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Religulous

(Religulous, 2008)

Dt.Start: 02. April 2009
DVD: 07. August 2009
Premiere: 06. September 2008 (Toronto Film Festival, Kanada)
FSK: ab 12 Genre: Dokumentation
Länge: 101 min Land: USA
Darsteller: Steve Burg, Jose Luis De Jesus Miranda, Bill Maher, Andrew Newberg
Regie: Larry Charles
Drehbuch: Bill Maher


Inhalt

Der Komiker und Fernseh-Talker Bill Maher, der dafür bekannt ist, verschiedenste Themen schamlos anzusprechen und dabei nicht immer "politisch korrekt" vorzugehen, begibt sich auf eine "spirituelle" Reise, auf der er über Religion und Glaube diskutiert. Er trifft sich sowohl mit Geistlichen und Gläubigen, als auch mit Wissenschaftlern und allen, die sonst noch etwas dazu zu sagen haben.
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Durchschnittliche Redaktionswertung

Religulous hat eine durchschnittliche Redaktionswertung von 85%
Keine weitere Wertung

Kritik

von Julian Reischl
Religulous hat eine Wertung von 85%
Humorvolle Anti-Religionsshow, die mit wissenschaftlichen Gegenargumenten versucht, den blinden Glauben Religiöser zu untergraben. Dies scheitert jedoch an der theologischen Unkenntnis von Bill Maher sowie an der Tatsache, dass Wissenschaft und Glaube nicht unbedingt miteinander vereinbar sind. Während auf der Leinwand auf wirklich amüsante Weise religiöser Glaube ausgehebelt wird, sollte nicht vergessen werden, dass hier Äpfel mit Birnen verglichen werden.

Bild aus Religulous Die Frage, ob und wieso jemand an einen Gott glaubt, ist schon hinterfotzig: Da religiöse Lehren nie zweifelsfrei beweisbar sind, ist es überhaupt nicht möglich, Religion mit Wissenschaft zu vergleichen. Es gibt natürlich verschiedene Ausprägungen religiösen Glaubens, die einen sehen im Glauben lediglich eine Art Sammlung von wohlgemeinten Ratschlägen fürs Leben, und im anderen Extrem wird im Namen der bevorzugten Gottheit besten Gewissens gemordet und gestorben.

Der amerikanische Talkshow-Comedian Bill Maher macht sich auf die weltweite Suche nach der Religion: Er bereist die religiösen Stätten verschiedener Glaubensrichtungen, spricht mit Größen der jeweiligen Glaubensgemeinschaft und versucht hinter das Geheimnis des Glaubens zu kommen. Er selbst macht keinen Hehl daraus, den wissenschaftlichen Ansatz der Erklärung des Universums zu bevorzugen und lässt die Gesprächspartner daher ständig mit pointierten Fragen auflaufen.

Oberflächlich ist der Film sehr witzig und macht gewaltig Spaß. Ernsthaft Gläubige werden ihn sicher nicht zu schätzen wissen, wer aber Religion mit einem gewissen Abstand betrachten kann, wird sich amüsieren. Allerdings sollte nicht unerwähnt bleiben, dass Maher seine Schlagfertigkeit und sein nicht unbedingt sanftes Organ gerne auch immer mal wieder benutzt, um Leuten ins Wort zu fallen, die vielleicht nicht so schnell auf den Punkt kommen wie er selbst oder gar - Gott bewahre - richtig nachdenken, bevor sie etwas aussprechen.

Der Film hinterlässt bei allem Amusement leider auch einen gewissen schalen Beigeschmack, da wegen der von vorneherein bekannten Unvereinbarkeit zwischen Wissenschaft und Glaube (wie ja schon diese beiden Wörter allein hervorragend belegen) keine echte Diskussion, kein wirklicher Konsens gefunden werden kann.

Regisseur Larry Charles tat sich zuletzt mit Borat hervor, doch besteht ein grundlegender Unterschied zwischen dem Veräppeln von Amerikanern und dem Rütteln an den Fundamenten tief gläubiger Menschen. Während es bei Borat noch tatsächlich Bigotterie, Prüderie und ähnliches aufzudecken gab, ist Religulous (ein Kunstwort, zusammengesetzt aus "religious" - religiös und "ridiculous" - lächerlich) einfach nur ein Schlag ins Gesicht der Gläubigen. Nicht, dass man diese nicht zum Gespräch über den Sinn ihres teilweise nicht nachvollziehbaren Glaubens bitten dürfte oder solle, aber dann sollte man sie wenigstens auch ausreden lassen und nicht einfach nur ein "Best of" der lustigsten Szenen zusammenschneiden.

Natürlich ist der Film empfehlenswert, da er wirklich Spaß macht und auf einer schelmischen Ebene auch durchaus seine Berechtigung hat. Man darf ihn jedoch keinesfalls zu ernst nehmen, besonders Gläubige sollten sich nicht ärgern lassen. Es handelt sich definitv um keine Dokumentation, sondern am ehesten um eine aufwendige, subjektive Reportage.



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