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eXistenZ

(eXistenZ, 1999)

Durchschnittliche Redaktionswertung

82%



Inhalt

Ein neues Videospiel kommt auf den Markt. Es nennt sich "eXistenZ" und wird mit Hilfe einer organisch aussehenden Spielkonsole gespielt, die man über einen künstlichen Eingang im Rückenmark, einen so genannten Bioport, am eigenen Körper anschließt. Beim Spielen kommt man so in eine absolut real erscheinende Parallelwelt. Die Schöpferin dieses Spiels, Allegra Geller, ist zum absoluten Superstar der Szene aufgestiegen. Zusammen mit dem Grünschnabel Ted Pikul findet sie sich in ihrem Spiel wieder. Wobei nicht klar ist, was Spiel und was Wirklichkeit ist.

Kritik

von Markus Mller

Wertung Kritik

82%

eXistenZ ist ein absolut typischer Cronenbergfilm. Er entführt den Zuschauer auf eine bizarre Reise zwischen Realität und der fiktiven Welt eines absurden Virtual-Reality-Spiels. Leider wurde die enorm viel versprechende Story nicht bis ins letzte ausgereizt, was dafür sorgt, das eXistenZ zwar ein wirklich guter und faszinierender Trip in alptraumhafte Welten ist, aber insgesamt sein potential nicht ganz ausschöpfen kann.

Bild aus eXistenZ Videospiele konnten die Spieler schon immer in ihren Bann ziehen und ihren Fans Stunden und Tage wertvolle Lebenszeit kosten. Seit Pong hat sich einiges getan und so sind die Spielgrafiken heute oftmals erstaunlich nah an der Realität. Wenn jedoch aus Grafik Realität wird, bleibt die Frage, was noch Realität ist und welchen Stellenwert diese überhaupt noch hat. Der kanadische Kultregisseur David Cronenberg (A History of Violence) stellte sich diese Frage und entführt den Zuschauer einmal mehr in eine bizarre Welt aus Mutationen, Misstrauen und Wahnsinn, in eine Welt zwischen Fiktion und Realität.

eXistenZ stellt die Frage nach der Wirklichkeit, nach Schein und Sein und stellt die Realität, wie wir sie kennen, in Frage. Schließlich könnte alles auch ein Programm sein. Wer jetzt an Matrix denkt, liegt nicht ganz falsch, doch Cronenbergs Film geht einen vollkommen anderen Weg. Er schafft nicht etwa eine Definition einer Wirklichkeit und grenzt diese eindeutig von der Fiktion ab, so wie dies in dem Actionhit der Wachowski-Brüder der Fall ist, sondern lässt beides geschickt miteinander verschwimmen. Immer wieder stellt sich die Frage, ob die Protagonisten in der realen Welt, oder in der, dieser so ähnlich scheinenden, Welt des Spiels stecken. Nicht zu letzt in dieser Verwobenheit aus Wirklichkeit und Fiktion ähnelt eXistenZ sehr dem früherem Cronenbergstreifen Videodrome von 1983.

Die Story ist natürlich von vornherein prädestiniert dafür, seiner Fantasie freien Lauf zu lassen. Zu was das bei David Cronenberg führen kann, ist nicht zu letzt seit Naked Lunch bekannt. So wurde auch eXistenZ wie gewohnt eklig und abstoßend und zugleich faszinierend. In Cronenbergs Gruselkabinett wurden wieder einmal allerhand groteske Kreaturen, Organe und, wie soll man sagen, "Dinger" erschaffen, die sich nach Herzenslust, durch den Film ekeln dürfen. Dabei gibt es einige Szenen, die selbst ekeltrainierten Mägen zu schaffen machen.

Auf seine eigene, sehr absurde Weise ist eXistenZ ein sehr erotischer Film. Die Bio-Ports erinnern unweigerlich an Geschlechtsorgane und auch das einführen des organischen Verbindungskabels, mit welchem der Spieler mit der Konsole verbunden wird, hat in jeder Hinsicht etwas sehr sexuelles. Zudem strahlt Allegra Geller (Jennifer Jason Leigh, Rag Tale) einen verführerischen Reiz in vielerlei Hinsicht aus. Sie ist die personifizierte Versuchung, sowohl im Bezug auf den Einstieg in die nicht ganz ungefährliche Welt von eXistenZ, als auch in sexueller Hinsicht und so kann sich auch Ted Pikul (Jude Law, My Blueberry Nights) ihrer nicht entziehen.

Über die Besetzung lässt sich nicht meckern. Mit Jennifer Jason Leigh und Jude Law hat sich Cronenberg zwei ausgezeichnet Schauspieler ins Boot geholt, die beide erstaunlich gut in ihre Rolle passen. Allerdings ist Jude Laws naiver und verweichlichter Charakter an sich streckenweise schon beinahe etwas anstrengend. In Nebenrollen sind unter anderem Ian Holm (Chromophobia) und der auch hier wieder großartige Willem Dafoe (Inside Man) zu sehen.

Was bleibt ist ein wirklich guter Film, der großartig hätte werden können, aber insgesamt doch zu viel vergibt. Cronenberg hätte sich ruhig ein wenig mehr Zeit für die überaus interessante Story nehmen können und müssen. Eine halbe Stunde mehr Spielzeit hätte eXistenZ sicher nicht geschadet. So wiegt sich der Film jedoch auf der sicheren Seite und riskiert nicht langweilig oder zu verworren zu werden. Insgesamt kann eXistenZ sowohl Cronenbergfans als auch Zuschauern, die noch keine Ahnung haben was sie erwarten wird, empfohlen werden.

Keine weitere Wertung


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