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Bolt - Ein Hund für alle Fälle

(Bolt, 2008)

Dt.Start: 22. Januar 2009 Premiere: 21. November 2008 (USA)
FSK: ab 6 Genre: Animation
Länge: 97 min Land: USA
Darsteller: John Travolta (Bolt), Greg Germann (The Agent), James Lipton (Der Direktor), Malcolm McDowell (Dr. Calico), Mark Walton (Rhino), Susie Essman (Mittens), Miley Cyrus (Penny)
Regie: Chris Williams
Drehbuch: Chris Sanders


Inhalt

Bolt ist ein mit den unglaublichsten Superkräften ausgestatteter Super-Hund und seine Aufgabe ist es, die kleine Penny zu beschützen. Zumindest in der beliebten Serie "Bolt". Leider weiß der Hauptdarsteller aber nicht, dass alles nur inszeniert ist und versucht Penny, die in der Serie gerade entführt wurde, selbst nach Drehschluss noch zu retten. Dies führt ihn auf eine gefährliche Reise durch die USA, auf der er eine Katze und einen Hamster in einem Ball als Begleiter findet und nach und nach die Wahrheit über sich entdeckt, nämlich dass er nur ein normaler Hund ist, ganz ohne Superkräfte.
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Kritik

Bolt - Ein Hund für alle Fälle hat eine Wertung von 77%
Bereits vor der Verschmelzung von Pixar mit den Walt Disney Animation Studios fragte man sich, ob das Niveau der Animations-Filme darunter nicht leide. Jetzt ist John Lasseter (Cars) also Chef und tritt mit Bolt die Feuertaufe an. Heraus gekommen ist zwar kein Glanzwerk über das man Lobeshymnen singen müsste, aber auch kein Kollateralschaden. Letztlich funktioniert der Film für die junge Zielgruppe perfekt, hat aber nicht das gewisse Etwas der anderen Pixar-Streifen, die auch Erwachsene uneingeschränkt begeistern konnten.

Bild aus Bolt - Ein Hund für alle Fälle Die Computertechnik im Bereich der Animationen hat sich in den letzten zehn Jahren so stark verändert, dass man Toy Story (1996) eigentlich nur noch aus nostalgischen Gründen als "gut animiert" beschreiben kann. Heutzutage geben sich die Animationsstudios auf den Kinoleinwänden die Klinke in die Hand: Madagascar 2, Fly Me to the Moon Bolt , Despereaux - Der kleine Mäuseheld und so weiter. Umso wichtiger wird es also aus diesen Animationsmassen hervor zu stechen. Gerade das war immer die große Stärke von Pixar - fantastische Geschichten, die alle Altersgruppen ansprechen, und Charaktere selbst in der Animation so vielschichtig zu präsentieren, dass man voller Vorfreude Monate lang auf das Release des neuen Pixar-Filmes wartete! Nun ist also Pixar drin, wenn Disney draufsteht und es stellt sich die Frage, ob nun alle Disneyfilme zu diesen fast perfekten und viel gelobten Streifen werden oder ob man im Durchschnitt versinkt und damit ein Stück großartiges Kino verloren geht...

Der Hund Bolt ist ein Superheld - zumindest im Fernsehen, denn natürlich kann er mit seinen Laseraugen keine Eisentüren zum Schmelzen bringen und mit seinem Turbobeller keine Erdwellen auslösen, die alles hinwegfegen. Doch das weiß Bolt dummerweise nicht, denn der Regisseur der Serie ist überzeugt, dass nur durch diese Unwissenheit der Hund so perfekt in seiner Rolle funktioniert, wie es notwendig ist. Als dann aber am Ende einer Serienstaffel sein Frauchen Penny für einen Cliffhanger entführt wird, bricht er nach den Aufnahmen aus seinem Wohnwagen - der ihn bisher von der Außenwelt fernhielt - aus und versucht sein Frauchen aus den Klauen des Bösen zu retten. Mit von der Partie ist - ein "wenig" unfreiwillig - die Katze Mittens, die anfänglich nicht versteht, warum Bolt sich so merkwürdig aufführt. Doch als dann "Bolts größter Fan" Dino zum Rettungstrupp hinzu stößt ist schnell klar, dass der verrückte Hund eben wirklich glaubt Superkräfte zu besitzen. Doch selbst das Zureden von Mittens kann Bolt nicht davon abbringen das zu glauben, was ihm sein gesamtes Leben über vorgespielt wurde...

Die Geschichte rund um den eigentlich bemitleidenswerten Hund birgt einiges an Potential, denn einen Superhelden-Charakter damit zu konfrontieren, dass alles nur Show ist und er jahrelang nur zu Unterhaltungszwecken benutzt wurde - gleichzeitig aber in diesem Moment echte Abenteuer zu bewältigen hat - ist eine sehr starke Wandlung, die hoch emotional aber auch humorvoll in Szene gesetzt werden kann. Auch wenn dies optisch ansprechend und in gewohnt guter Animationstechnik auf die Leinwand gebannt wird, so fehlt eben doch das Quäntchen Gefühl, welches den Zusammenbruch des Superhelden zum Zuschauer transportiert und echtes Mitleid auslöst. Zu schnell und wenig ausgearbeitet werden die entscheidenden Szenen für einen kindgerechten Film geopfert und damit die große Chance verpasst, an die großen Pixar-Erfolge anzuschließen.

Davon unberührt bleibt natürlich, dass der Film für Kinder perfekt funktioniert und sicherlich einiges an Freude auslöst. Als Highlight hervorzuheben ist hierbei der Hamster Dino, der ab seinem Auftritt dann doch auch die Herzen der Eltern für sich gewinnen kann, denn war das Hund-Katzen-Duo mit Bolt und Mittens noch ein wenig farblos und wieder sehr stark auf die junge Alterszielgruppe fixiert, ändert sich das durch den Nager schlagartig! Hier blitzen dann doch einige Geniestreiche in der optischen Darstellung und der Ausarbeitung des Charakters auf und der gesamte Film wird schlagartig aufgewertet.

Als Fazit bleibt also ein für Kinder uneingeschränkt empfehlenswerter Film, der viel Freude bereiten wird. Da man aber natürlich auch den Vergleich zu so brillanten Streifen wie Wall-E - Der letzte räumt die Erde auf, Ratatouille oder Findet Nemo führen muss, ist Bolt - Ein Hund für alle Fälle nur streckenweise auch für Erwachsene überzeugend. Das ist der größte Kritikpunkt, denn die Geschichte, die Charaktere und auch die Kreativität der Animateure hätten mehr Potential gehabt!

von Markus Ostertag


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