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Einen aussagekräftigen Film über die Moral und die Gewissenskrise eines Anwalts schafft Regisseur Taylor Hackford mit seinem Mystery-Thriller Im Auftrag des Teufels. Sein Spielfilm kann vor allem durch Al Pacino überzeugen, der dem Teufel eine unheimliche, zugleich aber durchaus verführerische Präsenz verleiht. Leider wird die Qualität des Werkes durch eher schwache Darstellerleistungen von Reeves und Theron, sowie durch einige enorme Längen in der Handlung deutlich gemindert.
Einem breiten Publikum wurde Taylor Hackford erst im Jahre 2004 bekannt, als er die Filmbiographie Ray inszenierte und dafür viele hochwertige Auszeichnungen gewann. Doch viele Filmfans werden den Cutter, Produzenten und Regisseur auch aus dem Mystery-Thriller Im Auftrag des Teufels kennen, den er etwa sieben Jahre zuvor drehte. Sein mit Weltstars, wie Al Pacino und Keanu Reeves, besetzter Spielfilm handelt von den moralischen Gewissensbissen eines Anwalts. Hackfords Werk wurde im Jahre 1997 von der Kritik überwiegend als positiv empfunden und gewann den Saturn-Award für die Kategorie "Bester Horrorfilm".
Kevin Lomax (Keanu Reeves) gilt als einer der besten Verteidiger in den Südstaaten. Der junge Anwalt hat in seiner bisherigen Karriere den Gerichtssaal stets als Gewinner verlassen. Eines Tages schafft es Lomax sogar einen eindeutig schuldigen Kinderschänder erfolgreich zu verteidigen und bekommt danach ein sensationelles Angebot: Er soll in Zukunft für die bekannte Anwaltskanzlei von John Milton (Al Pacino) in New York arbeiten. Zusammen mit seiner Ehefrau Mary Ann (Charlize Theron) beginnt der junge Anwalt ein neues Leben in der Megametropole. Doch schon bald gibt es Probleme: Mary Ann leidet unter schweren Depressionen und Lomax hat nur noch Augen für seinen Job. Die Wurzel allen Übels scheint Kevins mysteriöser Arbeitgeber John Milton zu sein.
Zunächst einmal vorweg: Al Pacino ist - wie nicht anders zu erwarten war - das Highlight dieses Films. Die Rolle des charismatischen und verführerischen Teufels spielt Pacino fast schon ein wenig mühelos. Brillant verleiht er seiner Figur John Milton, die nach dem Dichter des Werks Paradise Lost benannt ist, eine enorme Ausstrahlung. Diese Glanzleitung ist paradoxerweise auch gleichzeitig eine Schwäche von Hackfords Mystery-Thriller: Keanu Reeves und auch Charlize Theron wirken neben Pacino zu blass und werden von der Filmgröße an die Wand gespielt. Dies bedeutet zwar nicht, dass Reeves und Theron völlig fehlbesetzt sind, aber dennoch wird man nicht abstreiten können, dass ihre Charaktere unausgereift wirken und neben Pacinos John Milton kaum Präsenz besitzen.
Inhaltlich ist Im Auftrag des Teufels gut, teils sogar sehr gut, gelungen. Hackford gelingt es, den Staranwalt Lomax durchaus menschlich und nicht stereotypisch zu charakterisieren. Es wird geschickt und nachvollziehbar gezeigt, wie sich Lomax langsam in den Sog Miltons hineinziehen lässt. So lässt sich der junge Anwalt immer mehr auf die Gier nach Geld, Macht und Ruhm ein und merkt dabei nicht, dass er immer stärker ein Werkzeug des Teufels wird. Auch die allgemeine Frage, ob es für einen Anwalt moralisch vertretbar ist, einen Klienten zu verteidigen, der eindeutig schuldig gesprochen werden muss, wird gut aufgearbeitet. So wirken die letztendlichen Gewissenskonflikte von Lomax realistisch und stimmig, obwohl das Ende etwas zu konstruiert erscheint.
In der Gesamtheit betrachtet, liefert Regisseur Hackford ein gutes Werk ab. Dies ist eigentlich schade, da der Film das Potential zu noch höherer Qualität gehabt hätte. Trotz vieler starker Szenen - hier sei insbesondere die Szene von Miltons Offenbarung gegenüber Lomax genannt - wirkt der Spielfilm insgesamt vor allem in der ersten Hälfte viel zu langatmig und kommt nicht richtig in die Gänge. Hier wäre weniger mit Sicherheit mehr gewesen. |