Die Geschichte eines jungen Mannes und einer jungen Frau, die sich aufgrund einer wirtschaftlichen Notlage für einen Pornofilm prostituieren und darüber merken, dass sie dem Thema Sex und Liebe doch nicht so cool gegenüberstehen, wie sie eigentlich dachten. Mit spritzigen Dialogen beleuchtet Regisseur Kevin Smith ein interessantes Thema aus einem ungewöhnlichen Winkel. Definitiv ein empfehlenswerter Film des jungen Filmemachers mit dem gewissen Etwas.
Schon immer waren Miri und Zack beste Freunde. Sie wohnen gemeinsam in einer kleinen Wohnung, gehen ihrer beruflichen Wege und es sieht nicht so aus, als hätten sie bald den großen finanziellen Durchbruch: Die unbezahlten Rechnungen häufen sich im Posteingang, und als auch noch das Wasser abgesperrt wird, müssen sie sich langsam ernsthaft was überlegen, um an Geld zu kommen. Bereits der Filmtitel macht daraus keinen Hehl: Warum nicht einfach einen Porno drehen? Den würde jeder anschauen, und mit der Adressliste des Abitreffens von vor einigen Tagen hätten Zack und Miri bereits eine ordentliche Zahl von Käufern für ihren Film. Die Klassenkameraden würden den Film garantiert auch weiterempfehlen, das Geld wird also nicht lange auf sich warten lassen.
Also wird mit Zacks Coffee Shop-Kollegen Delaney ein Produzent rekrutiert, für den sich das persönliche Casting der willigen Darstellerinnen schnell zum schönsten Erlebnis im ganzen Leben entwickelt. Ein Eishockeykumpel, der ab und zu mal eine Hochzeit filmt, wird zum Kameramann erklärt, und willige männliche Darsteller finden sich bei der Aussicht auf Unmengen von kostenlosem Sex mit süßen Frauen sowieso mit Leichtigkeit. Nach einigen Rückschlägen und Stolpersteinen bei der Produktion des Films rückt schließlich der Tag heran, an dem Zack und Miri eine Beischlafszene haben. Die beiden sind vielleicht schon ewig beste Freunde, wohnen zusammen und hatten andere Beziehungen - aber ohne Hintergedanken dann doch einfach so gemeinsam in die Kiste zu springen, noch dazu vor laufender Kamera, das stellt sich als gar nicht so einfach heraus.
Das Markenzeichen von Kevin Smith ist derber Humor, den der Filmemacher sich aus den Jugendjahren in der Vorstadt herübergerettet hat. Ein großer Teil dieses Spaßverständnisses hat mit Körperflüssigkeiten verschiedner Viskosität zu tun, der Rest ist, unschwer zu erkennen, durch die Star Wars-Trilogie geprägt. Genau deswegen finden Smiths Filme seit seinem alles-oder-nichts-Debüt Clerks - Die Ladenhüter bei der Zielgruppe der heute um die vierzigjährigen reißenden Absatz.
Auch Zack and Miri Make a Porno ist genau für diese Zielgruppe gemacht: Die Zuschauer sind zu alt, um behaupten zu können, niemals einen Porno gesehen zu haben, und jung genug, um das nicht mehr prüde verstecken zu müssen. Die analhumorigen Anteile des Films halten sich in akzeptablen Grenzen.
Regisseur Kevin Smith ist bekennender Familienmensch und gläubiger Christ, was dem Drehbuch an manchen Stellen auch ein wenig den Schwung zu nehmen scheint. Dies mag jedoch auch bewusst so gewählt sein, um das Niveau des Films nicht absinken zu lassen. Auf jeden Fall entsteht der Humor am ehesten durch die Dialoge als durch die Handlung oder Situationen.
Zack and Miri Make a Porno ist eine sexuell harmlose, sonst angenehm deftige Komödie mit Biss über das Bestehen in einer kaltherzigen Gesellschaft, menschliche Bigotterie und natürlich das Finden der Liebe. Der Handlungsverlauf wird ein wenig zu deutlich nach Schema F durchexerziert, dennoch macht der Film trotz der Diskrepanz zwischen der propagierten sexuellen Harmlosigkeit von Pornos und den bisweilen kindischen, unnötigen Analscherzen gewaltig Spaß.