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Jasper und das Limonadenkomplott

(Jasper, 2008)

Dt.Start: 13. August 2009 Premiere: 2008 (Deutschland)
FSK: o.A. Genre: Animation
Länge: 86 min Land: Deutschland
Darsteller: n/a
Regie: Eckart Fingberg
Drehbuch: Eckart Fingberg, Michael Mädel


Inhalt

Der kleine Pinguin Jasper lebt mit seiner Kolonie im ewigen Eis der Antarktis, doch fragt er sich, ob es nicht auch noch ein Leben außerhalb des Schnees und Eis gibt. Als eines Tages der ängstliche Kakapo kommt und von großen Schiffen und gestohlenen Eiern spricht, für die er Jaspers Hilfe benötigt, sehen dieser und sein kleiner Bruder Junior die Chance auf ein großes Abenteuer. Kurz darauf landen sie mit Kakapo auf einem luxuriösen Kreuzfahrtschiff und treffen Emma, die Tochter des Kapitäns, mit deren Hilfe sie den Eierdieben auf der Lauer sind.
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Durchschnittliche Redaktionswertung

Jasper und das Limonadenkomplott hat eine durchschnittliche Redaktionswertung von 75%
Keine weitere Wertung

Kritik

von Harald Witz
Jasper und das Limonadenkomplott hat eine Wertung von 75%
Weil Pinguin Jasper das geregelte Leben in der Kolonie satt hat, ist er schnell bereit, dem seltsamen Vogel Kakapo auf der Eisscholle zu helfen. Der fiese Limonadenfabrikant Dr. Block und sein doofer Assistent haben wertvolle Eier aus der Vogelkolonie gestohlen und an Bord des Kreuzfahrtschiffes gebracht. Dort stoßen die Retter auf Emma, die Tochter des Kapitäns, die ihnen gerne dabei hilft, die Fieslinge auszutricksen. Sie kamen ihr schon die ganze Zeit verdächtig vor. Eckart Fingberg adaptiert mit dem klassischen Zeichentrickfilm Jasper und das Limonadenkomplott eine weitere erfolgreiche "Ki.Ka"-Serie und inszeniert ein turbulentes Abenteuer für die jüngsten Kinogänger.

Bild aus Jasper und das Limonadenkomplott Schon in den Siebziger Jahren waren zwei Knet-Pinguine (Pingu) beliebte Gaststars in Die Sendung mit der Maus. Die Popularität von Pinguinen hat sich seit dem sehr gesteigert. Spätestens seit der Franzose Luc Jacquet die Reise der Pinguine nachstellte und George Miller die Vögel in Happy Feet gar tanzen ließ, haben die watschelnden Frackträger die Kinderzimmer erobert. Neuester Freund der Kleinen ist Jasper, ein neugieriger Pinguin, der bei Emma wohnt und die Welt der Menschen stellvertretend für seine Gattung (und die Kinder) untersucht. Erst in Kurzfilmen in Die Sendung mit der Maus, später als eigenständige Serie im Ki.Ka und mittlerweile in allen Medien begeistert der kleine Vogel sein junges Publikum.

Klar, dass da ein Kinofilm her muss. Das besorgen Eckart Fingberg und Kay Delventhal nach einem Drehbuch von Fingberg selbst, John Chambers und Michael Mädel in einem charmanten, traditionell animierten Zeichentrickfilm. Standen in der Serie pädagogische Themen im Mittelpunkt, der wissbegierige Jasper entdeckt die (Menschen-) Welt aus der Sicht eines Pinguins, so dominiert in Jasper und das Limonadenkomplott das Abenteuer. Dabei bedienen sich die Macher ungeniert bei den oben genannten Vorbildern, ohne dass es der heiteren Unterhaltung einen Abbruch tut.

Jasper ist das schwarze "Schaf" in der Pinguinkolonie seiner Eltern. Die Regeln der Kolonie missachtet er und über die gesteckten Grenzen setzt er sich mutig hinweg. So hat er keine Angst vor dem seltsamen grünen Vogel auf der Eisscholle, der die ganze Zeit lautstark zetert. Und schon gar keine Angst hat er davor, das seltsame große Ding zu betreten, das in der Bucht vor Anker liegt, auch wenn er dafür seinen kleinen Bruder Junior zurücklassen muss, auf den er eigentlich aufpassen sollte.

So lernt er Emma kennen, die Tochter des Kapitäns. Sie langweilt sich schrecklich und freut sich nicht nur über Gesellschaft, sondern darüber, dass sie mit ihrer Einschätzung richtig lag, dass der reiche Limonadenfabrikant Dr. Block und sein trotteliger Assistent etwas zu verbergen haben. Der Vogel Kakapo behauptet, dass Block Eier aus seiner Kolonie gestohlen hat, um aus ihnen eine Limonade zu machen, die Kinder ängstlich und deshalb gefügig macht. Kakapos Art ist nämlich die ängstlichste Gattung der Welt! Gemeinsam wollen Emma, Jasper und sogar Junior dem Vogel helfen, die Eier zurückzuholen...

Jasper-Erfinder Eckart Fingberg schafft es spielend, aus den Fünfminütern der TV-Reihe eine Kinderunterhaltung in Spielfilmlänge zu kreieren. Zwar gibt er dafür die pädagogische Grundhaltung der Reihe auf (Jasper entdeckt einen interessanten Aspekt des gesellschaftlichen Miteinanders und geht ihm auf den Grund), doch dafür fährt er ein turbulentes, kindgerechtes Abenteuer auf, das die gesamten 82 Minuten bestens unterhält. Kern seiner Geschichten sind die skurrilen Charaktere und ihre kindlichen Verhaltensweisen.

Da nimmt Kakapo zwar als selbstgefälliger Zeitgenosse den Mund meist recht voll und gerät ob seiner die ganze Art auszeichnende Angst immer wieder in Bedrängnis. Aber er hat das Herz am rechten Fleck, weshalb man ihn lieb gewinnt. Junior ist der kleine neugierige Bruder, der jede Gefahr missachtet und mit seiner Unschuld einfach zum Knuddeln ist. Sein großer mutiger Bruder Jasper ist der Entdecker, der Ungerechtigkeiten nicht leiden kann und in Emma eine Gleichgesinnte findet. Das Mädchen leidet darunter, dass der Papa nie Zeit für sie hat und ihren Worten nie Glauben schenkt. Das Bösewichte-Duo besitzt den Charme von Esme und Cronk aus Ein Königreich für ein Lama, ohne allerdings ihren rasenden Wahnwitz auszuleben.

Die großflächigen und simplifizierten Hintergründe und Figuren sorgen gerade auf der großen Leinwand für klare Bilder. Natürlich wurde für das Kinoabenteuer, das letztlich die Urgeschichte der Serie erzählt, eine weitaus höhere Animationsqualität erreicht, die dennoch dem Stil der Serie treu bleibt. Es gibt keinen Zweifel am Erfolg der Abenteuer des mutigen Pinguins. Jasper und das Limonadenkomplott reiht sich ein in die bereits umfangreiche Liste erfolgreicher Kinoauftritte von Ki.Ka-Figuren für die jüngsten Kinogänger wie z.B. Macius oder Der Mondbär. Wirklich kindgerechte Unterhaltung für "Erstkinogänger" ist eben noch immer Mangelware. Hier hat der Kinder- und Animationsfilm in Deutschland eine Lücke entdeckt und sie mittlerweile zur Marke entwickelt, die sich mit den Beiträgen aus Skandinavien messen kann (wie man auch an Mullewapp - Das große Kinoabenteuer der Freunde sehen kann).

Man darf also weiterhin auf Animationsfilme made in Germany gespannt sein: Der bald startende Lauras Stern und der geheimnisvolle Drache Nian wird wohl ebenfalls die Kinder- und Elternherzen höher schlagen lassen.



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