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Nach seinem Oscarprämierten Drehbuch für L.A. Confidential wagte Regisseur und Drehbuchautor Brian Helgeland einen Ausflug ins Mittelalter und präsentiert uns mit Ritter aus Leidenschaft einen Film über Liebe, Ehre, Freundschaft und Träume. Mit den folgenden vier Sätzen bringt er genau das auf den Punkt, was ihm bei diesem Film in hervorragender Weise gelang: "Wenn man will, daß ein Film funktioniert, dann muß man das Publikum einladen, an ihm teilzuhaben. Der Zuschauer kann sich ausgeschlossen fühlen, wenn man sich zu sehr auf detailgetreue Kostüme, veraltete Dialoge oder antiquierte Musik versteift. Es muß Elemente geben, zu denen man eine Beziehung aufbauen kann. Unser Ziel war es, eine nahtlose Verbindung zwischen Damals und Heute zu schaffen."
Schon in den ersten Szenen von Ritter aus Leidenschaft wird klar, daß uns mit diesem Film eine 134-minütige Party ins Haus steht. Angepeitscht von Queen's "We will Rock you" und einer tobenden Menge, die den weltbekannten Takt ins Gebälk hämmert, macht sich Ersatzritter William Thatcher auf, sein erstes Lanzenduell zu bestreiten. Diese Kombination aus mittelalterlichen und modernen Elementen funktioniert verblüffend gut und ermöglicht es dem Zuschauer, das Mittelalter einmal etwas anders zu erleben. Durch die freche Mischung und das genau ausgeklügelte Tempo des Films, wird man dauerhaft bei Laune gehalten und hat kaum Zeit durchzuschnaufen. Obwohl die Handlung des Films ein alter Hut ist und obwohl man manchmal das Gefühl hat, das ein oder andere irgendwo schon einmal gesehen zu haben, gelingt es Brian Helgeland mit seiner Inszenierung immer den richtigen Ton anzuschlagen, um nicht ins kitschige und klischeehafte abzudriften. Vor allem die kniffligen Vater und Sohn Szenen, die in machen Filmen übel aufstoßen, gingen bei Ritter aus Leidenschaft runter wie Öl.
Hauptdarsteller Heath Ledger, der als Mel Gibson's Sohn in Der Patriot seinen Durchbruch hatte, spielt den Dachdeckersohn William Thatcher. Nachdem sein Ritter plötzlich aus dem Leben tritt, schlüpft er kurzerhand in die Ritterrüstung und findet Gefallen an den Lanzenduellen, die eigentlich nur Edelleuten vorbehalten sind. Durch seinen heldenhaften Aufstieg symbolisiert er die mittelalterliche Version des amerikanischen Traumes. Er ist der arme "Tellerwäscher" der durch hartes Arbeiten und das Ausleben seiner Träume schließlich den großen Durchbruch schafft. Tatkräftige Unterstützung erhält er von Geoff Chaucer, einem begnadeter Dichter mit einem kleinen Spielproblem. Durch die Fälschung der Papiere macht er aus dem Knappen William den Adeligen Ulrich von Lichtenstein und ermöglicht ihm die Teilnahme an den Turnieren. Er mausert sich zu einer Mischung aus Manager, Presseagent und begeistert vor allem in seiner Funktion als Einheizer, der die Menge auf William einstimmt. William hat sich zum Ziel gesetzt den fiesen Count Adhemar, gespielt von Joaquin Pheonix Klon Rufus Sewell (just kidding), im Duell zu schlagen, da er ihn mehr als einmal saftig blamiert hat. Doch viel wichtiger ist ihm die Liebe des bildschönen Edelfräulein Jocelyn, das er durch sein poetisches Können entzückt hat.
Mit Ritter aus Leidenschaft ist Brian Helgeland ein beeindruckender Film mit immens hohem Spaßfaktor gelungen. Die Kombination aus Mittelalter und Moderne paßt und bereitet dem Publikum unwahrscheinlich viel Spaß. Die Story funktioniert, die Schauspieler leisten gute Arbeit, die Gags zünden und die Action stimmt. Kurz gesagt: Der Film rockt. Also laßt Euch diesen sommerlichen Hochgenuß nicht entgehen. |