. Erstaunlich vor allem die Tatsache, dass, obwohl jeder Cineast die Hände über dem Kopf zusammenschlägt, wenn er den Namen Boll vernimmt, und niemand dessen Filme gesehen haben will, sich diese immer eines beachtlichen kommerziellen Erfolgs erfreuen. Der Deutsche, dem das Image des schlechtesten Regisseurs aller Zeiten anhaftet, bekommt sogar jedes Mal eine nennenswerte Akteurscrew zusammen: So fanden sich in vergangen Produktionen Christian Slater und Jason Statham ein, und diesmal glänzen Till Schweiger, Ralf Moeller und Udo Kier vor der Kamera. Schweiger wird demnächst sogar neben Brad Pitt in Tarantinos Inglourious Basterds zu sehen sein, und Kier hat schon in allerlei internationalen Produktionen den Bösewicht gegeben.
Auf einer unzugänglichen, von den Augen der Öffentlichkeit abgeschirmten Insel, passieren furchtbare Dinge: Der vom Forscherehrgeiz und der Aussicht schnell reich zu werden besessene Wissenschaftler Dr. Lucas Krieger (Udo Kier), entwickelt im Auftrag des Militärs den unbezwingbaren Soldaten: willenlos, unglaublich stark und schnell, keinen Schlaf benötigend und fast kugelfest. Als Probanden, um die durchschlagende Wirkung der mutierten Maniacs zu demonstrieren, müssen die eigenen Sicherheitsleute herhalten. Zu diesen gehört der ehemalige Elitesoldat Max Cardinal (Ralf Moeller), der als Doppelagent tätig ist und seine Nichte, die Reporterin Valerie (Emmanuelle Vagier), mit Informationen über die Vorgänge in der Einrichtung auf dem Laufenden hält. Als er sich plötzlich nicht mehr meldet, beschließt der Lois-Lane-Klon den Dingen vor Ort auf den Grund zu gehen.
Als Beförderungsmittel nutzt sie den ansässigen Whale-Watch-Service, dessen Skipper Jack Carver (Till Schweiger), ein alter Freund von Max ist und genau wie dieser ehemaliger Elite-Soldat. Carver möchte eigentlich gar nicht auf dieses Eiland und sich in Angelegenheiten mischen, die ihn nichts angehen. Das ändert sich schnell, nachdem die Hübsche in Not gerät und die Bösewichter sein Boot in Treibholz verwandeln. Carver befreit Valerie und gemeinsam fliehen sie vor den Schurken, stürzen über eine Klippe, werden klatschnass und wärmen sich ihre unterkühlten Körper (gegenseitig) in einer verlassenen Hütte, samt angerichtetem Ehebett. Und sie könnten noch glücklich bis ans Ende ihrer Tage leben, wenn Valerie nicht noch herausfinden müsste, was mit ihrem Onkel Max los ist. Und natürlich wird es, Boll üblich, noch heiß hergehen. Alles strebt einem legendenträchtigen Fiask... ähm, Finale entgegen.
Um Worte ringend, atemlos, verlässt man nach der Vorführung den Saal. Verzweifelt sucht man nach einem Oscar und versteht nicht, warum noch niemand bislang auf die Idee gekommen ist, Boll einen zu verleihen, sei es um ihn dazu zu bewegen, nie - nie wieder einen Film zu machen. Kein gewaltfreies Mittel darf unrecht sein, Boll aufzuhalten, ihn dazu bewegen, mit diesen Attentaten einzuhalten. Es heißt in der Liebe und im Krieg seien alle Mittel erlaubt und tatsächlich: Bolls Filme sind ein ernstzunehmender Angriff auf alles, was man am Kino wertschätzt und liebt. Man nehme etwas Universal Soldier, ein bisschen Resident Evil, mixe alles lieblos mit Die Insel des Dr. Moreau und voila: ein seelenloser Film-Golem dessen geistiges Eigenleben und kreative Energie bei jedem, noch so sensiblen EEG, nie mehr als eine Null-Linie generieren würde.
Es gäbe so viele andere, sinnvollere Dinge für Boll zu tun: Musik für Einäscherungszeremonien komponieren, Grundstücke auf dem Mars verkaufen, die Polkappen mit Eiswürfeln aus dem Kühlschrank wieder auf Vordermann bringen - nur nicht Filme machen. Mag sein, dass vieles aus dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten, das als Silberscheibe in den Actionfilm-Regalen der Videotheken eine unbeachtete Existenz fristet, nicht besser und nicht schlechter ist. Zumindest aber wird man damit nicht an der Kasse der Lichtspielhäuser konfrontiert. Far Cry liefert den eindrucksvollen Beweis: Es ist möglich Filme ins Kino zu bekommen, die nahezu an allem entbehren: Charakterpsychologie und einer Story. Dafür wird man mit Dialogen entschädigt, die ein 4-jähriger mit dem Pinsel seines Malkastens aufs Papier geschmiert haben könnte und einer (unfreiwilligen) Komik, die durchaus zu einer Myer'schen Satire ausbaufähig gewesen wäre, dümmlicher Weise aber - wie der ganze Streifen - ernst gemeint ist. Boll'sche Filme sind wie amerikanisches Junk-Food: keiner war im Laden, aber alle wissen wie es schmeckt.  Weitere interessante Filme
|
 |
 |
 |
 |
© 2012 MovieMaze.de |
 |
 |
 |
|