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Schmerzhaft niveaulose Klamotte über ein geplantes "erstes Mal", die mit Geschmacklosigkeiten aller Art nur so um sich wirft. Ohne jeglichen Nachgeschmack amüsieren wird sich nur ein anspruchsloses Publikum, während alle anderen gezwungen sind, sich zu fragen, wo denn nun die Attraktivität der in diesem Film propagierten Handlungen und Einstellungen zum Leben liegen soll.
Ian ist immerhin schon 18, leidet aber darunter, noch Jungfrau zu sein. Da willige Frauen für Ian so unerreichbar sind wie der Mond, geht er auf das Angebot der angeblich schnuckeligen Internetbekanntschaft Ms. Tasty ein: Die scheint ihn offensichtlich recht attraktiv zu finden und ist ganz offen dazu bereit, ihm die schönste Nacht seines Lebens zu bereiten, wenn er dafür nur zu ihr nach Knoxville gefahren kommt. Über 500 Meilen liegt die Stadt in Tennessee von Chicago entfernt, das ist auch für einen mobilen Amerikaner keine einfache Sache. Doch zum Glück ist Ians Bruder Rex stolzer Besitzer eines Pontiac GTO, genannt "The Judge", und übers Wochenende verreist. Also packt Ian seinen Frauenversteherkumpel Lance, der bis jetzt noch jede rumgekriegt hat, obwohl er eigentlich nur klein und fett ist, ein, um auf der Fahrt nach Knoxville im geborgten Auto einen Crashkurs im Frauenverstehen zu absolvieren. Durch ein früheres Versprechen ist Ian allerdings auch noch dazu gezwungen, seine langjährige beste platonische Freundin Felicia mit an Bord zu nehmen, während er seiner Entjungferung entgegenfährt.
Was folgt, ist ein typisches Teenager-Roadmovie mit Spielchen auf dem Highway, Anhaltern, Pannen, pseudophilosophischen Gesprächen, peinlichen Fotos und einer Menge flacher Witze. Es gibt ein längeres Kapitel mit den Amish, deren Tradition des "Rumspringa", was natürlich vom deutschen "herumspringen" kommt, für eine Menge Scherze auf deren Kosten herhalten muss.
Spritztour hätte eine nettes Roadmovie werden können, insbesondere bei gekonnter Behandlung des Themas der unfreiwilligen männlichen Jungfräulichkeit (hier in noch verhältnismäßig jungen Jahren), doch leider wurden hier einige Themen nicht mit der gebotenen Feinfühligkeit angefasst: Sexuelle Erfolge beim anderen Geschlecht sollten keinesfalls als eine Art Wettrennen nach einer Trophäe oder als eine Art Sport bzw. Freizeitbeschäftigung verkauft werden. Natürlich ist Sex nicht ausschließlich die ehelich abgesegnete Ausprägung der Liebe, doch bedarf es bei der Leidenschaft immer noch zweier williger Partner, was hier aber tunlichst verschwiegen wird. In Spritztour scheinen Frauen nur dafür da zu sein, von Männern überzeugt werden zu müssen, sich von ihnen benutzen zu lassen. Das so vermittelte Frauenbild ist trotz aller Anspruchslosigkeit des Films absolut indiskutabel, fördert es doch ausschließlich eine Art Prostitutionscredo statt der Liebe und der gemeinsamen Lust.
Auch die weiteren Humor-Ansätze balancieren stark an der Grenze des Ertragbaren: Spermawitze, Witze über Krebs (an dem allein hierzulande über 200.000 Menschen im Jahr sterben, wie lustig), Urinscherze, Amish-Witze, eine absolut untragbare Szene mit einem sterbenden Tier und eine Menge von Schwulenklischees runden den Film ab zu einer Klamotte auf niedrigstem Niveau. Man ahnt ja, dass die Generation heutiger Teenager irgendwie anders ist, als man selbst einmal war, doch wenn die Filmhandlung den heutigen Normalvorstellungen von Jugendlichen entspricht, dann gute Nacht. In einer Welt, wo die Einmischung einer Frau "dazwischenmösen" und die eines Mannes "dazwischenschwengeln" genannt wird und der Geruch des weiblichen Geschlechtsteils am Finger eines Kerls ein Erfolgsbeweis für dessen Freunde sind, will man eigentlich nicht leben müssen. |